Der US-Boy wechselt in die englische Premier League
Seit Tagen wurde über einen Wechsel von Michael Bradley berichtet. Der US-Boy von Borussia Mönchengladbach schien heiß begehrt, denn nahezu täglich wurde der abwanderungswillige Mittelfeldspieler mit Vereinen aus dem europäischen Ausland in Verbindung gebracht. Den Zuschlag erhielt nun der englische Premier League Club Aston Villa, womit sich Bradley einen lang ersehnten Traum erfüllt.
Der 23-jährige US-Nationalspieler, der am Montag erfolgreich die medizinischen Untersuchungen absolvierte, wird bis zum Saisonende an den derzeitigen Tabellendreizehnten der Premier League ausgeliehen. Wie der Premier League Clubs und auch die Borussia vermelden, ist das Ausleihgeschäft mit anschließender Kaufoption unter Dach und Fach. »Michael hat uns schon seit längerer Zeit mit seinen Wechselabsichten konfrontiert. Das Angebot, das Aston Villa nun gemacht hat, ist für uns so interessant, dass wir dem Wechsel zugestimmt haben«, sagte Borussias Sportdirektor Max Eberlauf der vereinseigenen Internetseite.
Der US-Boy wurde am Nachmittag offiziell vorgestellt und wird das Trikot mit der Rückennummer 13 erhalten. »Für mich ist die Premier League die beste Liga der Welt. Ich bin sehr erfreut, nach Villa zu kommen. Ich bin stolz und kann es nicht abwarten, dass es losgeht«, schwärmte Bradley auf der Internetseite von Aston Villa. »Jeder kann sehen, dass Villa ein großer, ein fantastischer Club mit Tradition und großartigen Fans ist«.
»Wir müssen uns auf die Zukunft vorbereiten, und Michael ist 23 und ein sehr hart arbeitender Mittelfeldspieler, der auch Tore erzielen kann. Ich habe ihn in vier Spielen bei der Weltmeisterschaft in Südafrika und auch im TV gesehen. Wir sind sehr glücklich, ihn in unseren Reihen zu haben«, sagte Teammanager Gerard Houllier auf der Internetseite von Aston Villa. Sollte der Rechtsfuß also seinen Teammanager überzeugen können, so ist eine Verplichtung über das Saisonende hinaus durchaus denkbar.
Einfach haben wird es der US-Nationalspieler allerdings wohl nicht. Neben seinen Nationalmannschaftskollegen Brad Friedel und Eric Lichaj erwartet Michael Bradley beim Club aus Birmingham ein starker Konkurrenzkampf um einen Platz im zentralen Mittelfeld.
Aufnehmen muss es der US-Boy mit dem 23-fachen englischen U21-Nationalspieler Nigel Reo-Coker, der 2008 als damaliger Kapitän von West Ham für geschätzte 12,5 Millionen Euro nach Aston wechselte und derzeit eine feste Größe darstellt.
Als weiterer Konkurrent auf der Position im defensiven Mittelfeld ist John II Makoun zu erwähnen. Der Nationalspieler Kameruns wechselte zum 14.01. 2011 für die geschätzte Ablösesumme in Höhe von 6 Millionen Euro von Olympique Lyon zum siebenmaligen englischen Meister.
Auf der offensiven Position im zentralen Mittelfeld muss sich Bradley gegen Stilian Petrov durchsetzten, der der aktuelle Kapitän von Villa und von der bulgarischen Nationalmannschaft ist.
Es dürfte also alles andere als leicht sein, Spielpraxis zu sammeln und so bleibt es bei dieser Konstellation vielleicht nicht gänzlich ausgeschlossen, dass man Michael Bradley am Ende der Saison wieder in Gladbach sieht.
Seinen Traum erstmals verwirklichen bzw. leben wird Michael Bradley frühestens am kommenden Wochenende im Heimspiel gegen den FC Fulham. Im Auswärtsspiel am Mittwoch im Old Trafford bei Manchester United wird Bradley indes noch nicht dabei sein.
Michael Bradley kam im August 2008 vom SC Heerenveen zum VfL und bestritt in den vergangenen zweieinhalb Jahren 76 Bundesligaspiele (10 Tore) für Borussia. Auch in der laufenden Saison gehörte der Mittelfeldspieler in der Hinrunde zur Stammformation. Der US-Amerikaner absolvierte alle siebzehnzehn Partien und stand dabei stets von Beginn an auf dem Platz. Bei insgesamt 1517 Spielminuten standen bei dem 23-jährigen nach der Hinrunde drei Tore und drei Assists auf dem Scorerkonto.
Als offensiverer Part der „Doppel-6“ hatte der Rechtsfuß in seinem Spiel Höhen und Tiefen. Bradley absolvierte wie sein Konterpart zwar stets ein großes Laufpensum, zeigte sich bissig, nutze den sich bietenden Raum und leitete wie beim Derbysieg schnelle Konter ein, agierte im Umschaltspiel jedoch oftmals zu behäbig, ging phasenweise ‚kopflos‘ zu Werke und machte sich mit unpräzisen Pässen selbst das Leben schwer.
Seit Beginn der Rückrunde fand der 'Arbeiter' unter Michael Frontzeck zumindest als Stammspieler keine Berücksichtgung mehr - und das wohl gerade auch aufgrund seiner Wechselabsichten. »Michael hat bei Borussia eine sehr gute Zeit gehabt und vor allem in der vergangenen Saison, aber auch in der Hinrunde, viele gute Spiele für uns abgeliefert. Er hatte aber immer den Traum, in England zu spielen und ich wünsche ihm, dass er dort eine gute Zeit hat«.
Michael Bradley ist an der Stelle für seine neue sportliche Herausforderung und für seinen Traum in der Tat eine gute Zeit, alles Gute und viel Erfolg zu wünschen. Ob der 23-Jährige dann zur neuen Saison an den Borussia-Park zurückkehrt oder sein Engagement in der Premier League fortsetzt, bleibt indes abzuwarten…
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