Viel erlebt hat Elias Kachunga in seiner bisherigen Zeit bei Borussia Mönchengladbach. Er schaffte es bis zum Profi und kann bis dato auf zwei Bundesliga-Kurzeinsätze zurückschauen. Gerade in der abgelaufenen Halbserie stellte der U20-Nationalspieler seine Qualitäten mit 12 Toren und 5 Vorlagen in Borussias zweiter Mannschaft nachhaltig unter Beweis. Zwangsläufig wurde auch Drittligist VfL Osnabrück auf den talentierten Stürmer aufmerksam, der ihn nun zunächst bis zum Saisonende auf Leihbasis unter Vertrag nahm. Dort will er auch an seine starke Hinrunde beim VfL anknüpfen. Wir haben uns mit dem 19-Jährigen über seine bisherige Zeit beim VfL und über seinen wechsel an die ‚Bremer Brücke' unterhalten.
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| Geht ab sofort für Osnabrück auf Torejagd - Elias Kachunga. Foto: Dirk Päffgen, für Fohlen-Hautnah.de |
Fohlen-Hautnah: Elias, seit mittlerweile drei Wochen bist du nun in Osnabrück. Hast du dich schon in deiner neuen Umgebung eingelebt?
Elias Kachunga: Auf jeden Fall. Ich wohne zwar noch im Hotel, suche aber schon eine Wohnung. Ansonsten ist aber alles rundum gut.
Fohlen-Hautnah: Bist du alleine in Osnabrück?
Elias Kachunga: Noch ja. Meine Freundin war zwar erst mit mir hier, musste jetzt aber wieder zurück, weil sie in der Uni noch ein paar Klausuren zu schreiben hat. In einem Monat zieht sie dann aber fest zu mir und wird dann bei der Uni Osnabrück weiter studieren.
Fohlen-Hautnah: Die Meldung, dass du auf Leihbasis zum VfL Osnabrück wechselst, war nicht allzu überraschend. Dennoch hat sich die Bekanntgabe doch lange hingezogen. Woran lag das?
Elias Kachunga: Ich musste zunächst meinen Vertrag in Gladbach verlängern, um generell wechseln zu dürfen. Das war die Voraussetzung. Deshalb hat sich das ein wenig hingezogen. Wir wussten aber, dass wir uns schnell und noch vor dem eigentlichen Rückrundenstart einig werden.
Fohlen-Hautnah: Diese von Borussia ‚geforderte' Verlängerung deines 2013 auslaufenden Vertrags - wolltest du die auch?
Elias Kachunga: Der Verein hat mir eine Vertragsverlängerung angeboten. Die habe ich mir dann mit meiner Familie und meinem Berater durch den Kopf gehen lassen. Wir kamen dann zu dem Entschluss, dass diese in Verbindung mit einer Ausleihe für mich eine gute Sache ist. Deshalb habe ich mich dazu entscheiden und diesen Schritt gewählt.
Fohlen-Hautnah: Und den nächsten Schritt möchtest du nun also in der 3. Liga beim VfL Osnabrück machen. Wie kam der Kontakt generell zu Stande?
Elias Kachunga: Pele Wollitz wollte mich eigentlich schon zum FC Energie Cottbus holen. Auch nach dem er dann wieder zum VfL Osnabrück gegangen ist, standen wir weiter in Kontakt. Dann habe ich das Angebot von Osnabrück bekommen und habe mich mit diesem beschäftigt. Und weil mich dieses überzeugt und mir alles im Verein gefallen hat, habe ich mich für Osnabrück entschieden.
Fohlen-Hautnah: Der Kontakt ist nie abgebrochen. Gibt es eine besondere „Beziehung" zu Pele Wollitz?
Elias Kachunga: Nicht direkt. Aber er wollte mich unbedingt in seiner Mannschaft haben und hat sich sehr um mich bemüht. Und wenn sich ein Trainer so um einen bemüht, dann fällt einem die Entscheidung, gerade dort hin zu gehen, natürlich auch leichter.
Fohlen-Hautnah: Mal provokant gefragt: Hast du dieses Vertrauen zuletzt beim VfL ein wenig vermisst, sodass dir der Wechsel vielleicht alles andere als schwer gefallen ist?
Elias Kachunga: Nein. Borussia und gerade Lucien Favre haben mir ganz ehrlich, sachlich und klar gesagt, dass es in dieser Saison schwer sein wird, bei den Profis zu spielen. Das habe ich akzeptiert. Wenn mit der Verein dann die Möglichkeit gibt, meine Chance eine Liga höher als die Regionalliga wahr zu nehmen, dann mache ich das natürlich.
Ich bin Borussia auch dankbar dafür, dass sie mir die Freigabe gegeben haben und dass das alles so gut über die Bühne gegangen ist. Es ist für alle drei Parteien ein Vorteil, wenn ich mich weiterentwickel und dem Verein dann auch etwas wiedergeben kann.
Fohlen-Hautnah: Und was hat dich dann neben Pele Wollitz bei Osnabrück überzeugt?
Elias Kachunga: Die gute Perspektive. Wir können immer noch aufsteigen und das ist unser großes Ziel.
Fohlen-Hautnah: Mit Sicherheit ist dieser Wechsel auch ein großer Schritt. In deinem ersten Testspiel gegen Hertha BSC Berlin hast du mit einem Tor direkt eine starke Duftmarke gesetzt. Du scheinst dich recht zügig an das sicherlich höhere Niveau anzupassen ...
Elias Kachunga: Das erste Spiel gegen Berlin war natürlich etwas Besonderes. Direkt gegen einen Erstligisten vor vielen Zuschauern zu spielen und dann direkt zu treffen war eine schöne Sache. Natürlich kann ich jetzt das Niveau gerade in der 3. Liga noch nicht so bewerten, weil ich dort noch kein Spiel absolviert habe, aber es wird auf jeden Fall anders und höher sein, als in der Regionalliga. Von daher wird es mich in meiner Entwicklung auf jeden Fall weiterbringen. Das ist ja auch das Ziel.
Fohlen-Hautnah: Du hast mit der Weiterentwicklung ein Ziel angerissen. Was noch?
Elias Kachunga: Mein persönliches Ziel ist es natürlich, mich weiter zu entwickeln, in Osnabrück so viel wie möglich zu spielen und eine Kraft zu sein, die der Mannschaft hilft. Dazu möchte ich natürlich weiterhin meine Tore machen und das gemeinsame Ziel, den Aufstieg in die Zweite Liga, erreichen. Der Aufstieg ist auch erst mal das primäre Ziel. Wir wollen unter die ersten drei kommen.
Fohlen-Hautnah: Wie schaust du denn auf deine bisherige Zeit bei der Borussia, die Höhen und Tiefen hatte, zurück?
Elias Kachunga: Ich habe seit der U14 in Gladbach gespielt, habe es bis in den Profibereich geschafft und zwei Bundesligaspiele auf der Habenseite. Das macht mich auf einer Seite stolz. Natürlich hätte es mich noch stolzer gemacht, wenn ich den nächsten Schritt geschafft hätte, ganz bei den Profis zu bleiben.
Natürlich war es dann in der schwierigen Situation, in der Borussia in der letzen Saison gesteckt hat, für einen jungen Spieler schwer. Aber ich habe aus dieser Zeit gelernt und es hat mich auch persönlich weitergebracht. Dass ist das, was ich aus dieser Zeit gelernt habe. Und natürlich möchte ich auch Borussia danken. Ich habe seit der U14 bei Borussia gespielt und die Entwicklung, die ich seitdem genommen habe, habe ich Borussia zu verdanken.
Fohlen-Hautnah: Also ist dir der vorläufige Abschied vielleicht auch nicht allzu leicht gefallen?
Elias Kachunga: Natürlich. Ich kenne die Jungs von der U23 schon so lange und hatte viel Spaß mit ihnen. Aber so ist es im Fußball. Manchmal muss man auch so einen Schritt machen, um sich persönlich weiterzuentwickeln. Und irgendwann werden sich dann die Wege auch wieder kreuzen.
Jetzt geht es aber erst mal um die persönliche Entwicklung. Natürlich wünsche ich sowohl den Profis als auch den Amateuren weiter alles Gute und hoffe, dass die U23 so lange wie möglich oben dran bleibt und ihr Ziel Aufstieg in die 3. Liga realisiert. Dann würde ich mich sehr freuen.
Fohlen-Hautnah: Kann für dieses Vorhaben ein Fabian Bäcker in die Fußstapfen von Elias Kachunga treten?
Elias Kachunga: Ich denke, dazu brauche ich jetzt nicht viel sagen. Fabi ist ein super Stürmer, dass hat er die letzten Jahre beweisen. Natürlich hatte er in dieser Saison ein bisschen Verletzungspech, aber ich wünsche ihm bei Gladbach alles Gute und wünsche ihm, dass er wieder an seine Topleistungen anknüpfen kann. Dann wird er auch der Mannschaft weiterhelfen.
Fohlen-Hautnah: Wenn wir noch mal zu deiner Entwicklung zurückkommen, dann ist die gerade im Bezug auf die Torausbeute in der letzen Saison etwas ins Stocken geraten ... Was ist seither passiert, dass du nun kontinuierlich wieder das zeigst, was du drauf hast?
Elias Kachunga: Ich würde nicht sagen, dass meine Entwicklung gestockt hat. Ich habe in der letzten Saison zwei Bundesligaspiele gemacht. Das kann auch nicht jeder von sich behaupten. Ich war jüngerer Jahrgang der A-Jugend und dafür, dass ich dann in so einer schwierigen Situation, in der Borussia zu dem Zeitpunkt gesteckt hat, zwei Bundesligaspiele machen durfte, bin ich auch Ex-Trainer Michael Frontzeck dankbar.
Dass ich dann in der Rückrunde hauptsächlich bei den Amateuren gespielt habe, war für mich natürlich erst mal auch keine einfache Situation und für einen jungen Spieler, der oben dran bleiben und spielen möchte, nur schwer zu verstehen. Aber ich habe daraus gelernt. Ich habe nur ein Tor gemacht, das stimmt. Auch daraus habe ich gelernt und das habe ich in der abgelaufen Hinrunde gezeigt. Diesen positiven Trend möchte ich jetzt bestätigen und fortsetzen.
Fohlen-Hautnah: Was ist denn in der Hinrunde anders oder besser gelaufen bzw. Was ist in positiver Hinsicht passiert?
Elias Kachunga: Natürlich überdenkt man auch seinen Spielstil, schaut was man verbessern kann und hört, was einem der Trainer sagt. Das alles habe ich mir zu Herzen und aufgenommen und habe versucht, es so gut wie möglich umzusetzen. In der Hinrunde ist mir das gelungen, da ist es super gelaufen. Daran möchte ich jetzt in Osnabrück anknüpfen.
Fohlen-Hautnah: Wohin führt abschließend der Weg des VfL Osnabrück in dieser Saison?
Elias Kachunga: Ich denke, dass es nach oben gehen muss. Damit wollen wir nach der Spielabsage nun am Samstag im Spiel bei Tabellenführer Jahn Regensburg anfangen und drei Punkte einfahren. Wir müssen einfach hart an uns arbeiten. Wir haben eine junge und super Truppe. Und mit dem Trainer, dem ganzen Verein und den Fans wollen wir den direkten Aufstieg in die 2. Bundesliga schaffen. Dafür werden wir alles geben und dann werden wir am Ende sehen, ob es gereicht hat.






