Große Erleichterung bei Borussia nach dem erkämpften Sieg gegen den ‚Club‘
Borussia Mönchengladbach ist positiv in die Rückrunde und die damit verbundene Mission Klassenerhalt gestartet. Mit 1:0 gewannen die Borussen beim 1.FC Nürnberg und haben so den Anschluss gehalten. Ärgerlich an dem Sieg des VfL war lediglich, dass die Konkurrenz auch punkten konnte. Dennoch schaute man auch am Tag nach dem dritten Auswärtssieg in erleichterte Gesichter der Protagonisten. Und auch Borussias Trainer Michael Frontzeck war mit seinen Profis zufrieden.
»Wir sind mit einem guten Gefühl nach Nürnberg gefahren. Das hat die Mannschaft dort über weite Strecken des Spiels gezeigt. Dazu hatten wir nach hinten heraus auch mal das Quäntchen Glück, was uns gerade in der Hinrunde nicht gerade verfolgt hat«, freute sich Michael Frontzeck nach dem Auslaufen am Sonntag, an dem Filip Daems aufgrund von Magenproblemen nicht teilgenommen hatte.
Glück hatten die Borussen allerdings in der einen und anderen Situation, die Schiedsrichter Babak Rafati zu Gunsten des VfL bewertete, doch brauchte sich auch der FCN nicht zu beschweren. So erhielt der ‚Club‘ fünf Minuten vor Abpfiff einen zumindest strittigen Elfmeter, den Eigler nach einem Zweikampf mit Tobias Levels nahezu provozierte.
Ein Pfiff, der Marco Reus gehörig auf die Palme brachte. »Ich denke, den Elfmeter muss man nicht pfiffen«, befand der Youngster, der sich für sein vehementes Einschreiten die gelbe Karte einhandelte. »Ich denke, den hat der Schiedsrichter gegeben, weil er zuvor nach dem Foul von Mo den Elfmeter nicht gegeben hat und weil die Zuschauer ein bisschen aufgebracht waren«.
Doch hatte Christofer Heimeroth zuvor bei dem nicht anerkannten regulären Tor von Mendler alles andere als gut ausgesehen, so ahnte Gladbachs Schlussmann die Ecke von Javier Pinola. »In der Mannschaftsbesprechung behandeln wir größtenteils auf Video die Schützen, die die letzten Elfmeter geschossen haben«, hatte der 29-Jährige zuvor den Schützen genau studiert. »Daran kann man sich dann ein bisschen orientieren, aber letztendlich ist es auch ein bisschen Intuition und Glück«.
So hielt Heimeroth mit einem Reflex schlussendlich den Dreier fest und hatte somit seinen Beitrag zum dritten Saisonsieg geleistet. »Ich bewerte meine Spiele nicht nach einzelnen Paraden. Es war für den Verein und für uns als Mannschaft wichtig, dass wir das erste Rückrundespiel gewonnen und zu Null gespielt haben. Mehr nicht«, sagte Heimeroth.
Dass die Borussen generell nach 90 Minuten die drei Punkte mit nach Gladbach nehmen konnten, hatte Roman Neustädter mit seinem frühen Treffer möglich gemacht. Der 22-Jährige hatte im defensiven Mittelfeld doch überraschenderweise den Vorzug vor Michael Bradley erhalten. »Roman hat konstant gute Trainingsleitungen gezeigt und hat in seiner Entwicklung einen Sprung gemacht«, begründete Frontzeck seine Entscheidung.
»Er hat eine gewisse Zeit gebraucht, aber dass er die Qualitäten und die Möglichkeiten hat, ein guter Bundesligaspieler zu werden, davon bin ich überzeugt. Nun hat er die ersten Schritte gemacht - es liegt jetzt an ihm«, ergänzte der Trainer, der wohl auch im kommenden Spiel auf den Youngster setzten wird. »Am Mittwoch habe ich schon beim Elf-gegen-Elf mit Thorben zusammengespielt. Am Donnerstag hat mich der Trainer zu sich gerufen und mir gesagt, dass es meine Chance ist, sich in der Mannschaft festzubeißen, weil ich in der Vorbereitung gute Leistungen gezeigt habe«, erklärte Neustädter.
»Das war für mich ein super Gefühl und ein super Erfolg, aber dass wir gewonnen haben, ist eigentlich das Wichtigste und hat mich noch mehr gefreut. Ich freue mich riesig und genieße es im Moment«, strahlte Borussias Torschütze. Nicht ‚nur‘ aufgrund des Tores hat der Ex-Mainzer das Vertrauen des Trainers mit einer mehr als ordentlichen Leitung durchaus gerechtfertigt. »Ich denke schon, dass es für Borussia mein bestes Spiel war«, meinte Neustädter. »Daran möchte ich in den nächsten Wochen weiter anknüpfen«.
Es bleibt derweilen abzuwarten, ob sich der 22-Jährige nun auf Dauer in die Mannschaft gespielt hat und weiter die Gelegenheit bekommt, an die gute Leistung von Nürnberg anzuknüpfen. »Das wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Es war ja jetzt erst ein Spiel, die Rückrunde ist noch lang«, weiß Neustädter und geht mit der Nötigen Lockerheit und Akribie an die Sache heran. »Ich werde weiter weiterhin versuchen, die Leistung abzurufen, die ich gestern auf den Platz gebracht habe und dann hoffen, dass der Trainer mich weiter aufstellt«.
Gerade in der hektischen Schlussphase mussten die Borussen um den dritten Saisonsieg zittern, doch sie hielten mit vereinten Kräften dagegen und so am Ende die drei Punkte fest. »Es war mal an der Zeit, dass du so ein Spiel auch mal nach Hause bringst. Wir hatten wirklich den absoluten Willen und auch das Quäntchen Glück, das wir das 1:0 über die Zeit bekommen. Das freut mich natürlich auch«, zeigte sich Michael Frontzeck erleichtert.
»Wir haben uns vorgenommen, dass wir zu Null spielen. Ich denke, dass wir in der ersten Halbzeit ganz ordentlich gespielt, in den letzten 20 bis 25 Minuten dann aber ein bisschen nachgelassen haben. Wir müssen daran arbeiten, dass wir 90 Minuten den Druck so vorne halten können, dass wir nicht in Gefahr kommen«, analysierte Marco Reus.
Mit einem Auswärtssieg in die Rückrunde gestartet und dazu noch ohne Gegentor. Durchaus Grund genug, erleichtert zu sein. »Alles zusammengenommen sind wir natürlich glücklich, dass wir so in die Rückrunde gestartet sind. Das ist wichtig für uns und auch für die Köpfe der Spieler ist es wichtig, dass wir zu Null gespielt haben. Das gibt auch wieder ein gutes Gefühl«, fasste Frontzeck zusammen.
»Es war ein gutes Zeichen, zum Rückrundenstart drei Punkte zu erreichen. Ich hoffe, dass es uns für die kommenden Begegnungen Selbstbewusstsein gibt«, fasste Marco Reus zusammen.
Die erste Etappe in Richtung Ziel Klassenerhalt haben die Borussen also erfolgreich gemeistert. Ob der Auswärtssieg indes wirklich Rückendwind und Auftrieb gibt und es weiter aufwärts geht, wird die nächste Woche zeigen. Dann nämlich empfängt der VfL am Sonntag Bayer Leverkusen im Borussia-Park. »Leverkusen gehört sicherlich zu den spielstärksten Mannschaften. Wir haben es in der Saison schon zweimal bewiesen, dass wir Leverkusen schlagen können. Davor allerdings 26 Jahre gar nicht. Wir müssen uns natürlich darauf einstellen, dass wir wieder an unsere Grenzen gehen und einen Sahnetag erwischen müssen«, richtete Michael Frontzeck bereits am Sonntag den Fokus auf die kommende Aufgabe, auf die sich die Borussen nach dem trainingsfreien Montag ab Dienstag vorbereiten werden.
»Das wird natürlich ein anderes Spiel. Leverkusen ist eine bärenstarke Mannschaft, auf die wir höllisch aufpassen müssen«, ist auch Marco Reus die Schwere der Aufgabe bewusst. »Darauf müssen wir uns unter Woche vernünftig vorbereiten. Dann schauen wir mal, was dabei rauskommt«, ergäntze Reus. »Für uns war wichtig, dass wir drei Punkte eingefahren haben«, sagte Mike Hanke, der den Treffer des Tages von Roman Neustädter vorbereitete. »Wir wollen natürlich weg von den Abstiegsplätzen und wollen jetzt auch gegen Leverkusen gewinnen. Da sollten wir mit breiter Brust ins Spiel gehen«.
Mit dem Sieg in Nürnberg hat die Borussia die erste Hürde genommen und ist auf einem guten Weg, das erklärte Ziel zu erreichen. Nun warten noch sechzehn Endspiele, in denen der VfL nicht nachlassen darf. So bleibt zu hoffen, dass der Sieg beim 'Club' keine Eintagsfliege war und die Borussen mit Rückenwind in die kommenden Aufgaben gehen, was Marco Reus stellvertretend für seine Mitspieler hofft: »Wir hoffen alle, dass es der erste Schritt in die richtige Richtung war«.





