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HomeAbseitsSaison 2010 / 2011ARAG World Team Cup 2010: Philipp Kohlschreiber sorgt für Führung gegen Serbien

ARAG World Team Cup 2010: Philipp Kohlschreiber sorgt für Führung gegen Serbien

5.Tag, 3.Gruppenspiel: Deutschland vs. Serbien 1:0

Eine Finalteilnahme ist bei der 33. ATP-Mannschafts-Weltmeisterschaft für die deutsche Mannschaft nach zuvor zwei Niederlagen zwar nicht mehr möglich, dafür jedoch noch ein versöhnlicher Abschluss. Platz drei in der ‚Blauen Gruppe‘ ist das erklärte Ziel der deutschen Auswahl, die die dazu den ersten Schritt gemacht hat. Zum Auftakt der letzten Gruppenbegegnung besiegte Philipp Kohlschreiber den Serben Viktor Troicki nach einer spannenden Partie mit 7:6 und 6:4 und bringt Deutschland somit nach dem ersten Einzel gegen Titelverteidiger Serbien mit 1:0 in Führung.

Der sportlichen Konstellation in dieser Gruppe war es geschuldet, dass sich beide Mannschaften auf dem kleineren Center Court 2 gegenüberstehen. Schließlich geht es in dieser Begegnung um nichts mehr, sodass die Zuschauer auf dem Center Court 1 in den Genuss kamen und auch noch kommen die Partien zu sehen, in denen es um die Finalteilnahme beim ARAG World Team Cup geht. »Ich finde, dass die anderen Teams, die um die um das Finale spielen, es verdient haben, auf Center Court 1 zu spielen«, geht auch Philipp Kohlschreiber mit dieser Entscheidung d‘accord.

So bekam es der 27-jährige in dieser Woche also erstmals mit Center Court 2 zu tun. Bauschmerzen hatte er dabei weder vor, während noch nach dem Match. »Ich finde diesen Platz sehr schön zu spielen. Es ist einfach enger gestaffelt. Auch wenn nicht ganz so viele Leute da sind, wirkt er dennoch voll. Ich fand es sehr nett, dort zu spielen. Ich mache mir da aber auch nicht viele Gedanken, ob ich nun auf Platz eins oder zwei spiele. Mir ist das schnuppe«.

»Es ist wichtig, dass wir uns noch mal als Team gut präsentieren. Wir wollen alle noch das Maximum rausholen und uns mit einem Sieg von Düsseldorf verabschieden. Dafür werden wir alles tun«, sagte Kohlschreiber nach dem Match. Das Maximum holte auch Philipp Kohlschreiber in dem Match gegen Viktor Troicki aus sich heraus.

Der Deutsche zeigt weiter ansteigende Form und konnte so den offenen und unterhaltsamen ersten Satz nach 57 Minuten mit 7:6 für sich entscheiden. In dem offenen Schlagabtausch musste Philipp Kohlschreiber zwar im vierten Spiel des ersten Satzes seinen Aufschlag abgeben, schlug jedoch postwendend mit dem Re-Break zurück.

Bei diesem Re-Break kam Kohlschreiber wohl auch eine ‚Verunsicherung‘ von Viktor Troicki zu Gute. Der 24-jährige regte sich nach einem Ballwechsel darüber auf, dass die Türe des Center Courts aufflog, was den Serben kurzzeitig aus dem Konzept gebracht und zu heftigen Diskussionen mit dem Schiedsrichter geführt hatte. In der Folgezeit brachten beide Kontrahenten ihre Aufschlagspiele, wenn auch mit Schwierigkeiten durch, sodass der Tie-Break über den Gewinn des Satzes entscheiden musste.

Zuvor hatte Kohlschreiber bei eigenem Aufschlag und beim Stande von 4:5 einen Satzball für den Serben abgewehrt. Auch ein Indiz für die ansteigende Formkurve des Augsburgers war an diesem Tage die Körpersprache. Mit immer wiederkehrenden Anfeuerungsrufen, wie »Come on«, motivierte und pushte sich der aktuelle 35. der ATP-Weltrangliste nach vorne. Dabei konnten ihn auch zwei Schlägerwechsel, die Besaitung war gerissen, nicht aus der Bahn werfen, wenngleich Kohlschreiber auch oftmals Returnfehler unterliefen.

Auch im Tie-Break war der Fan des FC Bayern München auf der Hut, machte nach 0:1-Rückstand gleich sieben Punkte am Stück und entschied somit den ersten Satz für sich. Im ersten Spiel zweiten Satzes ließ der 27-jährige seinem Temperament freien Lauf.  Nachdem er  nach mehrmaligem Vorteil das Spiel zum 0:1 abgeben musste, zerdepperte der Rechtshänder frustriert sein Racket auf der roten Asche. »Dass musste raus, denn das Spiel, in dem ich viele Chancen vergeben habe, hat weh getan. Ich bin eben ein impulsiver Mensch«, erklärte der Augsburger.

Emotional und gespickt mit Selbstvertrauen sowie Kampfeskraft brachte sich Kohlschreiber in den Satz zurück und nahm Viktor Troicki im sechsten Spiel den Aufschlag zum 3:3-Ausgleich ab. »Ich habe mich nicht hängen lassen und habe es weiter probiert. Der positive Effekt war dann auch, dass ich das Match einfach umgedreht habe«, freute sich Kohlschreiber.

In der Tat zeigte der in der Weltrangliste um fünf Plätze besser platzierte Deutsche weiterhin Biss und zwang dabei Viktor Troicki zu Fehlern. So nutzte Philipp Kohlschreiber im zehnten Spiel des zweiten Satzes bei Aufschlag des Serben den ersten Satzball und entschied den zweiten Durchgang mit 6:4 und das Match nach 1 Stunde und 52 Minuten für sich.

»Ich freue mich, dass ich gewonnen habe, weil es einfach einen positiven Hintergrund hat. Ich war zweimal ein Break hinten, bin zurückgekommen und habe das Match umgebogen. Das zwar nicht mit einer Top-Leistung, aber mit einer sehr guten Leistung. Darauf kann man aufbauen. Ich glaube, dass ich mich habe steigern können und ich fühle mich für die French Open in einer guten Verfassung«, freute sich Kohlschreiber.

Für die French Open, die bereits am kommenden Sonntag im Stadion Roland Garros in Paris erhofft sich Kohlschreiber einen langen Aufenthalt. »Ich bin weit davon weg zu spekulieren. Ich bin auf einem guten Weg, besser Tennis zu spielen und freue mich, dass ich hier jetzt zwei Siege erringen konnte. Ich muss jetzt weiter viel mit mir arbeiten, dass es spielerisch noch besser wird. Sicherlich möchte ich nicht die ersten zwei Runden verlieren und ich hoffe, dass ich weit komme«.

Im zweiten Einzel der Begegnung zwischen Deutschland und Serbien stehen sich ab morgen 13:00 Uhr auf dem Center Court 2 im zweiten Einzel Andreas Beck und Filip Krajinović gegenüber. Wer das abschließende Doppel bestreitet, ist aktuell noch nicht bekannt.


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