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HomeAbseitsSaison 2010 / 2011WM 2010: Michael Bradley und die USA mit Remis zum Auftakt

WM 2010: Michael Bradley und die USA mit Remis zum Auftakt

FIFA-WM Südafrika -  Gruppe C, 1.Spieltag: England vs. USA 1:1 (1:1)

Beim ersten Spiel der Gruppe C England gegen USA war es Michael Bradley, der als erster von zwei Spielern von Borussia Mönchengladbach der bei der laufenden FIFA-Weltmeisterschaft in Südafrika in das Geschehen eingriff.  Der US-Amerikaner lief bei seiner ersten WM und in seinem 42. Länderspiel mit der Rückennummer vier spielend von Beginn auf und verhalf den USA mit einer ordentlichen Leistung zum doch überraschenden 1:1-Unentschieden gegen Topfavorit England. Steven Gerrard brachte die ‚Three Lions‘ vor 42.000 Zuschauern in Rustenburg zunächst in Führung, ehe der US-Amerikaner Clint Dembsey für den Ausgleichstreffer sorgte. Michael Bradley zeigte sich nach dem Spiel zufrieden.

Im kleinsten aller WM-Stadien Royal Bafokeng brauchte es gerade einmal vier Minuten, ehe die 30.000 Zuschauer den ersten Treffer bejubeln konnten. Dieser war den Engländern  vorbehalten, die erstmals seit 1950 wieder bei einer WM auf die US-Amerikaner trafen.

Nach einem Einwurf gelang der Ball zu Emile Heskey. Der Stürmer von Aston Villa setzte den Liverpooler Steven Gerrard vom FC Liverpool im Strafraum in Szene setzte. Dieser setzte sich gegen zwei US-Amerikaner durch und vollendete ins linke untere Eck zur frühen 1:0-Führung für die ‚Three Lions‘.

In der Folgezeit verflachte die Partie etwas. Während die Truppe von Trainer Fabio Capello  die frühe Führung weitestgehend zu verwalten suchte, so war Borusse Michael Bradley mit den USA um Offensive bemüht. Zwingende Torchancen gelang der Truppe von Coach Bob Bradley gegen die kompakt stehenden Engländer jedoch nicht.

Einzig Clint Dembsey vom FC Fulham hatte in der Anfangsviertelstunde die Möglichkeit, die USA in Führung zu bringen, doch der Kopfball des Mittelfeldspielers landete genau in den Armen vom englischen Torhüter Robert Green (11.). Nur eine Minute später konnten die Stars & Tripes drei Eckstöße in Folge nicht.

England agierte auch weiterhin zu statisch, tat insgesamt zu wenig und ließ im Offensivspiel zündelnde Ideen und Durchschlagskraft vermissen. Zwingende Torchancen ergaben sich demzufolge nicht. Anders hingegen die USA, die mit zunehmenden Spielverlauf besser in die Partie kam, mutiger agierte und so zu Möglichkeiten kam. So auch in Minute 19, als Jozy Altidore seinen Kopfball nach einer Maßflanke von Landon Donovan nicht im Tor unter bringen kann.

Auch acht Minuten später sollte ein Kopfball nicht im Tor landen. Oguchi Onyewu, der bekanntlich auch mal im Fokus der Borussia stand,  setzte das Spielgerät knapp neben das Tor (27.). England blieb weiter ohne Druck und brachte die gut organisierte Mannschaft der USA so nicht in große Verlegenheit.

Nennenswerte Torchancen sollte es weiterhin auf Seiten der USA geben. Jozy Altidore versuchte sich mit einem Distanzschuss aus etwa 25 Metern, bei dem Robert Green jedoch keine große Mühe hatte (33.). Sechs Minuten später setzte Landon Donovan seinen Schuss aus etwa sechzehn Metern nur wenige Meter neben den linken Pfosten (38.).

Längst wäre der Ausgleichstreffer für die Stars & Tripes verdient gewesen. Dieser sollte fünf Minuten später mit Unterstützung der ‚Three Lions‘ fallen. Clint Dembsey fasste sich aus etwa zwanzig Metern zwar ein Herz, hart und platziert war der Schuss jedoch nicht. Dennoch glitt der Ball dem englischen Keeper Green aus den Händen, sodass der Ball den Weg zum hochverdienten 1:1-Ausgleich für die USA in die Maschen fand (40.).

Mit diesem Ergebnis ging es nach 45 Minuten in die Kabine. Borusse Michael Bradley spielte im Mittelfeld überwiegend eine defensive Rolle, fungierte jedoch auch als Verbindungsmann zwischen Mittelfeld sowie Sturm und leistete dabei viel Laufarbeit, blieb bei seinem ersten WM-Auftritt in der ersten Hälfte jedoch eher unauffällig. Während Bob Bradley seine Mannschaft unverändert auf den Rasen schickte, so nahm Fabio Capello einen Wechsel vor.

Wenngleich sich die Partie nun offener gestaltete, so zeigte sich England gerade in den Anfangsminuten nun zielstrebiger und offensiver. Folgerichtig gehörte die ersten ‚echte‘ Gelegenheit den ‚Three Lions‘. Emile Heskey zog im Strafraum freistehend ab, scheiterte jedoch an Torhüter Tim Howard, der mit einem starken Reflex das 1:1 festhielt (52.).

Titelfavorit England strahlte insgesamt zu wenig Gefahr aus und brachte die gut organisierte USA so wenig in Verlegenheit. Nach gut einer Stunde versuchte sich Frank Lampard mit einem Distanzschuss, fand jedoch abermals in dem starken USA-Torhüter Tim Howard seinen Meister (63.).

Zwei Minuten später hatte Jozy Altidore die Führung für die USA auf dem Fuß, doch der 20-jährige hatte Pech, als Robert Green das Spielgerät aus kurzer Distanz an den Pfosten lenkte (65.). Michael Bradley zeigte sich im zweiten Durchgang weiter höhst engagiert und kämpferisch, konnte jedoch offensiv wenig Akzente setzten. Dennoch bot der 22-jährige Gladbacher eine ordentliche Leistung.

England konnte weiterhin kein Offensivfeuerwerk abbrennen und tat sich gegen die nach wie vor gut organisierten US-Amerikaner schwer. Zwingende Torchancen ergaben sich somit für einen möglichen Achtelfinalgegner der DFB-Auswahl weiterhin nicht, wenngleich die Truppe von Fabio Capello nun mehr Druck auszuüben versuchte.

Alles in Allem muss der deutschen Mannschaft nach diesem ersten Auftritt von Topfavorit England nicht Angst und Bange werden. Die USA, ebenso möglicher Achtelfinalgegner der deutschen Mannschaft, bot eine ansprechende sowie geschlossene Mannschaftsleistung und hatte so das verdiente 1:1-Unentschieden auch in der spannenden Schlussphase mit einer guten sowie cleveren Leistung festgehalten.

»Wenn du so früh 1:0 hinten liegst, dich dann zurück kämpfst und noch zum Ausgleich kommst, dann ist das schon in Ordnung und man kann zufrieden sein. Wir waren alle auf dem Punkt präzise da und haben gut gespielt. Wir wollten den Engländern den Stecker rausziehen und sie aus dem Spiel nehmen. Das haben wir gut gemacht. Wir wollten aus dem ersten Spiel etwas mitnehmen und das haben wir geschafft«, so Michael Bradley nach dem Spiel.

Während England im zweiten Gruppenspiel am kommenden Freitag, 19.06. gegen Algerien mit Karim Matmour wohl mehr zeigen muss, so tritt Michael Bradley mit der USA am gleichen Tag um 16:00 Uhr (live im ZDF) gegen Slowenien an.

Die Kurzstatistik zum Spiel:

England: Green - G. Johnson, King (46. Carragher), Terry, A. Cole - Lampard, Gerrard - Lennon, Milner (31. Wright-Phillips) - Hesky (78. Crouch), Rooney

USA: Howard - Cherundolo, DeMerit, Onyewu, Bocanegra - Bradley, Clark - Dempsey, Donovan - Altidore (86. Holden), Findley (77. Buddle)

Tore: 1:0 Gerrard (04.), 1:1 Dembsey (40.)

Gelbe Karten: Milner, Carragher, Gerrard / Cherundolo, DeMerit, Findley

Bes. Vorkommnisse: keine

Schiedsrichter: Carlos Eugenio Simon (Brasilien)


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