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»Es ist noch alles möglich«

Borussen haben nach dem Sieg in Frankfurt wieder Anschluss

Es brennt noch Licht im (Tabellen-) Keller…! Durch den 1:0-Erfolg bei Eintracht Frankfurt hat Borussia Mönchengladbach im Abstiegskampf Boden gut gemacht und den Abstand auf den Relegationslatz auf drei Punkte verkürzt. Dementsprechend erleichtert waren die Borussen nach dem Spiel.

Nach dem der Unparteiische Peter Gagelmann die Partie in der Commerzbank Arena abgepfiffen hatte, streckten die Borussen kollektiv und erleichtet die Arme in den kalten Frankfurter Abendhimmel.

Spätestens dann dürfte ihnen warm ums Herz geworden und eine Last von den Schultern gefallen sein, denn der vierte Saisonsieg bringt den VfL zunächst wieder näher an den Relegationsplatz heran. »Absolut«, sagte Marco Reus kurz und bündig und meinte damit die verbesserte Ausgangssituation. »Stuttgart hat heute verloren. Wir sind jetzt punktgleich und haben nur noch drei Punkte auf Köln. Es ist noch alles möglich. Wir glauben alle dran und sind der festen Überzeugung, dass wir es schaffen«.

Der Tatsache, dass mit Köln und mit Stuttgart zwei Konkurrenten im Tabellenkeller gepatzt haben, schenkt zumindest Roman Neustädter kein allzu großes Gewicht und zeigt sich selbstbewusst: »Wir schauen nicht auf die Tabelle oder auf andere Ergebnisse. Wir wissen was wir können«.

Dem Glauben frische Nahrung gegeben hatte allen voran Igor de Camargo. Der Brasilianer mit belgischem Pass, sicherte den Borussen mit seinem vierten Saisontor sechs Minuten vor Schluss drei wichtige Punkte im Abstiegskampf.

Den Treffer hatte der 27-Jährige zuvor bei seiner Familie angekündigt und so widmete er den ausgelassenen Torjubel auch der selbigen. »Ich habe vor dem Spiel mit meiner Frau und meinem 15 Monate alten Sohn Enzo gesprochen. Ich habe ihnen gesagt, dass ich heute ein Tor für sie mache. Darüber, dass es heute geklappt hat, bin ich sehr froh«, strahlte der Schütze des goldenen Tores.

Dabei sah es gerade nach dem Spiel gegen Bayer Leverkusen, wo sich der Stürmer eine Bänder- und Kapseldehnung zugezogen hatte, alles andere als danach aus, dass der 27-Jährige in Frankfurt auflaufen könnte. »Meine Frau hat mich gut behandelt«, verriet de Camargo. »Die Verletzung war nicht so schlimm wie anfangs gedacht. Ich habe mit dem Arzt gesprochen und er sagte, dass alles ok ist und ich spielen kann«.

Bis es bei den Borussen zum Jubel kam, hatte Michael Frontzeck von der Seitenlinie aus zwei konträre Halbzeiten gesehen. Im ersten Durchgang agierte der VfL insgesamt zu passiv, hatte Schwierigkeiten, sich ins Spiel zu bringen und hatte zudem Glück, nicht mit einem Rückstand in die Kabine zu gehen.

Im zweiten Durchgang wendete sich das Blatt. Fortan zeigten sich die Gladbacher mutiger und übten Druck auf den ballführenden Spieler aus. »Wir haben vorne mal die Bälle gehalten und mehr Druck auf den Gegner ausgeübt«, sagte Marco Reus. »Ich denke dann, dass wir das was der Trainer uns vorgegeben hat in der zweiten Halbzeit gut umgesetzt haben«.

Der Eintracht hingegen gelang nicht mehr viel. »Ich denke, dass Frankfurt auch ein bisschen verzweifelnd war«, mutmaßte Roman Neustädter. »Sie sind in der ersten Halbzeit die ganze Zeit angerannt. Dabei haben sie sich keine richtigen Torchancen herausgespielt, sondern immer nur Halbchancen«. Die Borussia hingegen war überlegen und versuchte, den erlösenden Treffer zu erzielen. »Wir wussten, dass Frankfurt aufgrund der druckvollen ersten Halbzeit ein bisschen müde ist. Wir haben unsere zweite Luft bekommen und haben sehr gut unsere Konter gesetzt«.

Einen solchen über Mo Idrissou und Karim Matmour schloss eben de Camargo sechs Minuten vor Schluss mit dem entscheidenden Treffer zum 1:0 ab. »Die zweite Halbzeit war besser. Da haben wir immer mehr Selbstvertrauen bekommen«, resümierte Dante. »Aufgrund der zweiten Halbzeit haben wir verdient gewonnen«, befand Neustädter.

Erstmals bildete der Ex-Mainzer mit Neuzugang Håvard Nordtveit die „Doppel-6“. Mit zunehmender Spielzweit und gerade in den zweiten 45 Minuten harmonierten die beiden Youngsters immer besser. »In der ersten Halbzeit mussten wir uns noch ein wenig finden Da haben wir versucht oft miteinander zu reden, aber Frankfurts Offensive hat es auch sehr gut gemacht. Sie hat uns sehr breit auseinander gezogen«, erklärte Neustädter. »In der zweiten Halbzeit hat es dann besser funktioniert. Da haben wir dann noch mehr miteinander geredet«.

Ein Auswärtsspiel, nach dem am Ende der vierte Saisonsieg stand. Und der wieder mal auf fremden Plätzen. Der VfL ist wieder dran und empfängt nun in der kommenden Woche unter Flutlicht den Tabellenvorletzten VfB Stuttgart, der mit den Borussen punktgleich ist.

Wenngleich es auch in diesem Spiel maximal drei Punkte zu gewinnen sind, so würde ein Sieg gegen einen direkten Konkurrenten sicherlich mehr ins Gewicht fallen - zudem wäre es der Heimsieg. »Wir haben zu Hause fantastische Fans. Wir reden immer davon, dass wir zu Hause gewinnen wollen - natürlich wollen wir das auch«, sagte Marco Reus und auch Torschütze de Camargo will alles daransetzten, erstmals in dieser Saison im Borussia-Park einen Sieg feiern zu können. »Wir müssen auch gegen Stuttgart versuchen, ein gutes Spiel zu machen und auch zu gewinnen«.

So legten die Borussen bereits nach dem Spiel den Fokus auf das kommende Spiel. Allen voran Abwehrchef Dante, der mit Martin Stranzl bis auf wenige Ausnahmen bestens dafür sorgte, dass in der Defensive nicht viel anbrannte. »Wir werden uns nicht lange über den Sieg freuen, sondern uns sofort auf Stuttgart vorbereiten«, gab der 28-Jährige die Marschroute vor und anschließend die Parole aus: »Da brauchen wir drei Punkte, egal wie«.


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