FIFA-WM Südafrika - Gruppe C, 3.Spieltag: USA vs. Algerien 1:0 (0:0)
Im letzten Spiel der Vorrundengruppe C trafen bei der WM in Südafrika die beiden Spieler von Borussia Mönchengladbach, Michael Bradley mit den USA und Karim Matmour mit Algerien im direkten Duell aufeinander. In dem hochklassigen und spannenden Spiel gingen die USA in buchstäblich letzter Sekunde als 1:0-Sieger vom Platz und ziehen somit als Gruppensieger in das Achtelfinale ein. Der Ex-Bundesligaprofi Landon Donovan sorgte in der Nachspielzeit für den Siegtreffer.
Die 35.000 Zuschauer im Stadion Loftus Versfeld zu Pretoria mussten in der lebhaften Anfangsphase nicht lange warten, ehe sich die erste Torgelegenheit ergab. Diese war Algerien bereits nach achtzehn Sekunden vorbehalten. Karim Matmour, der in diesem Spiel an der Seite des Wolfsburger Karim Ziani im rechten Mittelfeld agierte, setzte seine Volleyabnahme etwas zwanzig Metern jedoch weit neben das Tor (01.).
Weiterhin waren es die in der Anfangsphase agilen und spielbestimmenden Nordafrikaner, die mit Offensivdrang ausgestattet zu Torgelegenheiten kamen. So auch in der 6. Minute, als Rafik Djebbour seinen strammen Schuss auf Höhe der Strafraumgrenze an den Querbalken donnerte.
Nahezu im Gegenzug die erste gute Möglichkeit für die USA, bei denen Borusse Michael Bradley erneut als Schaltzentrale im defensiven Mittelfeld agierte und sich das ein und andere Mal gefährlich nach vorne einschaltete. Der algerische Torhüter Rais M’Bohli parierte den Schuss von Herculez Gomez (06.).
Drei Minuten später war der Stürmer von AEK Athen erneut zur Stelle, doch sein Schuss aus halblinker Position ging doch einige Meter am Tor vorbei (09.). Während der insgesamt mehr als gefällige und auffällige Karim Matmour in Minute 11 für einen nichts einbringenden Eckstoß für Algerien sorgte, so zappelte das Leder nach zwanzig Minuten erstmals im Netz.
Clint Dempsey drückte einen Rebound aus kurzer Distanz über die Linie, doch der Treffer fand aufgrund einer vermeintlichen Abseitsstellung keine Anerkennung, was sich jedoch als Fehlentscheidung herauskristallisieren sollte (20.).
In der Folgezeit übernahmen die US-Boys das Geschehen in Pretoria und kreierten sich nun klare Torchancen, um in Führung zu gehen. Allen voran Clint Dempsey, der zunächst mit seinem Kopfball Madjid Bougherra anköpfte (33.), ehe der Profi vom FC Fulham drei Minuten später am algerischen Torhüter M’Bohli scheiterte (36.).
Nur eine Minute später die nächste gute Gelegenheit für die nun spielbestimmenden US-Amerikaner. Unter den Augen von Ex-Präsident Bill Clinton war es Jozy Altidore, der ein vorheriges Zuspiel von Michael Bradley und Landon Donovan aus kurzer Distanz nicht im Tor unterbringen konnte (37.).
Es war ein tolles Fußballspiel, bei dem sich Algerien trotz des Drucks der USA nicht versteckte. Sieben Minuten vor dem Pausenpfiff war es der Gladbacher Karim Matmour, der seinen Schuss aus der zweiten Reihe lediglich weit über das Tor drosch (38.). Kurz vor der Pause versuchte sich Karim Ziani mit einem Distanzschuss, doch das Leder verpasste das rechte Toreck nur um Zentimeter (43.).
So ging es nach hochklassigen 45 Minuten, bei denen die USA nach anfänglichen Schwierigkeiten das Spiel im Griff und die klareren Torchancen hatten, mit einem torlosen Unentschieden in die Kabinen.
Während USA-Coach Bob Bradley zum zweiten Durchgang Benny Feilhaber für Herculez Gomez brachte, so betrat Algerien unverändert das Spielfeld. Borusse Karim Matmour agierte nun offensiver und rückte ins Sturmzentrum.
Im Gegensatz zum ersten Durchgang hatte das Spiel nun einen eher verhaltenen Beginn. Aufgrund der Führung der Engländer mussten beide Mannschaften gewinnen, doch Torchancen blieben zunächst Mangelware. Die erste hochkarätige Torchance war der USA vorbehalten. Clint Dempsey hätte die Stars & Tripes zwar in Führung bringen können, ja wenn nicht müssen, doch der US-Boy setzte seinen gefühlvollen Schlenzer aus vierzehn Metern zunächst an den rechten Pfosten, ehe er seinen Rebound weit über das Tor drosch (57.).
In dem weiterhin spannenden Spiel mussten beide Mannschaften kommen, um die Chance auf das Achtelfinale zu wahren. Zunächst erhöhte die USA die Schlagzahl und kam so zu weiteren klaren Gelegenheiten. So auch in Minute 67, doch der zuvor eingewechselte Edson Buddle scheiterte mit seinem Kopfball am starken algerischen Torhüter M’Bohli. Nahezu unglaublich, welche klare Torchancen die US-Boys ungenutzt ließen.
Eine Minute später war es auf Seiten der Algerier Karim Ziani, dessen Schuss jedoch das Ziel verfehlte (68.). Es sollte die letzte Aktion des Mannes vom VFL Wolfsburg sein. In der Schlussviertelstunde war es die USA, die nun wieder zielstrebiger agierten und den Zug vor das Tor der Algerier suchten.
Dabei war es zweimal der allerdings im zweiten Durchgang nicht mehr so auffällige Michael Bradley, der zu Abschlüssen kam. Zunächst köpfte er das Spielgerät nach Freistoß von Landon Donovan aus etwa vierzehn Metern über das Tor (75.), ehe der 22-jährige mit seinem wuchtigen direkt ausgeführten Freistoß in Rais M’Bohli seinen Meister fand (78.).
Nur ein Sieg konnte beiden Mannschaften weiterhelfen, doch gerade in der Schlussphase taten beide Mannschaften dafür zu wenig. Den USA reichte gar lediglich ein Tor, um das Achtelfinale zu erreichen. Da sich das Geschehen eher zwischen beiden Strafräumen abspielte, blieben nennenswerte Torraumsezen Mangelware. Nach 86 Minuten war das Unternehmen WM für Karim Matmour beendet, der im zweiten Durchgang eher abgetaucht war.
Es roch nach einem Ausscheiden beider Mannschaften aus, doch in der zweiten Minute der Nachspielzeit sorgte der Ex-Bundesligaprofi Landon Donovan für den vielumjubelten 1:0-Sieg der USA, die somit völlig verdient und zu Recht in das Achtelfinale einziehen. »Es ist ein sehr emotionaler Moment und wir sind aus dem Häuschen. Die Jungs haben in dieses Spiel sehr viel investiert, haben sich nicht hängen lassen und haben um das Tor, was wir brauchten, gefightet. Wir sind total stolz, dass wir das Achtelfinale erreicht haben«, so US-Coach Bob Bradley nach dem Spiel.
Während Karim Matmour und Algerien die Heimreise antreten können, so treffen die USA in der Runde der letzten sechzehn am kommenden Samstag um 20:30 Uhr in Rustenburg auf den Sieger der deutschen Gruppe D.
Die Kurzstatistik zum Spiel:
USA: Howard - Cherundolo, DeMerit, Bornstein (81. Beasley), Bocanegra - Bradley, Edu (64. Buddle) - Donovan, Dempsey - Altidore, Gomez (46. Feilhaber)
Algerien: M’Bohli - Bougherra, Halliche, Yahia - Yebda, Lacen - Kadir, Belhadj – Matmour (86. Saifi), Ziani (70. Guedioura) - Djebbour (67. Ghezzal)
Tore: 1:0 Donovan (90.+2)
Gelbe Karten: Altidore / Yebda, Yahia, Lacen
Gelb-rote Karte: Yahia
Bes. Vorkommnisse: keine
Schiedsrichter: Frank de Bleeckere (Belgien)





