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HomeAbseitsSaison 2010 / 2011ARAG World Team Cup 2010: DTB-Team sorgt für versöhnlichen Abschluss

ARAG World Team Cup 2010: DTB-Team sorgt für versöhnlichen Abschluss

6.Tag, 3.Gruppenspiel: Deutschland vs. Serbien 2:1 (1:0)

Zum Abschluss der 33. ATP-Mannschafts-Weltmeisterschaft im Düsseldorfer Rochusclub hat die deutsche Mannschaft um Teamchef Patrick Kühnen den ersten Sieg eingefahren und verabschiedet sich somit im Endklassement der ‚Blauen Gruppe‘ als Tabellendritter zu den ab kommenden Sonntag beginnenden French Open in Paris. Nachdem Philipp Kohlschreiber mit seinem gestrigen Sieg gegen Viktor Troicki für die 1:0-Führung gegen Titelverteidiger Serbien sorgte, so brachte Andreas Beck seine Mannschaft mit dem verdienten 7:5 und 6:4-Sieg gegen Filip Krajinović uneinholbar mit 2:0 in Front. Das abschließende Doppel verhalf den Serben lediglich zum 2:1.

Zwei Tage nach seiner Drei-Satz-Niederlage gegen den Argentinier Eduardo Schwank zeigte sich der aktuelle 81. Der ATP-Weltrangliste stark verbessert und hochmotiviert. Besonders bei eigenem Aufschlag wusste der 24-jährige zu überzeugen. »Tendenziell war eine Steigerung da«, befand Beck. Allzu leicht machte es Filip Krajinović dem deutschen Linkshänder beim ersten Aufeinandertreffen der Kontrahenten dennoch nicht.

Der unbekümmert und offensiv spielende 18-jährige, der aus der Tennisschule von Nick Bollettieri stammt, zeigte eine mehr als ansprechende Leistung. »Ich kannte ihn vorher nicht und habe gehört, dass er ein großes Talent sein soll. Das ist er auch, muss man ganz klar sagen. Er hat sehr gut gespielt«, lobte Beck den derzeitigen 209. der ATP-Weltrangliste.

In der Tat hatte der Youngster aus Serbien gut gespielt und wusste Beck so im sechsten Spiel des ersten Satzes den Aufschlag abzunehmen. Doch der Fan des VFB Stuttgart steckte nie auf, wusste sich zu motivieren und schlug im elften Spiel mit einem Break, was die zu 6:5-Führung zur Folge hatte, zurück. Insgesamt ließ Andreas Beck gerade bei eigenem Aufschlag nicht viel anbrennen und nahm dem Serben zudem zweimal den Aufschlag ab.

So hatte der sechs Jahre ältere Deutsche auch im zwölften Spiel bei eigenem Aufschlag wenig Mühe, und verwandelte bei einer 40:0-Führung den ersten Satzball nach 38 interessanten und umkämpften Minuten mit einem Ass zum 7:5-Satzgewinn.

Auch im zweiten Satz blieb die Partie auf einem guten und Niveau. Bereits in dem elf Minuten dauernden ersten Spiel hatte Beck drei Break-Bälle, konnte diese jedoch nicht nutzen. Auch in der Folgezeit blieb es spannend und Beck wurde mutiger. Mit immer wiederkehrenden »Come on« Anfeuerungen pushte sich der Linkshänder nach vorne.

Konnte der Deutsche die Break-Bälle im ersten Spiel des zweiten Satzes nicht nutzen, so gelang ihm dies im siebten Spiel. Beim Stande von 15:40 aus Sicht von Krajinović schlug Beck zu, erzielte ein Break und brachte sich mit 4:3 in Front. Der 24-jährige präsentierte sich in der Folgezeit in den entscheidenden Momenten konsequenter, hochmotiviert und zeigte Kämpferherz.

So auch im zehnten Spiel des Satzes, als er beim Stande von 5:4 und erneuten Vorteil den vierten Matchball nutzte, diesen Satz mit 6:4 und somit die Partie nach einer Stunde und 27 Minuten für sich und die deutsche Mannschaft entschied. »Es war ein enges Match und ein harter Fight. Aus meiner Sicht habe ich die Leistung gezeigt, die ich haben wollte. Ich habe konstant und aggressiv gespielt und versucht, weniger Fehler zu machen. Es war eigentlich eine gute und konstante Leistung«, analysierte Beck, der bei den French Open auf den Italiener Paolo Lorenzi, 95. der ATP-Weltrangliste trifft.

»Natürlich fährt man mit gemischten Gefühlen nach Paris, denn wir wollten in Düsseldorf unbedingt ins Endspiel kommen, was wir nicht geschafft haben. Für mich persönlich waren es drei gute Matches, auch wenn ich lieber alle drei gewonnen hätte. Für mich ist das Los eigentlich okay. Ich habe gegen Paolo schon gespielt. Er ist ohne Frage ein unangenehmer Gegner. Ich versuche, so wie heute weiterzuspielen und dann schauen wir mal, was dabei rauskommt«, richtete Beck seine Blicke auf die French Open.

Beim für den Ausgang der Begegnung irrelevanten abschließenden Doppel standen sich das deutsche Duo Andreas Beck und Florian Mayer sowie die serbischen Vertreter Filip Krajinović und Nenad Zimonjić gegenüber. Allen voran war es der gebürtige Belgrader Zimonjć, aktuell 3. der ATP-Doppel-Weltrangliste, der großen Anteil am 6:3 und 7:6-Erfolg der Serben hatte.

»Es muss natürlich viel zusammen kommen, um hier in das Finale zu kommen. Das hat man auch in den vergangenen Jahren gesehen. Im letzten Jahr haben wir im Doppel auch einige Matches im Champions-Tie-Break gewinnen können. Dieses Jahr war das Glück vielleicht nicht ganz auf unserer Seite. Natürlich würden wir lieber Samstag auf den Platz gehen, als jetzt schon nach Paris zum nächsten Turnier zu reisen. Es macht uns aber immer riesigen Spaß in Düsseldorf. Es ist ein besonderes Turnier mit Heimspielcharakter. Neben dem Davis-Cup können wir uns als Nationalmannschaft nochmals präsentieren. Ich freue mich schon jetzt auf fas nächste Jahr. Wir kommen gerne wieder«, resümierte Teamchef Patrick Kühnen die Woche im Rochusclub.

Während sich das deutsche Team somit mit einem Sieg vom ARAG World Team Cup verabschiedet, so ermitteln Argentinien und die USA im morgigen Endspiel (ab 12:00 Uhr, Center Court 1) den Nachfolger von Vorjahressieger Serbien.


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