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Lucien Favre nimmt mit erstem Training die Arbeit auf

Großes Medieninteresse und 400 Zuschauer beim ersten Training

Einen Tag nach seiner Verpflichtung nahm Gladbachs neuer Cheftrainer Lucien Favre die Arbeit auf. Für die Profis von Borussia Mönchengladbach stand am Dienstagmorgen gleich eine zweistündige Einheit auf dem Plan, die unter großem Medienandrang verfolgt und von rund 400 Trainingskiebitzen beäugt wurde.

Bereits um 09:30 Uhr hatten sich die Borussen am Borussia-Park getroffen, um in der Kabine zunächst der kurzen Ansprache des neuen Übungsleiters zu lauschen. »Ich habe sehr kurz gesprochen und den Spielern in einem 7-Minutengespräch die Trainingsübungen erklärt«, verriet Lucien Favre nach der ersten Einheit seine ersten Worte an die Mannschaft.

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Patrick Herrmann läuft Christofer Heimeroth den Schneidt ab (Foto: Marc Schöne / Fohlen-Hautnah.de)

Im Anschluss ging es für die Spieler auf dem Trainingsplatz. Mit dabei waren die Youngster Moritz Göttel, Nico Heupt, Christopher Mandiangu und Muhittin Bastürk. Das galt nicht für Igor de Camargo, der aufgrund einer Grippe das Bett hüten muss, und für Bamba Anderson, den Probleme an der Patellasehne außer Gefecht setzten.

Das Mannschaftstraining ebenso nicht mit absolvieren konnten Håvard Nordtveit (Pferdekuss im Oberschenkel), Jean-Sébastien Jaurès (Trainingsrückstand nach Knieproblemen) und Marco Reus, der gegen St. Pauli aufgrund eines kleines Muskelfaserrisses pausieren musste.

Ob die „Rakete“ gegen den FC Schalke 04 mitwirken und für Wirbel sorgen kann, bleibt indes abzuwarten. »Ich habe heute zum ersten Mal ein Lauftraining absolviert. Das ist ganz gut verlaufen. Ich hatte keine Schmerzen und hoffe, dass ich die Intensität unter der Woche steigern und dann in das Mannschaftstraining einsteigen kann. Dann schauen wir mal«, sagte Reus nach seiner Laufeinheit mit Physiotherapeut Andreas Bluhm.

Mit einer Mappe ‚bewaffnet‘ betrat Lucien Favre den Trainingsplatz. Der 53-Jährige besprach sich während dem Warmlaufen mit seinem ‚Staff‘ und beäugte im Anschluss an dieses das Fünf-gegen-Zwei sowie das Überzahl- und Unterzahlspiel, das in einem kleinen Feld durchgeführt wurde. Hierbei hatte die ballführende Mannschaft das Spielgerät mit einem Ballkontakt zu behandeln. Lucien Favre schaute seinen Profis dabei genau bei der Arbeit zu.

Nach 40 Minuten verteilte der Schweizer erstmalig Leibchen und bat zum Trainingsspiel Elf-gegen-Elf. Die vermeintliche A-Elf lief dabei im Systemwechsel zwischen 4-3-3 und 4-1-4-1, wie folgt auf:

Vor Torhüter Christofer Heimeroth bildeten Tobias Levels, Martin Stranzl, Dante und Filip Daems die Viererkette. Vor dieser agierte Roman Neustädter als zentraler „6er“, während Michael Fink (rechts) und Juan Arango (links) die Halbpositionen einnahmen. Den Angriff bildeten Mo Idrissou (Linksaußen), Mike Hanke (Zentrum) und Patrick Herrmann (Rechtsaußen).

Lucien Favre beäugte das Geschehen auf dem Platz genau, während seien Co-Trainer am Rande standen. Gefiel dem Fußballehrer dabei etwas nicht, so unterbrach er sofort und griff aktiv in das Geschehen ein. »Jeder macht Fehler, aber wenn ich denke, dass wir etwas besser machen können, dann muss ich das sofort ansprechen und korrigieren. Das ist mein Job«, erklärte Favre. »Ich muss die Spieler erst noch richtig kennen lernen. Dementsprechend habe ich Übungen mit Ball und Spielsituationen in den Vordergrund gestellt«.

Im weiteren Verlauf wechselte Favre seine Formationen durch, was auch auf die Torhüter zutraf. Ob der 53-Jährige im Tor generell einen Wechsel vornimmt, ließ der Trainer offen und zeiht dabei auch seine Co-Trainer und wohl insbesondere Torwarttrainer Uwe Kamps zu rate. »Wir werden sehen. Darüber werde ich mit meinem Staff sprechen. Der kennt die Torhüter viel besser als ich. Dass wir heute so viel gewechselt haben, war eine Frage der Organisation«, erläuterte der Fußballehrer.

Gleiches gilt für die Systemfrage. »Ich probiere mehrere Lösungen. Ob 4-2-3-1, 4-3-3 oder das klassische 4-4-2«, sagte Lucien Favre, der sich dabei auch jeweils auf den Gegner einstellen wird. Generell war den Borussen die Freude am Spiel anzumerken.

Die Kommunikation untereinander war lautstark und es war auf der anderen Seite zu spüren, dass sich jeder dem neuen Trainer zeigen und noch mehr anbieten möchte. Jeder Spieler zeigte sich hochmotiviert, engagiert und spielfreudig. Der Ball lief gut und auch die Torhüter hatten ihre  Aufgaben zu bewältigen. Besonders bei der A-Elf, bei der Mo Idrissou und Karim Matmour jeweils doppelt, und Juan Arango sowie Patrick Herrmann einmal in die Maschen trafen. Besonders Matmour zeigte sich sehr spiel- und einsatzfreudig.

Um 12 Uhr beendete Lucien Favre nach zwei Stunden seine erste Trainingseinheit und zeigte sich im Anschluss zufrieden. »Mein erster Eindruck war sehr gut. Die Mannschaft hat sehr gut gearbeitet«, resümierte der Trainer. »Es war keine coole, sondern eine harte Einheit. Das werden wir heute Nachmittag und in den kommenden Tagen fortführen«.

Schließlich bleibt dem Übungsleiter bis zum ersten Spiel gegen den FC Schalke 04 nicht allzu lang. »Sicherlich ist die Zeit nicht lang. Aber wir haben sechs Einheiten, um uns vorzubereiten. Da werden wir hart arbeiten, um dann unser Bestes herauszuholen«, gibt Favre die Marschrichtung in den kommenden Tagen vor.

Nicht ‚nur‘ heute, sondern auch in den kommenden Tagen werden sich die Borussen mit dem neuen Trainer vertraut machen müssen und verstehen, was dieser von ihnen verlangt. »Ein neuer Trainer bringt natürlich auch immer neue Ideen und seine taktischen Richtlinien ein Das haben wir nun zum ersten Mal einstudiert und werden das in den kommenden Tagen sicher fortsetzen«, zog Filip Daems ein erstes Fazit. »Es war eine gute und harte Einheit, bei der wir auch taktisch trainiert haben«.

»Wir haben gut und intensiv gearbeitet. Er hat eine klare Vorstellung von Fußball und die versucht er der Mannschaft natürlich so schnell wie möglich zu vermitteln«, sagte Tobias Levels.

»Ich denke, unser erstes Training ist gut gelaufen. Lucien Favre hat Erfahrung und eine andere Mentalität. Wir müssen Fehler korrigieren und das hat er gemacht, resümierte Dante.

»Jeder Trainer hat seinen eigenen Stil. Den hat auch Lucien Favre. Daran muss man sich erst mal gewöhnen, was ein paar Tage dauern wird«, sagte Marco Reus. »Wir haben ihn ja heute erst kennengelernt, aber er macht einen ganz positiven Eindruck. Es macht uns alle froh, dass wir jetzt alle einen Neubeginn starten können und dann hoffentlich die Rettung schaffen«.

Bis zum kommenden Sonntag bittet Lucien Favre seine Profis insgesamt sechsmal auf den Trainingsplatz. Dann wird sich zeigen, ob die Maßnahmen schon gefruchtet haben - und das am besten mit drei Punkten gegen Schalke… »Wir werden alles dafür tun, das wir gewinnen«, verspricht Reus.

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