Mit Michael Fink hat Borussia Mönchengladbach auf die Abwanderungsgedanken von Michael Bradley reagiert und einen defensiven Mittelfeldspieler verpflichtet. Der 28-jährige ehemalige Bundesligaspieler, der zukünftig im Borussen-Trikot mit der Rückennummer sechs aufläuft, wurde von Beşiktaş Istanbul bis Saisonende ausgeliehen und stellte sich am Tag nach seiner Verpflichtung und nach seiner ersten Trainingseinheit mit den Borussen den Medienvertretern vor.
Michael Fink über…
sein erstes Training mit der Borussia…
Das war gut. Ich habe mich darauf gefreut, die Jungs zu sehen und mit der Mannschaft zu trainieren. Darauf habe ich lange genug gewartet. Die Verhandlungen laufen ja schon ein bisschen. Es bleibt wenig Zeit bis zum ersten Spiel und deshalb war es für mich gut, so schnell wie möglich da zu sein.
seinen ersten Eindruck von der Mannschaft…
Ich denke, dass in der Mannschaft eine ganz gute Stimmung herrscht. Jeder weiß, worum es geht. Man merkte, dass sowohl auf dem Platz als auch außerhalb des Platzes alle konzentriert sind. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass die Mannschaft das schafft.
über seinen Fitnesszustand…
Der ist gut. Ich fühle mich topfit. Ich fast die ganze Vorbereitung bei Istanbul mitgemacht. Seit ungefähr einer Woche bin ich jetzt in Deutschaland und habe mich mit einem Personal-Trainer fit gehalten. Ich bin fit. Natürlich muss man schauen, wie schnell die Abstimmungen mit der Mannschaft klappen. Ich bin jetzt gerade erst einen Tag da. In zwei Tagen ist schon das erste Spiel.
über das Zustandekommen und über die Beweggründe des Wechsels zur Borussia…
Ich kam in Istanbul nicht mehr so zum Spielen, wie ich mir das vorgestellt hatte. Der Verein hat mir mitgeteilt, dass man mich für das halbe Jahr gerne ausliehen möchte. Dann gab es mehrere Interessenten. Ich habe mir alles angehört und war nach den Gesprächen mit Michael Frontzeck und Max Eberl überzeugt. Es ist für mich und auch für die Mannschaft eine große Herausforderung. Ich will dazu beitragen, dass wir es schaffen, wovon ich auch überzeugt bin.
Deswegen habe ich mich für Gladbach entschieden und weil ich auch glaube, dass man hier aus der Situation einfach eine große Erfahrung herausziehen kann. Wenn wir den Klassenerhalt schaffen sollten, glaube ich, dass der Verein auf einem guten Weg ist. Borussia ist ein Traditionsverein und hat super Fans. Auch wenn man mit Spielern von anderen Vereinen spricht, dann hört man immer, dass die Fans super sind, der Verein super ist und super geführt wird.
über die Gespräche mit Borussia…
Anfang Januar hat eigentlich alles begonnen. Es gab noch Kontakte zu anderen Vereinen. Deswegen hat sich das auch alles etwas hingezogen. Hier wusste man natürlich auch noch nicht ganz genau, wie das mit dem Michael (Bradley, d. Red.) weiterläuft. Er hat ja mitgeteilt, dass er gerne wechseln möchte, wenn das Angebot aus England kommt, wie es damals hieß. Jetzt gab es den Wechsel Türkei. Er in die Türkei (wenn, dann Galatasaray Istanbul?, d.Red.) und ich von der Türkei hierher.
über die verschiedenen Angebote…
Es gab Angebote aus verschiedenen Ländern. Ich hatte Angebote aus Russland, natürlich auch aus der Türkei, wo mich acht, neun Vereine gerne haben wollten. Auch aus Italien hatte ich ein Angebot und aus der Bundesliga. Meine Priorität bei einem Wechsel war, dass ich wieder in die Bundesliga zurückkomme. Wie gesagt, die Gespräche und auch das Potenzial der Mannschaft haben mich überzeugt.
über seine Zeit in der Türkei…
Im ersten Jahr hat es für mich sehr gut funktioniert. Ich habe fast alle Spiele gemacht, habe auch in der Champions League gespielt und war sehr zufrieden. Die Resonanz von den Fans und von den Medien war im ersten Jahr eigentlich ganz positiv. Dann gab es den Trainerwechsel. Der alte Trainer hat gesundheitlich aufgehört. Der neue Trainer Bernd Schuster hatte dann andere Vorstellungen und hat aus seiner Zeit in Spanien auch einige Spieler mitgebracht. Dadurch, dass es in der Türkei eine Ausländerbeschränkung gibt - es dürfen nur sechs Ausländer von Anfang an spielen und zwei dürfen auf die Bank - ist es dann natürlich schwer, alle unter einen Hut zu bringen.
Wir waren am Ende vierzehn Ausländer. Dann wurde eben einigen mitgeteilt, dass sie den Verein verlassen können oder sollen. Somit war es bei einem Wechsel natürlich auch wichtig, dass ich die Möglichkeit habe, zu spielen. Ich wäre jetzt nicht zu einem Verein gewechselt, wo die Chancen vielleicht nicht so gut gestanden hätten, zum Einsatz zukommen, denn ich habe ja in der Vorrunde nicht so oft gespielt und da ist es wichtig, dass man die Spielpraxis wiederbekommt, weil man sonst auch Schwierigkeiten hat, sein Level zu halten.
über die Aufgabe Klassenerhalt…
Natürlich ist das eine schwere Aufgabe. Wie schon gesagt: Es ist eine Herausforderung und dazu möchte ich beitragen. Aber es ist noch nichts verloren. Es sind sechs Punkte. Die näöchsten drei Spiele sind da ganz wichtig für uns. Vor allen Dingen die Duelle gegen die direkten Konkurrenten VfB Stuttgart und FC St. Pauli. Wenn man aus den Sp0ieeln positive Ergebnisse und Punkte holt, dann ist es noch mehr wie möglich. Ich bin hierher gekommen, um den Kalssneerhalt z uschaffen und um dann auch die nöchsten Jahr hier weiterzuhlefen.,
über die Situation Abstiegskampf und die damit verbundenen Drucksituation…
Natürlich ist Druck dabei, aber der ist jetzt nicht nur da, weil ich erst einen Tag hier bin, sondern den hat der Verein ja seit Ende der Vorrunde. Ich kenne das und habe die Situation auch schon bei Frankfurt und auch in Bielefeld erlebt. Eigentlich kann man aus solchen Situation nur lernen. Natürlich muss man versuchen, daraus auch positive Akzente herauszuziehen.
Das Allerwichtigste ist, einen kühlen Kopf zu bewahren. Es bringt nichts, dass sich jeder einzelne verrückt macht, sondern man muss schauen, dass man kühlen Kopf bewahrt und das man auf alte Tugenden zurückgreift und erst mal über den Willen und Kampf in das Spiel kommt.
Ich denke, in solchen Situation geht es einfach nicht anders. Wenn man darüber kommt, dann schafft man es auch, die spielerischen Akzente nach vorne zu setzten. Ich denke, vorne hapert es nicht, sondern wir müssen schauen, dass wir in der Defensive wieder sicherer stehen und nicht so viele Gegentore bekommen. Vorne können wir immer etwas bewegen.
über das kommende Spiel bei Eintracht Frankfurt…
Darauf freue ich mich natürlich. Ich bin gegen jeden Gegner motiviert, aber natürlich ist man jetzt, wo es wieder nach Frankfurt geht, doppelt motiviert. Ich bin ja dort erst seit lediglich 1,5 Jahren weg. Ich denke, dass ich später dort meine Lebenszeit verbringen werde. Ich hatte in Frankfurt eine schöne Zeit und freue mich natürlich darauf, die alten Kollegen wiederzusehen.
Ich denke, dass ich dem Trainer da noch ein paar Tipps geben kann, denn ich habe aus der Frankfurter Zeit noch ganz gute Kontakte. Ob ich jetzt von Anfang spiele, wird man sehen. Ich weiß natürlich nicht, was sich der Trainer genau vorstellt. Wenn ich nicht von Anfang an spielen und ich reinkommen sollte, dann versuche ich der Mannschaft so gut wie möglich zu helfen. Aus Frankfurt wollen wir die drei Punkte mitnehmen.





