Der Schweizer erhält einen Vertrag bis 2013
Am Montagnachmittag präsentierte Borussia Mönchengladbach in Lucien Favre nur einen Tag nach der Entlassung den Nachfolger von Michael Frontzeck. Der 53-Jährige Schweizer, der einen für beide Ligen gültigen Vertrag bis 2013 erhält, freut sich auf die große Herausforderung und will bei dieser zunächst den Klassenerhalt schaffen.
Unter großem Medienaufkommen präsentierte die Borussia am Montag in einer Pressekonferenz den neuen Cheftrainer Lucien Favre. Der 53-Jährige übernimmt das Zepter von Michael Frontzeck, von dem sich die sportliche Leitung des VfL am Sonntag nur schweren Herzens getrennt hatte.
»Wir haben am Sonntag sehr lange über Michael Frontzeck diskutiert und gesprochen und haben diese Dinge am Abend im Rahmen des Präsidiums nochmal besprochen. Dort ist dann der Entschluss gefallen, dass wir uns trennen. Das haben wir Michael Frontzeck dann im Rahmen dieser Runde mitgeteilt«, skizzierte Vize-Präsident Rainer Bonhof den Tag der Entscheidungsfindung.
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| Der Schweizer erhält einen Vertrag bis 2013 (Foto: Marc Schöne (Fohlen-Hautnah.de) |
»Es ist jedem schwer gefallen. Er ist ja ein Gladbacher Urgestein und wir hatten mit ihm eine schöne Zeit, aber es war nun mal so, dass wir die letzten beide Spiele jeweils geführt und dann noch verloren haben. Das war der ausschlaggebende Punkt zu sagen, dass wir mit Michael Frontzeck - so leid uns das auch tut - nicht mehr weiter machen wollten«, begründete Bonhof die Entscheidung. Max Eberl stand und steht unterdessen nicht zur Diskussion. »Die Frage nach Max Eberl stand für uns nicht im Raum. Wir sind von seiner Arbeit überzeugt, deswegen ist und bleibt er unser Sportdirektor«, stellte Bonhof klar.
»Ich möchte Michael Frontzeck für seine geleistet Arbeit danken, das ist mir sehr wichtig«, sagte Max Eberl. »Wir haben berechtigte Hoffnung, noch den Klassenerhalt zu schaffen. Den Zipfel haben wir noch richtig in der Hand und daran müssen wir alles setzten. Deswegen kamen wir zu der Entscheidung, uns von Michael Frontzeck zu trennen und einen neuen Weg mit einem neuen Trainer zu gehen«.
Unmittelbar nach dieser Entscheidung am Sonntagmittag nahm die Borussia Kontakt zu Wunschkandidat Lucien Favre auf, der sich am Sonntag auf Spielbeobachtung bei der Partie zwischen Arminia Bielefeld und den VfL Bochum befand. »Lucien Favre war unser einziger und Wunschkandidat«, verriet Max Eberl.
So kam man noch am Abend zusammen und erzielte in der Nacht Einigung. »Wir sind als Club sehr froh, dass Lucien Favre heute den Vertrag unterschrieben hat und morgen (Dienstag) auf dem Trainingsplatz stehen wird«, ergänzte Borussias Sportdirektor. »Er ist ein absoluter Fachmann, der gut mit jungen Spielern arbeiten, eine Mannschaft formen und ausbilden kann. Er hat Strategien, Philosophien und Ideen, wie man Fußball spielen möchte. All diese Komponenten haben in das Bild des Trainers, den wir gesucht haben, gepasst«.
»Wenn du die Möglichkeit hast in Deutschland zu trainieren, dann musst du das machen. Vor allen Dingen wenn du Borussia Mönchengladbach trainieren kannst, dann musst du nicht zögern. Das ist eine große Herausforderung für mich«, freut sich Lucien Favre auf seine schwere Mission.
Der aktuell bei sieben Punkten Rückstand schier aussichtslosen Tabellensituation zum Trotz, will der 53-Jährige die Flinte alles andere als ins Korn werfen. »Ich bin überzeugt, dass wir noch eine Chance haben, in der ersten Bundesliga zu bleiben. Es sind noch zwölf Spiele, also 36 Punkte zu vergeben, und im Fußball kann es manchmal sehr schnell gehen«, sagte Favre. »Wir müssen überzeugt sein, dass wir eine Chance haben«.
Im ‚WorstCase‘ soll und möchte der Schweizer dafür sorgen, dass der VfL lediglich eine Spielzeit im Unterhaus des deutschen Fußballs bleibt. »Klar besteht auch die Möglichkeit, dass wir es nicht schaffen. In diesem Fall werden wir eine Mannschaft zusammenstellen, die sofort wieder aufsteigen kann«, so Favre.
Doch zunächst gilt es das Hauptaugenmerk auf das kommende Heimspiel gegen den FC Schalke 04 zu richten. »Bis zum Spiel gegen Schalke bleibt nicht viel Zeit«, weiß Borussias neuer Fußballlehrer, der deshalb in den kommenden Tagen akribisch und intensiv mit seinen Profis arbeiten und Einzelgespräche führen wird.
»Du musst sehr, sehr präzise und konzentriert arbeiten und die Fehler sofort korrigieren. Wir müssen an vielen verschiedenen Sachen, wie das Spiel machen, Überzahl, Balleroberung, Konterspiel und Standards arbeiten. Damit werden wir am Dienstag anfangen«, erklärte Favre. Dem Schweizer zur Seite stehen werden dabei die bisherigen Co-Trainer Frank Geideck und Manfred Stefes sowie Torwarttrainer Uwe Kamps. »Momentan sehe ich keinen Grund, etwas zu wechseln. Ich freue mich, meinen Staff kennenzulernen«, sagte Favre.
Hoffentlich kann und darf sich Borussia Mönchengladbach am Ende mit dem sympathischen Schweizer über den derzeit eher unwahrscheinlichen Klassenerhalt freuen. Um dahingehend die Hoffnung und den Glauben aufrecht zu erhalten, ist der erste Saisonheimsieg gegen Schalke allerdings unumgänglich...






