Frustrierte Borussen nach der Niederlage gegen Leverkusen
Nach der 1:3-Niederlage gegen Bayer Leverkusen hat sich für Borussia Mönchengladbach die Situation im Tabellenkeller gerade aufgrund der Ergebnisse der Konkurrenz wieder verschärft. Doch die Köpfe in den Sand stecken kommt für die Borussen nicht infrage.
Die Borussen starteten verhalten in die Partie und hatten die mit mehr Ballbesitz ausgestatteten Leverkusener unter Kontrolle. Die Gäste konnten sich so zwar keine zwingende Torchance herausspielen, gingen dennoch acht Minuten vor dem Seitenwechsel in Führung.
Nach Foulspiel von Martin Stranzl zirkelte Kadlec seinen Freistoß aus zwanzig Metern über die Abwehrmauer hinweg ins rechte Eck. »Es ist natürlich doppelt bitter, wenn man uns einen Freistoß in den Winkel haut«, ärgerte sich Stranzl. »So ein Freistoß kann mal reingehen«, meinte Kapitän Filip Daems.
Ein Schock für den VfL, der das Spiel bis dato recht offen gestaltete und gut gearbeitet hatte. »Ich denke, dass wir gut ins Spiel gekommen sind und auch unsere Chancen gehabt haben«, befand Filip Daems. Womit er nicht falsch lag, denn gerade Mo Idrissou, Marco Reus und Mike Hanke hätten zuvor für die Führung sorgen können.
Die „Fohlen“ wirkten nach dem Rückstand, der alles andere als in der Luft gelegen hatte, gelähmt, was die fortan agilere Werks-Elf eiskalt ausnutzte und in der letzten Minute des ersten Durchgangs die Führung ausbaute. Vidal konnte auf Borussias linker Seite unbedrängt flanken, Castro stand am langen Pfosten völlig ‚blank‘ und köpfte aus kurzer Distanz durch die Beine von Heimeroth in die Maschen. »Da haben wir uns nicht clever genug angestellt - das darf uns eigentlich nicht passieren«, bemängelte Stranzl.
Die 2:0-Pausenführung sollte die Vorentscheidung in einem Spiel sein, in dem sich die Truppe von Michael Frontzeck jedoch nicht hängen ließ. »Wir haben heute gekämpft und nach vorne viel versucht«, sagte Dante, der für den erkrankten Levels in die Startelf rückte. »Ich habe 20 Minuten vor dem Aufwärmen erfahren, dass ich spiele. Aber ich bin ein Spieler, der immer hochkonzentriert ist und ich bereite mich immer dafür vor, dass ich von der ersten Minute an spielen kann«, beschrieb der Brasilianer und ergänzte: »Natürlich ist es nach fünf Monaten nicht so einfach, direkt gegen einen solchen Gegner zu spielen. Ich aber bin kein Spieler, der immer Entschuldigung sagt. Wichtig ist, dass das Knie hält und dass wir unsere Leistung bringen«.
»Ich habe gemerkt, dass wir auf dem Platz präsent waren und uns Chancen erarbeitet haben«, befand Mike Hanke nach den 90 Minuten, womit er durchaus Recht hatte.
Scheiterte zunächst de Camargo mit seinem Abschluss an Bayer-Schlussmann Adler, so setzte Stranzl die „Torfabrik“ nach Vorlage von Neustädter in Minute 65 mit einem ‚Sahneschuss‘ zum 1:2-Anschlusstreffer in die Maschen. »Ich habe kurz geschaut und mir gedacht: Hau mal drauf, was soll schon passieren. Es war natürlich ein bisschen Glück dabei, aber es wäre mir lieber gewesen, wenn wir zu Null gespielt hätten«, konnte sich der Torschütze, der sein letztes Bundesligator im Trikot des VfB Stuttgart ebenfalls gegen Leverkusen erzielt hatte, verständlicherweise nicht richtig freuen.
In der Folgezeit keimte noch mal so etwas wie Hoffnung auf. »In der zweiten Halbzeit haben wir dann gerade auch nach dem 1:2 noch alles versucht, das Spiel zu drehen«, sagte Filip Daems. In der Tat steckte der VfL nicht auf und setzte alles daran, den Ausgleich zu erzielen. Gelegenheiten dazu gab es, doch diese wurden auf der Strecke gelassen.
Allen voran in Minute 73, als der Ausgleich in der Luft lag, Nordtveit und Hanke jedoch vergaben. Im gleichen Spielzug erzielte die Bayer-Elf den dritten Treffer, der für die endgültige Entscheidung sorgte. »Im Gegenzug bekommen wir einen Konter, der zum 1:3 führt. Das ist natürlich sehr bitter«, ärgerte sich Hanke und ergänzte: »Da war Leverkusen verunsichert. Ich bin sauer, weil gerade nach dem 1:2 mehr drin war«.
Es war mehr drin, doch am Ende standen die Borussen wiedermal mit leeren Händen da. Und das ist umso dramatischer, da der Abstand sowohl auf den Relegationsplatz als auch auf das gänzlich rettende Ufer aufgrund der Ergebnisse der Konkurrenz auf sechs Punkte angewachsen ist. »Wenn man die Tabelle sieht - Köln hat gestern gewonnen - dann wird es nicht einfacher«, weiß Filip Daems. »Wir dürfen aber nicht negativ denken. Wir müssen das Beste geben und in Frankfurt so auftreten, wie wir es in Nürnberg getan haben«.
»Wir müssen jetzt genauso konzentriert weiterarbeiten, Fehler vermeiden und weiter an unsere Möglichkeiten glauben. Es sind noch einige Spiele und wir müssen unsere Fans an uns reißen«, forderte Martin Stranzl. »Wenn wir mit diesem kämpferischen Einsatz die nächsten Wochen angehen, dann werden wir auch zuhause unsere Punkte holen. Daran werden wir jetzt arbeiten«, ergänzte Mike Hanke.
»Wir müssen jetzt nach vorne schauen und es muss im Kopf bleiben, dass wir es schaffen können«, gab Dante die Marschrichtung vor. »Wir müssen jeden Tag im Training hart arbeiten, kämpfen und dürfen nur ein Ziel haben: Die erste Liga - Punkt«.
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