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HomeAbseitsSaison 2011/2012Gal Alberman: »Habe bei den Relegationsspielen mitgefiebert«

Gal Alberman: »Habe bei den Relegationsspielen mitgefiebert«

Gal Alberman im Gespräch

Im vergangenen Sommer kehrte Gal Alberman der Gladbacher Borussia nach zwei Jahren den Rücken und wechselte neben Roberto Colautti nach Israel zu Maccabi Tel Aviv. Am letzten Freitag gab es ein Wiedersehen mit seinem ehemaligen Arbeitgeber, wenn auch lediglich mit der zweiten Mannschaft des VfL. Am Rande des Spiels im niederländischen Mierlo, bei dem der defensive Mittelfeldspieler ein Tor zum 3:0-Sieg seiner Mannschaft beisteuerte, sprachen wir mit dem 28-Jährigen.

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Gal Alberman spricht im Interview auch über seine Zeit beim VfL. Foto: Andreas Plum, Fohlen-Hautnah.de

Fohlen-Hautnah: Gal, ein 3:0-Sieg im Testspiel gegen die zweite Mannschaft von Borussia Mönchengladbach. Sowohl Roberto Colautti als auch du haben die Tore gemacht. Als wenn es im Drehbuch gestanden hätte ...

Gal Alberman: Ja, darin liegt wohl eine gewisse Ironie. Ich habe mich gefreut, gegen die jungen Gladbacher Spieler anzutreten. Einen Teil davon kannte ich ja. In der Mannschaft gibt es einige talentierte Spieler und ich wäre nicht überrascht, den einen oder anderen davon in zwei Jahren in der 1. Mannschaft wiederzufinden.

Fohlen-Hautnah: Ihr tretet auch in diesem Jahr in der Europa League- Qualifikation an. Dort trefft ihr in der zweiten Runde auf Xäzär Länkäran aus Aserbaidschan. Ein durchaus machbarer Gegner. Welche Chancen rechnet ihr euch generell aus?

Gal Alberman: Da wird es sicher schwer, zumal unsere Ausgangsposition nicht allzu gut ist. Um in die Gruppenphase zu kommen, müssen wir drei Qualifikationsrunden überstehen. Insofern schauen wir nicht allzu weit nach vorne, sondern konzentrieren uns auf das nächste Spiel, in dem wir auf Xäzär Länkäran treffen. Wir hoffen, dass wir das Spiel gewinnen, auch wenn es sicher kein leichtes Spiel wird.

Fohlen-Hautnah: Seit einem Jahr spielst du nun wieder in der Ligat ha'Al. Wie fällt dein Fazit deiner ersten Saison bei Maccabi aus?

Gal Alberman: Die erste Zeit gestaltete sich nicht leicht, was zum einen daran lag, dass der Transfer weniger schnell über die Bühne ging, als erwartet. Dadurch konnte ich erst später in die Vorbereitung einsteigen. Und dann war da eine neue Mannschaft, die lange brauchte, um zueinander zu finden und um guten Fußball zu spielen.

Derzeit läuft es jedoch sehr viel besser. Mir geht es momentan sehr gut. Wir haben jetzt viele junge Spieler, die mich als Führungsspieler akzeptieren und das bringt die Mannschaft insgesamt nach vorne.

Fohlen-Hautnah: Und auch in der israelischen Nationalmannschaft bist du zumindest nominell wieder vertreten ...

Gal Alberman: Ja. Ich habe es wieder in den Kader der Nationalmannschaft geschafft. Aber während ich verletzt war, haben sich andere Spieler den Platz erkämpft. Aus diesem Grund muss ich doppelt hart arbeiten, um eine neue Chance zu nutzen, den Stammplatz wieder zu erobern. Auf jeden Fall war ich während der letzten Spiele der Nationalmannschaft Teil des Kaders und das gibt mir die Hoffnung, eines Tages wieder in der Startelf zu stehen.

Fohlen-Hautnah: Die abgelaufene Saison ist sicherlich nicht so verlaufen, wie ihr euch das gewünscht habt. Und als Tabellendritter zwanzig Punkte hinter Maccabi Haifa war und ist sicherlich auch nicht der Anspruch von euch und Gönner Mitchel Goldhaar. Werden wir in der nächsten Saison ein runderneuertes Maccabi sehen?

Gal Alberman: In der letzten Saison gab es sehr viel Diskussionen um Maccabi Tel Aviv. Zurzeit sind wir sehr um Ruhe bemüht und konzentrieren uns auf das Wesentliche - durch harte Arbeit das Erreichen unserer Ziele zu gewährleisten.

Fohlen-Hautnah: Und welche genau?

Gal Alberman: Darüber wollen wir nicht sprechen. Wir wollen hart arbeiten und dann sehen, was möglich ist.

Fohlen-Hautnah: Sprechen wir mal über die Zeit bei der Borussia, die sicherlich für dich persönlich alles andere als erfolgreich war. Wie blickst du auf diese zurück?

Gal Alberman: Ja, einige Dinge haben nicht funktioniert, aber das ist für mich schon Vergangenheit, die Zeit vergeht schnell. Im Fußball hast du Phasen, in denen es gut läuft und du hast Phasen, in denen fast überhaupt nichts läuft. Alles in allem habe ich meine Zeit bei Borussia Mönchengladbach in guter Erinnerung, obwohl ich natürlich gerne mehr gespielt hätte.

Und ich hätte auch gerne mehr gegeben, aber das alles ist jetzt Vergangenheit. Jetzt bin ich bei einem Verein, bei dem es mir gut geht.

Fohlen-Hautnah: In der letzten Saison hat der VfL den Klassenerhalt im Nachsitzen geschafft. Ein Saisonverlauf, den man so nicht geahnt hatte. Roberto Colautti hat das Geschehen aus der Ferne verfolgt. Du auch?

Gal Alberman: Natürlich. Aber bei Mönchengladbach lassen sich die Dinge anscheinend nicht wirklich voraussagen. Waren wir der Meinung, dass wir gegen den Abstieg spielen würden, spielten wir eine vergleichsweise gute Saison. Dann aber kam eben das abgeschlossene Jahr... Wirklich schwer, das vorherzusehen - besonders in der Bundesliga, die ja eine sehr starke Liga ist.

Das ist vielleicht auch eine Frage des Momentums. Kommt man gut rein und entwickelt einen Lauf, hat man bis zum Saisonende wenige Probleme. Andernfalls findet man sich schnell im unteren Tabellendrittel wieder. Und dann ist es sehr schwer da unten raus zu kommen.

Ich habe die Spiele, die im israelischen Fernsehen zu sehen waren, verfolgt und habe mich gefreut, dass es für den Klassenerhalt gereicht hat. Ich habe ja noch einige Freunde dort. Bei den Relegationsspielen haben Roberto und ich mitgefiebert und alle Daumen gedrückt.

Fohlen-Hautnah: Du hast von einigen Freuden gesprochen. Einer davon wird auch Joel Damahou sein, den du aus Gladbacher Zeiten kennst. Israelischen Medienberichten zufolge sollst du ihn bei Maccabi Petah Tikwah empfohlen haben ...

Gal Alberman: Nein, das ist so nicht korrekt. Der Verein hat mich zu ihm befragt und ich habe ihnen dann gesagt, dass ich Joel aus der Zeit bei Borussia kenne, als Jos Luhukay noch Trainer war. Zur der Zeit hat er mit uns trainiert. Mein Bruder spielt dort auch Fußball und hat Damahou auch schon getroffen. Joel ist ein guter Spieler und Maccabi Petah Tikwah könnte ein Verein sein, der gut zu ihm passt.

Fohlen-Hautnah: Mehr als gut zum 1. FC Nürnberg zu passen scheint auch Almog Cohen, der in der letzten Saison bei den Franken den Sprung in die Bundesliga geschafft hat. Mit Itay Shechter und Gil Vermouth wollen zwei weitere Israelis gleiches ab der kommenden beim 1. FC Kaiserslautern schaffen. Siehst du da dein Engagement bei Borussia so als eine Art ‚Türöffner'?

Gal Alberman: Nein, das kann man so nicht sehen. Die Qualität der israelischen Spieler hat ein Niveau erreicht, das ein verstärktes Interesse europäischer Clubs zur Folge hat. Das spiegelt sich im Übrigen auch in ihrem Marktwert wieder. Bei der Nationalmannschaft haben wir natürlich auch mehrfach über die Bundesliga geredet und ich konnte ihnen von meinen Erfahrungen berichten.

Heute wollen immer mehr israelische Spieler ins Ausland gehen und sich dort beweisen. Almog Cohen hat ja bereits vergangene Saison gezeigt, wie wertvoll er für sein Team sein kann. Schechter und Vermouth sind ausgezeichnete Spieler und ich habe keinen Zweifel daran, dass sie das kommende Saison unter Beweis stellen werden.

Fohlen-Hautnah: Dein Kontrakt läuft noch bis zum 30.06.2012. Kannst du dir abschließend generell noch mal einen Wechsel in einer stärkere und vielleicht noch mal in die Bundesliga vorstellen?

Gal Alberman: Vielleicht werde ich eines Tages wieder in Europa spielen. Ich bin ja erst 28 und habe noch etwas Zeit.


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