Nach der Länderspielpause steht für Borussia Mönchengladbach am komm Bei dem Duell gegen die „Roten Teufel" kommt es auch zu einem Wiedersehen mit Olcay Sahan, der von 2004 und 2008 für die zweite Mannschaft des VfL spielte, um dann seine Zelte beim MSV Duisburg aufzuschlagen. Und hier schaffte der Deutsch-Türke den Durchbruch im Profifußball. Zur neuen Spielzeit wechselte der Mittelfeldspieler von der Wedau in die Pfalz. Wir sprachen mit dem 24-Jährigen unter anderem über seine Zeit beim VfL als auch über das kommende Aufeinandertreffen.
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| Die Ex-Borussen Olcay Sahan (blaues Hemd) und Oliver Kirch treffen am Samstag auf den VfL. Foto: 1.FC Kaiserslautern |
Fohlen-Hautnah: Olcay, drei Jahre sind es nun mittlerweile her, als du die Borussia in Richtung Duisburg verlassen hast. Warum hast du dich damals generell zu einem Wechsel entschieden und warum ist es nicht zu einem Verbleib gekommen? Schließlich warst du ein herausragender Spieler in der Truppe des damaligen U23- Trainers Horst Wohlers.
Olcay Sahan: Ich wollte in meiner Karriere einen weiteren Schritt nach vorne machen. Die Perspektiven bei Borussia Mönchengladbach waren nicht so, wie es mir vorgestellt habe. Zudem ist Gladbach in die Bundesliga aufgestiegen und daher waren meine Chancen gering, Einsätze zu bekommen. Ich habe mich daher entschieden, den Weg über Duisburg in der Zweiten Liga zu gehen.
Fohlen-Hautnah: Und dann hast du dich eben zu einem Wechsel zum MSV Duisburg entschieden. Warum?
Olcay Sahan: Genau aus dem Grund, dass dort die Perspektiven für meine persönliche Entwicklung besser waren. Duisburg ist ein Traditionsverein, der damals aus der Bundesliga abgestiegen ist und einen Umbruch mit jungen Leuten geplant hat.
Fohlen-Hautnah: Nach deinen zuvor 76-Regionalligaeinsätzen für den VfL hast du also fortan deine Schuhe eine Liga höher geschnürt. Wie groß war diese Umstellung, was für Unterschiede hast du im Bezug auf den Fußball festgestellt und woran musstest du dich vielleicht auch generell erst gewöhnen, wenn es heißt, in einer Profimannschaft aktiv zu sein?
Olcay Sahan: Klar, gibt es Unterschiede zwischen Regional- und Bundesliga. Das Tempo ist höher, die Zweikämpfe werden viel intensiver geführt und auch an die Handlungsschnelligkeit muss man sich erst gewöhnen. Auch die Trainingsintensität ist höher, obwohl man in der Regionalliga auch teilweise zweimal pro Tag trainiert.
Fohlen-Hautnah: Bei den ‚Zebras' du deine Entwicklung durchaus in eine positive Richtung weitergeführt sowie forciert, woran Milan Sasic wohl gehörigen Anteil hat. Somit hattest du dort unter dem Strich sicherlich eine erfolgreiche Zeit...
Olcay Sahan: Ich blicke auf eine schöne und erfolgreiche Zeit in Duisburg zurück. Ich habe mich von Jahr zu Jahr gesteigert und habe immer mehr Spiele absolviert. Milan Sasic habe ich viel zu verdanken, er hat mich in meiner letzten Saison in Duisburg zum Stammspieler gemacht. Unter ihm konnte ich mich noch einen Schritt weiter entwickeln. Zudem standen wir im Pokalfinale gegen Schalke, das werde ich nie vergessen.
Fohlen-Hautnah: Nun hast du dich schließlich nach drei Jahren Duisburg zu einem Wechsel nach Kaiserlautern entschieden. Wie kam es dazu?
Olcay Sahan: Ich wollte einen weiteren Schritt in meiner Karriere machen. Ich habe mit Christian Tiffert den Kontakt gehalten, nachdem er von Duisburg zum FCK gewechselt ist. Außerdem waren die Gespräche mit Stefan Kuntz so gut, dass für mich kein anderer Verein in Frage kam.
Fohlen-Hautnah: Mit Oliver Kirch spielt ein weiterer Ex-Borusse bei den „Roten Teufeln". Kanntest du ihn aus deiner Gladbacher Zeit und hast du dich bei ihm im Vorfeld des Wechsels über den FCK informiert?
Olcay Sahan: Mit Oli Kirch habe ich damals in der U23 teilweise sogar zusammen gespielt, weil er verletzt war und bei uns Spielpraxis gesammelt hat. Wir kannten uns, hatten aber im Vorfeld des Wechsels keinen Kontakt. Nur mit Christian Tiffert habe ich mich über Kaiserslautern unterhalten.
Fohlen-Hautnah: Nun bist du Fußballprofi und spielst in der Ersten Bundesliga. Ein Traum eines jeden Fußballers dürfte also schon mal in Erfüllung gegangen sein. Beim FCK möchtest du nun den nächsten Schritt machen, hast du gesagt. Und wie sieht der übernächste und wie sehen deine weiteren Ziele aus?
Olcay Sahan: Ich möchte mich in der höchsten deutschen Spielklasse etablieren, meine Leistung auch in der Bundesliga bestätigen. Außerdem möchte ich mich natürlich weiterentwickeln und alles dafür tun, dass wir mit der Mannschaft das Ziel Klassenerhalt erreichen.
Fohlen-Hautnah: Ihr seid mit 2 Unentschieden und 2 Niederlagen in die Saison gestartet und rangiert derzeit auf dem vorletzten Tabellenplatz. Was sagt das nach vier Spieltagen aus und was ist für euch in dieser Spielzeit möglich?
Olcay Sahan: Die Tabelle sagt erst nach 34 Spieltagen etwas aus. Der Start verlief mit Sicherheit nicht optimal, aber wir haben genügend Qualität in der Mannschaft, um den Klassenerhalt zu schaffen. Etwas anderes zählt für uns nicht. Das Ziel ist nach 34 Spielen drei Teams hinter uns zu lassen.
Fohlen-Hautnah: Sowohl der FCK als auch die Borussia sind durchaus Traditionsvereine. Und die man in deinen Augen im Bezug auf das Umfeld, Fans und Stadion vergleichen kann?
Olcay Sahan: Klar, kann man beide Vereine irgendwo vergleichen, allerdings finde ich es beim FCK noch einen Tick besser. Die Fans stehen wie eine Wand hinter uns, auch wenn es mal schlecht läuft. Das ist bei anderen Vereinen auch nicht immer selbstverständlich. Zudem ist das Umfeld hier in Kaiserslautern optimal. Man kann sich voll und ganz auf den Beruf als Fußballer konzentrieren.
Fohlen-Hautnah: Kommen wir noch mal zur Borussia. Auch nach deinem Wechsel zum MSV warst du des Öfteren, wenn es deine Zeit erlaubt hat, bei den Spielen der U23 im Grenzlandstadion zu sehen. Du hast die Bindung zum VfL und zu deinen ehemaligen Kollegen also nie verloren?
Olcay Sahan: Genau. Ich habe noch sehr guten Kontakt zu meinem damaligen Trainer Horst Wohlers, auch sonst habe ich das Geschehen zu meinen Duisburger Zeiten in Gladbach intensiv verfolgt.
Fohlen-Hautnah: Wie schaust du generell auf deine Zeit bei Borussia zurück und was hast du von dieser Zeit mitgenommen?
Olcay Sahan: Ich habe bei der Borussia den Sprung aus dem Jugendbereich in den Seniorenbereich geschafft. Dafür bin ich dem Verein und allen Verantwortlichen sehr dankbar. Deshalb blicke ich gerne auf die Zeit in Gladbach zurück.
Fohlen-Hautnah: Hast du generell noch Kontakt zur Borussia und/oder zu ehemaligen Mitspielern?
Olcay Sahan: Dadurch, dass man irgendwann zu „alt" für die U23 ist, habe ich keinen Kontakt mehr zu Aktiven bei der Borussia. Aber zu meinem alten Trainer habe ich noch Kontakt.
Fohlen-Hautnah: Verfolgst du zudem das Geschehen der U23 und vielleicht auch der Profis und wie beurteilst du die Entwicklung Borussias, seitdem du weg bist?
Olcay Sahan: Natürlich verfolge ich das Geschehen meiner ehemaligen Vereine, sowohl von Gladbach, als auch von Duisburg. Die Borussia hat einen guten Start erwischt, das freut mich, aber gegen uns bekommen sie nichts geschenkt und die Punkte nehmen wir mit (lacht).
Fohlen-Hautnah: Nun kommt es am Samstag zum Aufeinandertreffen mit deinem ehemaligen Verein, auf den du erstmals seit deinem Weggang triffst. Ein besonderes Spiel für dich?
Olcay Sahan: Selbstverständlich. Als wir damals im Pokal mit Duisburg in Gladbach gespielt haben, war ich leider verletzt. Umso mehr freue ich mich jetzt auf die Begegnung im Borussia-Park. Es war schon immer ein Traum von mir, in dem Stadion auflaufen zu dürfen.
Fohlen-Hautnah: „Musstest" du für das Spiel im Borussia-Park eventuell viele Karten für Familie und Freunde besorgen?
Olcay Sahan: (lacht). Das stimmt sogar! Meine Familie kommt aus Düsseldorf und bei einem Spiel in der Nähe freue ich mich, dass so viele kommen wollen. Und eine türkische Familie ist nicht klein...
Fohlen-Hautnah: Was erwartest du für ein Spiel und welche Gefahren lauern bzw. warten da in deinen Augen auf euch, sprich auf was oder wen müsst ihr bei Borussia besonders aufpassen?
Olcay Sahan: Es wird kein einfaches Spiel. Gladbach will vor heimischer Kulisse die Niederlage in Schalke wieder wettmachen und wir wollen endlich unsere drei Punkte holen. Wir müssen kompakt stehen und in der Offensive und immer wieder Nadelstiche setzen.






