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HomeAbseitsSaison 2010 / 2011Callsen-Bracker: »Ich wünsche Borussia, dass man die Klasse hält«

Callsen-Bracker: »Ich wünsche Borussia, dass man die Klasse hält«

Der 26-Jährige wechselt zum FC Augsburg

Nachdem Borussia Mönchengladbach mit drei Zugängen die Transferaktivitäten im Winter für beendet erklärt hatte, so steht dem nun der erste Abgang gegenüber. Jan-Ingwer Callsen-Bracker verlässt den VfL zum 01.Januar 2011 und schließt sich dem Zweitligisten FC Augsburg an. Zuvor hatte man dem 26-Jährigen erneut einen Vereinswechsel nahegelegt. Bei den Schwaben erhält der Abwehrspieler einen Vertrag bis zum 30.06.2012. Jos Luhukay indes, freut sich auf den Abwehrspieler und hat davon ab den VfL nach wie vor noch im Blick.

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Callsen-Bracker wünscht der Borussia den Klassenerhalt (Foto: Dirk Päffgen / Fohlen-Hautnah.de)

Beim FC Augsburg wird Jan-Ingwer Callsen-Bracker auf Jos Luhukay treffen, der den Abwehrspieler zusammen mit Christian Ziege im Sommer 2008 an den Borussia-Park lockte. Gerade aufgrund von Verletzungen konnte sich der Rechtsfuß beim VfL nicht durchsetzten. Noch zu Saisonbeginn schien sich die Ära Borussia für den Ex-Leverkusener dem Ende zuzuneigen, denn Michael Frontzeck hatte dem Abwehrspieler einen Vereinswechsel nahegelegt.

Zuvor hatte sich Callsen-Bracker im Auftakttraining zur Saison 2009/2010 eine Sehnenentzündung zugezogen, die ihm langwierig zu schaffen machte. Angreifen wollte der 26-Jährige in dieser Saison, doch diese Möglichkeit erhielt er zunächst nicht.

Da sich in der Sommertransferperiode »nichts ergeben hatte«, hielt sich der Rechtsfuß bei der U23 des VfL fit.  Ab dem fünften Spieltag hatte sich Callsen-Bracker als Stammkraft in der Truppe von Sven Demandt etabliert und gab dem Defensivverbund der Jungfohlen Sicherheit. »Es war eine super Zeit, die mir gut getan hat. Es war sowohl für mich, als auch für die Amateure eine Win-win-Situation. Sven Demandt war ein super Trainer. Es hat mir mit den Jungs sehr viel Spaß gemacht«, schaut Callsen-Bracker gerne auf die Zeit bei der U23 zurück.

Aufgrund der arg gebeutelten Personalsituation im Defensivbereich der Profis beorderte Michael Frontzeck den Abwehrspieler dann wieder in den Profikader und setzte ihn in der Innenverteidigung ein. Callsen-Bracker brachte es auf fünf Einsätze, zeigte sich nach langer Bundesligaabstinenz relativ sicher und solide, wenngleich er jedoch auch an Gegentoren seine Mitschuld trug.

Die soliden Leistungen und vor allen Dingen auch die Tatsache, dass der auch im defensiven Mittelfeld einsetzbare 26-Jährige verletzungsfrei agierte, brachte den FC Augsburg auf den Plan. Bereits seit Sommer hatten die Schwaben Callsen-Bracker auf dem Zettel. Aufgrund von diversen Verletzungen sah der FCA nun akuten Handlungsbedarf, weshalb man gerade aufgrund der unbefriedigten Situation des Rechtsfußes die Bemühungen forcierte.

»Ich kenne ihn ja aus Gladbach. Er hat eine unglückliche Zeit hinter sich. Wichtig ist, dass er sich als Fußballer und auch als Mensch wieder wohl fühlt. Dann kommt auch die Leistung wieder von ganz alleine«, meint Jos Luhukay, der Callsen-Bracker flexibel einsetzbar sieht, im Gespräch mit unserer Redaktion. »Jan ist für uns im Defensivverbund eine absolute Verstärkung. Wir haben in ihm einen sehr flexiblen Spieler, der sowohl im Zentrum als auch im defensiven Mittelfeld spielen und uns helfen  kann«, umschreibt der FCA-Coach.

So wird Jan-Ingwer Callsen-Bracker, der ablösefrei zu den Schwaben wechselt, noch im alten Jahr seine Zelte in Mönchengladbach abbrechen und am Sonntag erstmals mit seinen neuen Kollegen auf dem Trainingsplatz stehen. Zunächst wird der 26-Jährige im Hotel wohnen, um sich dann im weiteren Verlauf eine Wohnung zu suchen.

»Michael Frontzeck sagte mir von vornerein, dass ich lediglich bis zum Winter in den Profikader rücke. Ich habe Gas gegeben und bereits nach den ersten Spielen kamen erste Anfragen, weil die Vereine auch gesehen haben, dass ich wieder über 90 Minuten Bundesliga spielen kann. Vor dem Weihnachtsurlaub sagte Michael Frontzeck mir, dass ich es schwer haben werde, zu spielen«, beschreibt Callsen-Bracker.

»Deshalb habe ich mich jetzt für den FC Augsburg entschieden, der mir von Beginn an das Gefühl gegeben hat, mich unbedingt haben zu wollen. Ich hatte von Beginn an in den Gesprächen mit Jos Luhukay, den ich ja kenne, und Andreas Rettig ein gutes Gefühl. Zudem hat mich die sportliche Perspektive, mich dort weiterentwickeln zu können, überzeugt. Ich freue mich auf die Aufgabe und auf die sportlich tolle Herausforderung«, so der 26-Jährige weiter.

Mit dem 31.12.2010 endet somit eine für den sympathischen Abwehrspieler eher weniger erfolgreiche Ära Borussia Mönchengladbach. Im Groll zurückschauen wird der 26-Jährige dennoch nicht. »Ich möchte nicht ‚nachtreten‘ oder Ähnliches. Eigentlich habe ich mich die ganze Zeit über in Gladbach super wohl gefühlt, habe viele Freunde gefunden. Wenn man den Fußball mal beiseiteschiebt, dann hatte ich für mich persönlich eine schöne Zeit, die ich auch nicht missen möchte«, resümiert Callsen-Bracker und ergänzt: »Sportlich war es natürlich unglücklich durch die Verletzungen und auch durch den Trainerwechsel zu Hans Meyer. Es war auch Pech dabei, aber das gehört dazu. Ich habe mich nie hängen lassen und immer an mich geglaubt«.

»Ich wünsche dem ganzen Verein, den Mitarbeitern, dem Staff, den Physios und vor allen Dingen der Mannschaft sowie den Fans, dass Borussia die Klasse hält. Dazu drücke ich ganz feste die Daumen. Ich werde das auch weiterhin verfolgen«, sagt Callsen-Bracker. »Ich habe viele Menschen im Umfeld kennengelernt und weiß, was Borussia für die Menschen bedeutet. Es ist ein großer Verein mit viel Tradition, der in die Bundesliga gehört«.

Gleicher Meinung ist auch Ex-Borussen Coach Jos Luhukay, der  mit dem FC Augsburg derzeit die Tabelle der 2.Liga anführt und nach wie vor ein Auge auf die Borussia hat. »Ich schaue jede Woche auf das, was die Borussia macht. Ich war zwar nicht sehr lange da, aber die Zeit, die ich da war, war sehr  intensiv und mit sehr viel Herz«, schaut Luhukay immer wieder gerne zurück. »Dafür war die Zeit für mich auch zu schön, um das anders darzustellen. Ich habe die Zeit genossen und werde die Borussia auch in Zukunft verfolgen. Für mich bleibt Gladbach ein fantastischer Verein mit tollen Fans«.

So wird der FCA-Coach in der Rückrunde auch, wie der VfL die schwierige sportliche Situation meistern wird.  »Sie müssen als Kollektiv gemeinsam versuchen, die Kurve zu bekommen. Wenn sie das gemeinsam schaffen, dann haben sie absolut die Chance, sich von da unten zu bereifen. Es wird sicher keine einfache Aufgabe, das ist ganz klar. Wichtig ist, dass Borussia in die Rückrunde gut und mit einem Erfolgserlebnis, was sie in der letzen Zeit natürlich vermisst haben, startet. Wenn du zu Beginn ein Erfolgserlebnis hast, dann hast du als Mannschaft auch wieder etwas mehr Selbstvertrauen und den Glauben an sich. Das braucht die Mannschaft«, sieht der 47-Jährige die Borussen nicht chancenlos und fügt hinzu: »Ich glaube, dass die Qualität da ist. Sie hatten viele Probleme, aber die hatten andere Mannschaften auch. Ich würde mir wünschen, dass sie in der 1.Liga bleiben, weil sie da einfach hingehören«.

Jan-Ingwer Callsen-Bracker bleibt an der Stelle für die neue sportliche Aufgabe ein gutes Gelingen und für den privaten Weg alles erdenklich Gute zu wünschen.


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