Nach der Heimneiderlage gegen Bayer Leverkusen gilt es für Borussia Mönchengladbach bei der Mission Klassenerhalt die nächste Etappe erfolgreich zu gestalten. Und das am besten mit einem Sieg im Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt. Borussias Trainer Michael Frontzeck kann dabei auf Neuzugang Michael Fink setzen. Das trifft in Zukunft nicht mehr auf Michael Bradley zu.
»Es ist erfreulich, dass sich unser Lazarett allmählich lichtet, von daher denke ich, dass wir mit einem gut besetzten Kader und gut gerüstet nach Frankfurt fahren werden«, konnte Michael Frontzeck auf der Pressekonferenz am Donnerstag Positives in Sachen Personal bekannt geben.
In der Tat lichtet sich die Verletztenliste, sodass lediglich Jean-Sébastien Jaurès (Knieprobleme) und Roel Brouwers (Innenmeniskus) verletzungsbedingt in jedem Fall nicht zur Verfügung stehen. Gerade Letzterer hinterlässt bei den derzeitigen individuellen Übungen jedoch schon einen guten Eindruck.
Zudem stehen derzeit leichte Fragezeichen hinter Patrick Herrmann und Thorben Marx. »Thorben Marx hatte gestern leichte Probleme im Sprunggelenk, Patrick hat einen kleinen Infekt und lässt sich durchchecken. Ob es für das Wochenende reicht, wird man sehen«, erklärte Frontzeck, der jedoch wieder auf Igor de Camargo zurückgreifen kann.
Zumindest im Aufgebot stehen wird der Brasilianer nach seiner Bänder- und Kapseldehnung aller Voraussicht nach. »Bei Igor ist der Bluterguss zum Glück relativ zügig abgeheilt, so dass er das Training wieder aufgenommen hat und uns wohl zur Verfügung steht«, gab Frontzeck bekannt.
Ob der 27-Jährige bereits wieder von Beginn an aufläuft, bleibt abzuwarten. Beim Trainingsspiel am Donnerstag jedenfalls, agierte Roman Neustädter hinter der einzigen Sturmspitzte Mike Hanke. Eine Variante, die Michael Frontzeck dem Ex-Mainzer durchaus zutraut. »Das ist sicherlich auch eine Position, die Roman spielen kann«, meinte der Übungsleiter. »Roman ist ein Spieler, der ein sehr großes Potenzial hat. Er ist gerade dabei, dass zu entwickeln und voll auszuschöpfen. Er hat eine Zeit lang gebracht, aber er kann hinter einer Spitzte oder hinter zwei Spitzten spielen, weil er auch einen guten Abschluss hat und immer bemüht ist, den Anschluss an die Stürmer zu finden«.
In jedem Fall dabei sein wird Michael Fink. »Ich bin froh, dass dieser Transfer so schnell und reibungslos über die Bühne gegangen ist«, freute sich Frontzeck über den Neuzugang aus Istanbul. »Michael Fink ist der Spieler, der für uns jetzt die beste Möglichkeit war, wenn man den Mark betrachtet«.
»Michael Fink war einer, der schon sehr lange auf unserer Liste stand bzw. steht. Nach seinem Wechsel zu Beşiktaş war er für uns zunächst kein Thema mehr. Jetzt hat sich die Situation ergeben, ihn auszuleihen. Das gibt uns Handlungsspielraum und war finanziell für uns eine Möglichkeit«, erläuterte Eberl.
Im Bezug auf eine Kaufoption und im Bezug auf die der Türken bezifferten Wert von 700.000 Euro wollte sich der Sportdirektor nicht konkret äußern. »Wir haben erst mal eine Leihe gemacht«, unterstrich Eberl und ergänzte: »Ich werde hier nicht über Summen und über das Gesamtpaket reden. Das Paket ist für uns sehr, sehr interessant und machbar. Deswegen haben wir es gemacht«.
Ob der 28-Jährige, der im Trainingsspiel am Donnerstag mit Håvard Nordtveit die „Doppel-6“ bildete, an alter Wirkungsstätte von Beginn an aufläuft, ließ Borussias Übungsleiter offen. »Er hat jetzt eine Einheit mitgemacht. Er macht einen guten Eindruck und wird in den kommenden Wochen kennen lernen, wie wir Fußball spielen. Wenn nichts Außergewöhnliches passiert, dann wird er Bestandteil des Kaders für Frankfurt sein«, sagte Frontzeck.
In Frankfurt und auch in Zukunft nicht mehr im Aufgebot stehen wird indes Michael Bradley. Der US-Boy, der in der Vergangenheit offenbar des Öfteren Wechselabsichten bekundet hatte, wird den VfL in den kommenden Tagen bis spätestens Montag verlassen. »Michael hatte über Monate hinweg latente Gedanken dieser Art. Diese Situation hat sich Anfang Januar noch mal verschärft. Wir hatten nicht vorgehabt, ihn zu verkaufen, aber wenn die Möglichkeit besteht und es auch finanziell für uns interessant ist, dann haben wir gesagt, dass wir der Sache nicht verschlossen sind«, erklärte Sportdirektor Max Eberl.
Wohin es den 23-jährigen zieht, ist derzeit zumindest öffentlich noch nicht bekannt. »Ich möchte keinen Club nennen«, hielt sich Eberl zwar bedeckt, verriet jedoch: »Es ist für Michael ein Angebot eingetroffen, das wir als Verein so akzeptieren und mit dem wir sehr gut leben können«. Bisher wurde Bradley mit Galatasaray Istanbul, den englischen Premier League Clubs FC Everton und AFC Sunderland sowie dem italienischen Serie A Club US Palermo in Verbindung gebracht.
Angebote eingetroffen sind ebenso für Marcel Meeuwis, der neben dem NAC Breda auch mit Polonia Warschau in Verbindung gebracht wird. »Es gibt zwei, drei Vereine, die an ihm interessiert sind. Mit diesen Clubs sind wir weitgehend klar. Jetzt hat Marcel noch das Wochenende Zeit, für sich eine Entscheidung zu fällen«, erklärte Eberl. Gerade der niederländische Trainer von Warschau, Theo Bos, äußerte sich gerade erst positiv in einem Interview über seinen Landsmann.
Ungeachtet dessen wird Michael Frontzeck mit seinen „Fohlen“ versuchen, den „Adlern“ in Frankfurt die Federn zu rupfen. »Es ist ein schweres und wichtiges Auswärtsspiel für uns«, weiß Frontzeck um die Bedeutung des Spiels. »Frankfurt ist eine mit Druck spielende Mannschaft, die personell auch wieder anders da stehen wird, als in der letzen Woche. Von daher wissen wir, was auf uns zukommt. Wir fahren mit dem nötigen Respekt nach Frankfurt, in dem Wissen, dass es ein Gegner ist, der immer versucht, Fußball zu spielen. Aber das ist eine Mannschaft, gegen die man sich reinbeißen«. Bisher gelangen den Borussen die drei Siege alle auf fremden Plätzen. Es ist durchaus zwingend von Nöten, dass am Sonntag der vierte hinzukommt…





