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Mike Hanke: »Wollen in Nürnberg mit drei Punkten anfangen«

Borussias Neuzugang aus Hannover war zu Gast bei Radio 90,1

Jeden Mittwoch ist beim Mönchengladbacher Radiosender 90,1 Zeit für die Sendung ‚Borussia hautnah‘. Gestern begrüßte Moderatorin Petra Koch in der ersten Sendung nach der Winterpause Borussias ersten Neuzugang Mike Hanke. In den 60-Minuten, in denen auch Telefongast Sergio Pinto von Hannover 96 über den Stürmer sprach, sprach der 27-Jährige unter anderem über seine Anfänge beim FC Schalke 04, über die Erlebnisse bei Hannover 96 mit dem Tod von Robert Enke und über die schwere Aufgabe mit der Borussia in der Rückrunde.

Petra Koch: Sergio Pinto ist heute unser Überraschungsgast. Hallo Sergio. Ihr wart zusammen in New York und habt dort zusammen Silvester gefeiert.  Was ist Mike für ein Typ?

Sergio Pinto: Mike ist ein Typ, mit dem man viel Gutes erleben kann. Ich kann nur positiv über ihn strotzen. Sein Charakter ist einwandfrei und ich finde es sehr schade, dass er uns in Hannover verlassen hat.

Petra Koch: Mike, wie schwer ist es dir gefallen zu gehen?

Mike Hanke: Die Mannschaft in Hannover ist auf jeden Fall in Takt. Ich habe dort sehr viele und gute Freunde gefunden. Sergio ist auch ein sehr guter Freund von mir geworden. Ich war mit ihm lange auf einem Zimmer. Ich musste aber mal einen Tapetenwechsel haben und da kam mir Gladbach gerade recht.

Petra Koch: Da muss dann manchmal auch eine Freundschaft zurückstecken, jedenfalls was das gemeinsame Spielen angeht. Ich denke, euer Kontakt bleibt bestehen, oder Sergio?

Sergio Pinto: Ich gehe mal davon aus, es sei denn, Mike hat andere Pläne.

Petra Koch: Jetzt müssen wir mal über das letzte Spiel von Hannover gegen Gladbach reden. Da wart ihr beide ja maßgeblich dran beteiligt. Zu einen die Niederlage von Gladbach. Ich sage mal so Sergio: Du hast dafür gesorgt, dass einer bei uns vom Platz fliegt, eigentlich hat er selbst dafür gesorgt und Mike hat noch ein Tor daraufgesetzt. So ist Mike Hanke letztendlich eigentlich durch die Suspendierung von Raul Bobadilla nach Gladbach gekommen. War das geplant?

Sergio Pinto: Ich habe Mike ja schon vorher gesagt: Falls er nach Mönchengladbach geht, muss er mir einen ausgeben. Das holen wir irgendwann noch mal nach.

Petra Koch: Ich habe mir die Medienberichte der letzten Jahre über Mike Hanke angeschaut. Das macht man ja, wenn man sich auf diese Sendung vorbereitet. Warum liest man häufig, dass Mike Hanke ein schwieriger Typ ist?

Sergio Pinto: Ich weiß nicht, wer diese Gerüchte in die Welt gesetzt hat. Ich kenne Mike Hanke schon lange. Ich habe ihn als Mensch und Fußballer noch nie als schwierig empfunden. Wir kommen sehr gut zurecht und das sind Sachen, die in der Presse hochgepuscht werden. Das ist jedoch nicht die Wahrheit.

Petra Koch: Mike, ärgert einen das schon mal, dass man vielleicht auch ein bisschen verkannt wird?

Mike Hanke: Ich glaube, ich habe jetzt seit gut einem Jahr keine Zeitung mehr gelesen. Es ist mir auch völlig Wurst, was die Zeitungen schreiben. Wichtig ist, was in der Mannschaft ist und was meine Familie und meine engsten Freunde von mir denken.

Petra Koch: Wie habt ihr denn in New York Silvester gefeiert?

Sergio Pinto: Den Schneesturm haben wir Gott sei Dank nicht miterlebt, da wir erst zwei Tage später eingeflogen sind. Silvester war keine gute Geschichte, da ich ein bisschen mehr erwartet hätte. Im Nachhinein habe ich Silvester in einer guten Atmosphäre, in einem sehr familiären Kreis und mit sehr guten Freunden von mir verbracht.

Petra Koch: Sergio, vielen Dank. Für euch scheint ja im Moment die Sonne.

Sergio Pinto: Ja das stimmt, aber die Gladbacher die packen das auch. Wir drücken die Daumen.

Petra Koch: Mike, ich sage mal, dass du für den Rückrundenauftakt gesetzt bist. Siehst du das auch so?

Mike Hanke: Ja, jetzt erst mal für das erste Rückrundenspiel gegen Nürnberg, da werde ich wohl spielen. Heute im Training sah es auf jeden Fall so aus und ich bin schon heiß darauf.

Petra Koch: Du spieltest in der Vorbereitung immer mit Igor de Camargo zusammen. Klappt das gut?

Mike Hanke: Ja. Unser Primärziel war in den Testspielen, dass wir erst mal zu Null spielen. Das haben wir geschafft. Wir haben kein Gegentor bekommen, was sehr wichtig für uns war. Auch das wir erst mal wieder Stabilität rein bekommen, war sehr wichtig. Nach vorne geht dann immer was. Wer dann letztendlich die Tore macht, ist eigentlich auch egal. Wir wollen natürlich jetzt in Nürnberg mit drei Punkten anfangen.

Petra Koch: Man sagt dir den Riecher vor dem Tor nach. Wenn du vor dem Tor stehst, ist es immer gefährlich, da geht dann immer was. Ist das Instinktsache, hat man das oder kann man das Lernen? Denn du hattest das ja eigentlich schon als junger Mann, was du immer noch bist, aber als ganz junger Mann.

Mike Hanke: Ja, das stimmt. Wenn der Ball in den 16er kommt, dann bin ich sehr oft da, wo der Ball hinkommt. Ich denke schon, dass es ein Stückweit Instinkt ist. Ich glaube nicht, dass man das lernen kann.

Petra Koch: Stoßstürmer, Strafraumstürmer. So nennt man Jungs wie dich, die immer da sind, wo es brennt. Wir haben schon mal drüber gesprochen. Muss man ein Spiel umstellen, wenn man mit einem Stürmertypen wie dir spielt, oder kannst du dich auf die Mitspieler und auf das was ist, einstellen?

Mike Hanke: Nein, die Mannschaft muss sich nicht auf mich einstellen. Ich stelle mich natürlich auf die Mannschaft und auf das ein, was für die Mannschaft am besten ist. In diesem Fall ist das jetzt erst mal die Arbeit nach hinten. Dass wir kompakt stehen und dass die beiden Stürmer richtig viel mit nach hinten arbeiten. Klar müssen wir da eine hohe Laufbereitschaft an den Tag legen, aber wie gesagt: Wenn die Bälle in den 16er reinkommen, dann bin ich da sehr gefährlich. Auch Marco Reus ist im Eins-gegen-Eins brandgefährlich. Wenn er mit mir Doppelpass spielt, dann geht er aufs Tor. So können auch Tore fallen.

Petra Koch: Wir sind auch sehr gespannt. Du bist vom Tabellenvierten gekommen. Es war nach der letzten Saison nicht unbedingt zu erwarten, dass Hannover 96 nach der Hinrunde auf dem vierten Tabellenplatz steht. Da hast du erlebt, was Gladbach jetzt vor sich hat. Ein Kampf bis zum Ende um die Klasse. Eigentlich musst du ja wissen wie es geht, oder?

Mike Hanke: Ich habe es sogar schon drei Mal hinter mir. Zwei Mal in Wolfsburg und letztes Jahr. Da war es trotzdem auch noch sehr besonders mit der Geschichte um Robert Enke. Das alles hat uns sehr getroffen. Dann standen wir da unten drin und wussten erst mal nicht weiter. Wir haben uns sehr oft zusammengesetzt und haben es dann gemeinschaftlich geschafft, da raus zu kommen.

Petra Koch: Es ist ja mit Sicherheit ein Trauma, was man da mit der ganzen Tragik, wie es passiert ist, erlebt. Hat es euch dann vielleicht auch noch mal mehr zusammengeschweißt?

Mike Hanke: Ja, ich denke schon. Wir waren ja schon vorher da unten drin. Das kam dann noch dazu. Wir haben dann erst mal gebraucht, bis wir das alles verarbeitet haben und uns wieder zu 100Prozent auf Fußball konzentrieren konnten. Es hat dann irgendwann geklappt. Dann kam irgendwann auch der Erfolg wieder. Wir haben wieder die Spiele gewonnen und haben dann zum Schluss eine kleine Serie gestartet, was sehr positiv war.

Petra Koch: Es ist vor gut einem Jahr viel darüber diskutiert worden, dass sich nach dem Tod von Robert Enke viel in der Bundesliga ändern soll. Hast du ein Jahr später das Gefühl, dass sich etwas was geändert hat, oder sagst du: Es ist alles beim Alten geblieben?

Mike Hanke: Ich habe gespürt, dass es in den ersten Monaten schon ein bisschen anders war. Unser erstes Spiel hatten wir ‚Auf Schalke‘. Da wurden wir vom ganzen Stadion mit Applaus empfangen. Ich denke aber schon, dass jetzt wieder Normalität eingetroffen ist. Es gehört natürlich auch dazu, dass man im fremden Stadion dann eben auch auf irgendeine Art beschimpft wird. Es kommen Emotionen hoch, aber ich kann da sehr gut mit umgehen.

Petra Koch: Das die ‚Auf Schalke‘ applaudiert haben, könnte ja auch an dir gelegen haben. Du hast dort noch einen guten Ruf, oder?

Mike Hanke: Ja das stimmt. Es gibt auch viele Schalker-Fans, die mich gerne dort gesehen hätten. Aber ich denke, ich habe in Gladbach genau so gute Fans, die jetzt hinter der Mannschaft stehen, wenn wir alles geben. Das werden wir natürlich machen und dann wird irgendwann die Wende kommen.

Petra Koch: Trotzdem. ‚Auf Schalke‘: Da müssen wir mal kurz drüber reden. Als junger Stürmer war das damals unter Huub Stevens so deine Durchbruchszeit. Da war plötzlich der Blondschopf Mike Hanke da. Du hast da als eines der größten deutschen Sturmtalente gegolten.

Mike Hanke: Ja, das war damals so. Es geht immer noch sehr schnell. Wenn man vier bis fünf gute Spiele macht, gilt man sofort schon als Supertalent. So war es bei mir früher auch. Da habe ich glaube im UEFA-Cup in fünfzehn Spielen elf Tore gemacht. Dann ging es noch weiter in die Nationalmannschaft. Für einen jungen Menschen ist es sehr schwierig, damit umzugehen. Das war bei mir früher auch so. Ich hatte von meinen Eltern und von meinen guten Freuden sehr viel Halt bekommen und die haben mich dann auch aufgefangen.

Petra Koch: Jetzt ist man ein paar Jahre weiter. Du bist 27. Wie sieht man die Zeit von damals? Sagt man sich, ich hätte auch hier und da was anders machen können, oder sagst du, das war alles ok?

Mike Hanke: Ich hatte gute und schlechte Zeiten. In Hannover war es zum Beispiel zum Schluss mit den Fans nicht gerade rosig. Es gab immer wieder Probleme mit ihnen und auch im Umfeld. Zum Schluss war es dann okay. Da habe ich ja auch die Tore gemacht. Das hat mich sehr gestört. In der Presse habe ich das auch gesagt, dass es zu schnelllebig ist. Ich möchte auch nichts missen was in der Vergangenheit war. Das war gut so und jetzt schaue ich nach vorne.

Petra Koch: Heißt das, dass jede Erfahrung, egal ob positiv oder negativ, einen auch wachsen lässt? Du wirkst auch innerlich sehr ruhig. Ist das so?

Mike Hanke: Absolut. Das merkt man natürlich auch schon an den Interviews. Ich weiß genau was ich sage, was ich sagen darf und was nicht. Das ist dann natürlich auch ein Stück Erfahrung.

Petra Koch: Wir wollen noch ein bisschen über Borussia reden. Rückrundenauftakt in Nürnberg. Dort ist auch Dieter Hecking. Den kennst du. Ist es gut, wenn man diesen kennt und weiß, wie er arbeitet?

Mike Hanke: Das hat mit dem Spiel weniger zu tun. Ich weiß schon, wie er die Mannschaft einstellt, aber wie sie jetzt gegen uns spielen, das weiß ich natürlich nicht. Das Gute ist, dass wir mit Hannover im letzten Hinrundenspiel auch in Nürnberg gespielt haben. Von daher kenne ich die Mannschaft noch sehr gut. Wir haben da leider verloren, aber jetzt soll es natürlich anders sein.

Petra Koch: Ihr habt jetzt eineinhalb Wochen Vorbereitung hinter euch. Es war eine kurze Vorbereitung. Du hast die Mannschaft und die Mitspieler kennengelernt. Ihr habt versucht, Automatismen aufzubauen. Wenn du die Mannschaft einschließlich euch dreien siehst: Wie schätzt ihr euch ein und wie gewappnet seid ihr für die Mission Klassenerhalt?

Mike Hanke: Wir haben ein sehr gute Vorbereitung hingelegt. Die war sehr kurz, aber im Trainingslager haben wir richtig gut gearbeitet und die Testspiele sehr gut abgeschlossen. Ich kann immer nur wieder sagen, dass es sehr wichtig war, dass wir zu Null gespielt haben. Ich denke, das gibt uns Selbstvertrauen für das Spiel in Nürnberg. Und wenn wir es da so angehen, dass wir kompakt stehen, nach vorne schnell spielen und die Chancen, die wir haben eiskalt nutzen, dann gewinnen wir in Nürnberg.

Petra Koch: Jetzt kommen drei frische Jungs rein, die alle unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben. Du mit Hannover auf einer Erfolgswelle, Martin Stranzl aus Moskau, der Champions-League gespielt hat und Nordtveit, ein junger Mann, der noch unbelastet ist. Wie wichtig ist es, das jetzt frisches Brot in die Mannschaft, die eine Hinrunde hinter sich hat, wo nicht viel passte, reinkommt?

Mike Hanke: Ich denke schon, dass es wichtig ist, auch ein bisschen Frische in die Mannschaft hinein zu bringen. Ich habe jetzt nichts wirklich Negatives in der Hinrunde erlebt. Ich habe zwar auch nicht so viel gespielt, aber immer wenn ich dann gespielt habe, habe ich Gas gegeben und das ein oder andere Tor gemacht - leider auch gegen Gladbach. Das versuche ich jetzt natürlich auch in die Mannschaft hinein zu bringen. Mit dieser gewissen Lockerheit mit der du in ein Spiel gehen solltest. Die muss man einfach haben, um Erfolg zu haben.

Petra Koch: Ich bin ins Trainingslager gefahren und habe mir gedacht, schau mal wie es überhaupt wird, wenn man letztendlich so angespannt ist. Ich war eigentlich froh zu sehen, dass es eine gewisse Lockerheit gibt und dass sie wieder zurückgekommen ist, weil ich denke, dass es ohne diese überhaupt nicht geht, oder?

Mike Hanke: Nein. Wenn wir keinen Spaß daran hätten oder haben, dann könnten wir direkt einpacken, das schaffen wir dann nicht. Wir müssen einfach eine gewisse Lockerheit und Spaß mit in den Tag bringen und auch mal lachen. Das gehört absolut dazu. Dann schaffen wir das.

Petra Koch: Mike Hanke ist 27, das haben wir eben gesagt, und Vater zweier Kinder. Eine Tochter und einen Sohn. Sag doch mal bitte die Namen.

Mike Hanke: Die kleine Prinzessin heißt Janatha-Fey und der Kurze heißt Jayron-Cain. Das sind Namen, die meine Frau ausgesucht hat. Das muss wohl an der Schwangerschaft gelegen haben. Ich weiß auch nicht, wie meine Frau darauf gekommen ist.

Petra Koch: Zwei und drei hast du gesagt sind sie. Die gehen dann jetzt demnächst zum Kindergarten? Denn ihr seid ja gerade in euer Haus frisch eingezogen. Mike Hanke ist handwerklich begabt, habe ich gehört…?

Mike Hanke: Ja, richtig. Die Kinder gehen bald in den Kindergarten. Ob ich handwerklich begabt bin, weiß ich nicht. Auf jeden Fall probiere ich es immer wieder mal. Wir haben heute Morgen die Schlüssel bekommen und ziehen jetzt nach Neuss. Wir wollen da so ein bisschen selber Hand anlegen und sind gerade am streichen. Ich komme gerade frisch vom Malern.

Ich habe alles ausgelegt, da mein Vater noch ist. Da sind gerade alle schwer am arbeiten. Die Räume sind weiß und die Farben der Räume für die Kinder sind dementsprechend so, wie jeder das haben möchte. Der Kleine war für blau und die Kleine für rosa.

Petra Koch: Wenn man mit 27 oder schon ein bisschen früher, ein solches Familienleben hat, ist dann die wilde Zeit vorbei?

Mike Hanke: Ja, das denke ich schon. Man ist schon ruhiger geworden. Man hat eine große Verantwortung für die Kleinen und die Familie. Man wächst da auch rein aber klar, wenn wir mal ein Spiel gewinnen, dann gehe ich auch mal mit den Jungs raus, das ist natürlich klar, denn dafür bin ich noch zu jung, um das nicht zu machen, aber so oft wie früher ist das nicht mehr der Fall. Ich hoffe, dass wir dann demnächst öfter rausgehen können...

Petra Koch: Wir haben eben schon mal drüber gesprochen. Ich erlebe dich jetzt hier als sehr kommunikativ und als sehr nett. So habe ich dich auch im Trainingslager erlebt. Trotzdem gibt es so ein geteiltes Echo über dich. Man weiß nie wo es her kommt, oder?

Mike Hanke: Mir ist das egal. Ich denke, die Leute die mich jetzt hier hören, die sollen sich ihr eigenes Urteil bilden. Ich bin so, wie ich hier rüber komme. Ich verstelle mich da auch nicht. Wenn mich irgendjemand in der Stadt anspricht, dann freut mich das. Da gebe ich auch fröhlich eine Antwort, aber wenn der Typ patzig ist, dann kann ich das auch.

Petra Koch: Du bist eigentlich ein Schalker Jung, also nicht gebürtig. Die Familie war immer Schalke verrückt, oder?

Mike Hanke: Mein Onkel hat hinten im Garten  so eine Hütte, die komplett blau-weiß ist. Er ist schon richtig verrückt. Bei meinem Vater geht es jetzt, früher war er auch so. Ich war früher auch Schalke-Fan. Ich habe dann auch bei Schalke angefangen. Das war natürlich ein Traum. Mein Herz schlägt aber schon ein bisschen für Gladbach. Beim ersten Heimspiel gegen Leverkusen werden wahrscheinlich viele aus meiner Familie im Stadion sein.

Petra Koch: Das heißt also auch, dass die Familie Fußball mit lebt?

Mike Hanke: Ja na klar. Auch die Kinder. Wenn die mich im Stadion sehen, dann flippen die aus.

Petra Koch: 27 Jahre, das haben wir gesagt, ist für einen Profifußballer eigentlich das beste Alter. Startest du jetzt noch mal richtig durch?

Mike Hanke: Ja, das habe ich vor. Deshalb habe ich den Tapetenwechsel gemacht und möchte jetzt in Gladbach neu angreifen. Wir haben da eine riesige Aufgabe vor der Brust, die ich sehr spannend finde. Ich freue mich richtig auf das erste Spiel und bin richtig heiß darauf. Ich denke sehr positiv. Die Mannschaft ist in Takt. Es wird auf dem Platz gesprochen und in der Kabine haben wir Spaß. So soll es sein, so muss es sein und so schaffen wir das dann auch.

Petra Koch: Wenn wir noch mal ein bisschen zurück gehen. Dieses riesen Sturmtalent Mike Hanke - irgendwann ist deine Karriere nicht so verlaufen, wie vielleicht viele gedacht haben. Irgendwann kam der Knick. Weißt du bis heute, warum der kam?

Mike Hanke: Das hat verschiedene Gründe. Es lag teilweise an mir, teilweise vielleicht auch am Trainer und dem Manager. Keine Ahnung. Irgendeinen Grund hat es schon. Ich glaube, dass alle Dinge irgendeinen Grund haben. Das sollte alles so sein. Jetzt bin ich in Gladbach, was auch so sein sollte und jetzt freue ich mich auf die Aufgabe.

Petra Koch: Du hast elf Mal für die Nationalmannschaft gespielt. Thema Abgang?

Mike Hanke: Ja zurzeit schon. Wenn, bin ich da offen. Ich habe mit Gladbach genügend zu tun. Ich habe diese Aufgabe und das reicht erst mal.

Petra Koch: Wenn man dir sagt, mittelfristiges Ziel für dich persönlich. Klar, jetzt erst mal der Klassenerhalt mit der Mannschaft. Was wären deine Wünsche für das nächste Jahr oder für die nächsten zwei Jahre?

Mike Hanke: Natürlich den Stammplatz, den ich jetzt erst mal im ersten Spiel habe zu verteidigen. Mittelfristig mich hier in Gladbach zu etablieren. Tore zu schießen ist natürlich auch noch wichtig. In der nächsten Saison erste Liga spielen und im Mittelfeld der Tabelle angreifen.

Petra Koch: Platz 18 ist ja nicht ungefährlich. Zehn Punkte aus der Hinserie sind dürftig. Im Fußball ist nichts unmöglich. Realistisch eine Chance?

Mike Hanke: Ja, absolut. Es sind noch siebzehn Spiele. Warum soll das nicht gehen? Ich bin da wie gesagt sehr optimistisch und deshalb bin ich auch hierhin gekommen. Wenn ich den Eindruck gehabt hätte, dass es auf keinen Fall geht, dann hätte ich es auch nicht gemacht. Mit dem ‚Worst Case‘ beschäftigen wir uns nicht.

Petra Koch: Wie wird das Spiel gegen Nürnberg aussehen und was erwartet ihr?

Mike Hanke: Wie es aussehen wird, dass möchte ich hier jetzt nicht verraten. Vielleicht hören die ja jetzt mit. Wie wir spielen werden, werden wir in den nächsten Tagen besprechen. Ich weiß es schon, möchte es aber jetzt auch nicht verraten. Wir werden auf jeden Fall eine aggressive Mannschaft sehen.

Petra Koch: Dann drücke ich die Daumen. Es war sehr schön, dass du hier warst. Wir haben hier einen sehr kommunikativen Mike Hanke erlebt und ich wünsche dir eine gute Zukunft bei der Borussia.

Mike Hanke: Dankeschön.


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