4.Tag, 2.Gruppenspiel: Deutschland vs. Argentinien 0:2 (1:0)
Für die deutsche Mannschaft ist der Traum, bei der 33. ATP-Mannschafts-Weltmeisterschaft um den ARAG World Team Cup zum zweiten Mal in Folge in das Finale einzuziehen und so um den Mannschafts-Weltmeistertitel zu spielen, vorzeitig ausgeträumt. Nachdem Philipp Kohlschreiber in der vorletzen Gruppenbegegnung gegen Argentinien im ersten Einzel zunächst für die 1:0-Führung sorgte, so mussten sich heute im zweiten Einzel Andreas Beck (6:7, 6:2, 3:6) und im abschließenden Doppel Philipp Kohlschreiber und Christopher Kas (2:6, 3:6) den ‚Gauchos‘ geschlagen geben. Deutschland verliert die Partie somit mit 1:2.
Dabei hätte es nach dem zweiten Einzel durchaus 2:0 für die deutsche Mannschaft stehen können, wenn nicht gar müssen, denn Andreas Beck hatte in seinem Einzel gegen Eduardo Schwank gute Möglichkeiten, das Match zu seinen Gunsten zu entscheiden. »Es war ein durchwachsenes Spiel mit guten und schlechten Phasen«, erklärte Beck.
Besonders im ersten Satz verspielte der Fan des VFB Stuttgart eine hervorragende Ausgangsposition. Beide Kontrahenten fanden zunächst gerade im Bezug auf die Aufschlagspiele schwer in die Partie. Nach dem der Argentinier Schwenk dem Deutschen zunächst den ersten Service abnahm, so schlug Beck mit dem Re-Break zum 1:1-Ausgleich zurück.
In der Folgezeit bestimmte Beck das Spielgeschehen auf der roten Asche, brachte seine Aufschlagspiele sicher durch, und nahm dem Argentinier zudem im sechsten Spiel des ersten Satzes zum zweiten Mal den Aufschlag ab. So brachte sich der aktuelle Weltranglisten-80. schnell auf 5:2 in Führung. Ein Vorsprung, der jedoch nicht reichen sollte, denn Beck verlor nun völlig den Faden und konnte im achten Spiel bei Aufschlag von Eduardo Schwank zwei Satzbälle nicht nutzen.
So kam es, wie es kommen musste. Der Linkshänder servierte im Anschluss zum Satzgewinn, zeigte jedoch Nerven und gab das Spiel an den Argentinier zum 4:5 ab. Im weiteren Verlauf fing sich Beck wieder, sodass beim Stande von 6:6 der Tie-Break entscheiden musste.
Hier zeigte die Kurve bei dem Deutschen wieder nach unten, denn Eduardo Schwank entschied den Tie-Break und den ersten Satz nach 60 aufreibenden Minuten mit 6:7 für sich. »Über den ersten Satz brauchen wir nicht sprechen. Da kann man schon sagen, dass der verschenkt ist«, brachte es der Deutsche nach dem Match auf den Punkt.
Im zweiten Satz zeigte Andreas Beck wieder, wozu er im Stande ist. Starke Returns mit der Vorhand und druckvolles Spiel von der Grundlinie brachten den offensichtlich vom Satzverlust nicht beeindruckten Deutschen wieder in die Spur. So nahm er dem argentinischen Rechtshänder zweimal den Aufschlag ab und sorgte so nach 36 Minuten mit 6:2 für den verdienten Satzausgleich.
Somit musste der dritte Satz die Entscheidung über Sieg und Niederlage bringen. Hier sollte der Gaucho das bessere Ende haben. Andreas Beck leistete sich zu viele vermeidbare Fehler und zeigte erneut Nerven. Nachdem Schwank seinen ersten Service sicher nutzen konnte, gelang dem Argentinier im Anschluss ein Break. Der Gaucho lag so rasch mit 3:0 in Führung. »Das war ein blödes Aufschlagspiel, ein blödes Break«, sagte Beck.
Andreas Beck, der zuvor monatelang aufgrund von Schmerzen im linken Arm pausieren musste, kam in der Folgezeit nicht mehr heran, verlor erneut seine Linie, und musste sich so im dritten Satz mit 3:6 geschlagen geben. Eduardo Schwank servierte beim Stande von 5:3 zum Match und endschied dieses mit dem ersten Matchball nach zwei Stunden und fünfzehn Minuten mit 6:7, 6:2 und 3:6 für sich und Argentinien, die damit nach den Einzeln zum 1:1 ausgleichen konnten.
»Es war meine Taktik, an der Linie zu stehen. Manchmal ist diese aufgegangen und manchmal ist sie schief gegangen. Es ist einfach die Konstanz, die noch fehlt. Ich brauche halt einfach noch so ein bisschen Zeit, um wieder in den Rhythmus zu kommen, den ich letztes Jahr hatte. Das heißt Matches spielen. So muss ich mich dann halt auch wieder in die Matches reinbeißen. Jeder Spieler und Sportler braucht seine Zeit, um nach einer Verletzungspause wieder in den Rhythmus reinzukommen. Ich tue alles dafür und trainiere jeden Tag fleißig«, so Beck nach der Partie.
So musste also das abschießende Doppel für die Entscheidung sorgen. Hier standen sich das deutsche Duo Philipp Kohlschreiber und Christopher Kas sowie die Argentinier Juan Monaco und Horacio Zeballos gegenüber. Doch das deutsche Doppel hatte nicht den Hauch einer Chance und musste sich am Ende verdient mit 2:6 und 3:6 geschlagen geben.
Während Philipp Kohlschreiber weiter ansteigende Form und Selbstvertrauen zeigte, so war es gerade Doppelspezialist Christopher Kas, dem an diesem Tage nahezu gar nichts gelang. So wurde der 29-jährige im ersten Satz bei beiden Seiner Aufschläge gebreakt, was im achten Spiel des ersten Satzes den 2:6 Satzverlust zur Folge hatte. »Die Bälle, die ich heute sauber auf dem Schläger hatte, konnte man wohl an einer Hand abzählen. Besonders mit meinem Aufschlag hatte ich riesige Probleme. Das Timing hat überhaupt nicht gepasst«, war Kas nach dem Match restlos bedient.
Der zweite Satz sollte mit einer 2:0-Führung zwar recht vielversprechend beginnen, doch es schlichen sich erneut Fehler ein, die das deutsche Doppel zum 3:6 Satzverlust und somit auf die Verliererstraße brachten. »Es lief einfach rein gar nichts zusammen. Der Sieg war heute ganz weit weg«, gab ein enttäuschter Philipp Kohlschreiber zu Protokoll.
Mit der erneuten 1:2-Niederlage kann Deutschland das Finale des ARAG World Team Cup 2010 nicht mehr erreichen. Die abschießende Begegnung in der ‚Blauen Gruppe‘ gegen Titelverteidiger Serbien hat demnach nur noch statistischen Wert. »Es ist enttäuschend, dass wir so früh raus sind«, bekannte Teamchef Patrick Kühnen.
Zum Auftakt der Neuauflage des Endspiels vom vergangenen Jahr trifft Philipp Kohlschreiber am morgigen Donnerstag ab 13:00 Uhr auf dem Center Court 2 im ersten Einzel auf Viktor Troicki. Das zweite Einzel sowie das Doppel gehen zum Abschluss der Vorrunde am Freitag über die Bühne.






