2.Tag, 1.Gruppenspiel: Deutsches Doppel unterliegt Frankreich in drei Sätzen
Zum Abschluss der Begegnung zwischen Deutschland und Frankreich unterlag das deutsche Doppel um Philipp Kohlschreiber und Christopher Kas dem französischen Duo Jeremy Chardy und Nicolas Mahut in drei Sätzen und hat somit die Auftaktpartie bei der 33. ATP-Mannschafts-Weltmeisterschaft um den ARAG World Team Cup mit 1:2 verloren. Somit konnte der Erfolg aus dem Vorjahr nicht wiederholt werden.
Auch im endscheidenden Doppel vertraute Teamchef Patrick Kühnen seinem derzeit in der ATP-Weltrangliste bestplatziertesten Einzelspieler, Philipp Kohlschreiber, obwohl der 27-jährige derzeit weit von seiner Bestform entfernt ist. Dennoch zeigt das deutsche Team großen Zusammenhalt und setzt auf den derzeitigen 35. der ATP-Weltrangliste. »Es haben alle gesagt, ich soll spielen«, so Kohlschreiber nach dem Doppel.
Dieses ging nach 80 Minuten an die Franzosen, die bedingt durch eine Knieblessur von Jeremy Chardy lediglich im zweiten Satz ihre Mühe mit dem deutschen Duo und so mit 3:6 das Nachsehen hatten. Vor einer eher etwas spärlichen Kulisse auf dem Center Court 1 des Düsseldorfer Rochusclub zeigte das deutsche Doppel zwar von Beginn Kampfes- und Einsatzwillen, fand jedoch gegen die beiden starken Aufschläger keine Breakmöglichkeit.
Während Doppelspezialist Christopher Kas seine Aufschlagspiele allesamt recht souverän durchbrachte, so offenbarte Philipp Kohlschreiber auch an diesem Tage Schwächen bei seinem Service. Zudem zeigte sich der 27-jährige auch bei den Returns von der Grundlinie ebenso wenig sicher. Oftmals landete die gelbe Filzkugel im Netz.
So kam es, dass der gebürtige Augsburger seinen Aufschlag im sechsten Spiel des ersten Satzes abgeben musste. Bei Einstand (im Doppel entscheidet der nächste Punkt) unterlief Kohlschreiber ein Doppelfehler, der die Franzosen auf 2:4 davonziehen ließ. Christopher Kas brachte zwar sein Aufschlagspiel im achten Spiel durch und konnte so auf 3:5 verkürzen, doch an dem mehr als verdienten 3:6- Satzgewinn der Franzosen, für den der harte und souveräne Aufschläger Jeremy Chardy nach 34 Minuten sorgte, änderte auch das nichts.
Unter dem Strich agierten Kas und Kohleschrieber im ersten Satz zu mutlos und weniger zielstrebig. Dies sollte sich allerdings im zweiten Durchgang ändern, in dem Deutschland deutlich besser ins Spiel kam zu überzeugen wusste. Hier war es dann allen voran Kohlschreiber, der in seinem Spiel für mehr Sicherheit und für einige ‚Winner‘ sorgen konnte. So war es der 27-jährige, der dem Franzosen Nicolas Mahut im vierten Spiel beim Stande von 15:40 mit einem starken Return den Aufschlag abnahm und die deutsche Mannschaft mit 3:1 in Front brachte.
Ein Break, das Kohlschreiber und Kas, die ihre bis dato ersten Breakchancen überhaupt nutzen konnten, bis zum Ende des Satzes mitnahmen. Somit ging der 2. Satz nach 34 Minuten verdientermaßen mit 6:3 an das deutsche Duo. Somit musste der Champions-Tiebreak, der bis einer Punktzahl von zehn gespielt wird, die Entscheidung bringen.
In diesem sollten es wiederum die Franzosen sein, die das Heft in die Hand nahmen und das Kommando auf der roten Asche übernahmen. Das deutsche Doppel fand gegen die harten und platzierten Aufschläge der Franzosen einerseits keine Mittel und verlor aus der anderen Seite ihre Aufschlagspiele. Bei Aufschlag von Christopher Kas und beim Stande von 4:6 ging es in eine 40-minütige Regenunterbrechung.
Doch auch diese sollte dem insgesamt schwachen Auftritt des deutschen Doppels keinen Auftrieb geben. So dauerte das Spiel nach Wiederaufnahme lediglich drei Minuten, bis Frankreich den Tie-Break mit 5:10 und somit das Match für sich entschieden hatte. Zunächst verlor Christopher Kas seinen Service, ehe die Franzosen wie nahezu gewohnt ihre Aufschlagspiele durchbrachten.
Bezeichnend für die momentane Verfassung von Kohlschreiber, dass dieser das Match bei eigenem Aufschlag mit einem Doppelfehler beendete, obwohl im Vergeleich zum gestrigen Auftritt im Einzel eine Verbesserung zu erkennen war. »Ich habe alles gegeben. Schade, dass es nicht gereicht hat. Es war eine leichte Steigerung, aber immer noch nicht das Gelbe vom Ei. Ich bin immer noch nicht bei 100 Prozent. Es waren deutlich weniger Fehler als gegen Chardy, aber immer noch zu viele«, so der leicht konsternierte Augsburger nach dem Spiel.
»Wir sind natürlich sehr enttäuscht. Das Turnier ist nach dieser Niederlage aber noch nicht vorbei. Es ist noch alles drin«, schaut Christopher Kas zuversichtlich auf die kommenden Aufgaben.
In der zweiten Gruppenspiel der ‚Blauen Gruppe‘ trifft die deutsche Mannschaft, die bereits jetzt unter Zugzwang steht, ab morgen (13:00 Uhr, Center Court 1) auf Argentninen, dass in ihrer Auftaktbegegnung Titelverteidiger Serbien in die Schranken wies.






