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Martin Stranzl: »Mit Druck muss man umgehen können«

Neuzugang Martin Stranzl im Gespräch

In Martin Stranzl stellte Borussia Mönchengladbach den dritten und letzten Neuzugang der Wintertransferperiode vor. Der 30-Jährige Österreicher wechselte von Spartak Moskau an den Borussia-Park und soll mit dabei helfen, den in der Hinrunde wackligen Defensivverbund und speziell die Viererabwehrkette zu stabilisieren.

Martin Stranzl über …

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Erstes Interview mit Martin Stranzl (Foto: Katharina Schöne / Fohlen-Hautnah.de)

seine ersten Tage bei Borussia…

Ich bin sehr gut aufgenommen  worden und fühle mich hier sehr gut. Ich habe die Spieler in den ersten beiden Trainingseinheiten kennengelernt. Die Jungs sind alle sehr nett und aufgeschlossen. Da gibt es für mich überhaupt keine Schwierigkeiten. Ich freue mich auf die kommenden Aufgaben.

seine Eindrücke von der Mannschaft vor seiner Verpflichtung…

Ich habe das Spiel gegen Hamburg gesehen. Ich sage mal, normal darfst du das Spiel nicht verlieren. Du musst eigentlich 2:0 in Führung gehen. Hamburg war nicht gut drauf, aber da fehlen dann eben Kleinigkeiten. Dann fällt aber das Tor durch eine Standartsituation und da steckt eben das Problem. Wir bekommen zu viele Tore. Da muss einfach die Konzentration hochgehalten werden. Sowas sollte nicht passieren. Da gilt es Schwerpunkte und Reize zu setzen. Es ist natürlich schwierig, wenn man zwei Tore bekommt, immer drei schießen zu müssen, aber von den geschossenen Toren her müssten wir eigentlich im oberen Drittel stehen. Es ist wichtig, dass jetzt hinten mal die Null steht. Man merkt allen schon an, dass eine gewisse Anspannung da ist, was ja bei der Situation auch normal ist.

über mögliches Interesse anderer Vereine…

Andere Vereine kamen für mich nicht in Frage. Es war seit den ersten Gesprächen mit Max Eberl und Michael Frontzeck so, dass mich das Umfeld überzeugt hat. Alles hat sofort gestimmt. Ich habe mir alles angeschaut. Es ist alles sehr professionell, und das hat mir sehr gut gefallen. Es ist alles sehr familiär sowas habe ich gesucht deshalb habe ich sofort gesagt, dass ich mich freuen würde, wenn der Wechsel klappt.

die Beweggründe, nach Gladbach zu wechseln:

Ich habe mich mit dem Trainer unterhalten. Ich hatte nur noch ein Jahr Vertrag. Er versteht, dass ich in meinem Alter noch mal was Neues machen will. Es war für ihn absolut nachvollziehbar, da ich schon lange im Verein bin. Er hätte sich gefreut wenn ich noch dageblieben wäre, da wir auch in Moskau eine relativ junge Mannschaft gehabt haben und ich als älterer die Mannschaft mitgeführt habe, aber der Trainer war früher auch Fußballer und er kann es verstehen, dass man wechselt, wenn sich etwas Neues und Interessantes ergibt. Es ist dann relativ schnell gegangen. Nachdem ich in Gladbach Gespräche geführt habe, habe ich mich mit meinem Trainer kurzgeschlossen und dann ging es eigentlich ganz schnell.

die Situation der Borussia…

Mir ist bewusst, dass es hier eine sehr schwierige Situation und natürlich eine schwierige Aufgabe ist, aber schwierige Aufgaben reizen mich schon in meiner ganzen Karriere. Die anderen Vereine die Interesse an mir hatten, haben mich nicht so überzeugt.

Die aktuelle Situation des VfL…

Niemand möchte absteigen und ich glaube, der ganze Verein arbeitet daran, dass dieser Ernstfall nicht einritt. Wir haben jetzt noch fast dreizehn Tage Zeit bis zum Bundesliga-Rückrundenauftakt. Wir werden uns sehr gut vorbereiten. Das Trainerteam und das gesamte Betreuerteam arbeiten dafür, aber im Endeffekt liegt die Wahrheit auf dem Platz. Da müssen wir Spieler das zeigen und das umsetzen, bis zum Schluss fighten. Mit dem Worst Case setze ich mich erst dann auseinander, wenn es soweit sein sollte. Es sind noch sehr viele Punkte zu vergeben und man hat auch in der Hinrunde gesehen, dass viele Mannschaften überrascht haben. Warum sollten wir das nicht schaffen?!

den Druck im Abstiegskampf und über Druck generell…

Mit Druck muss man umgehen können und man muss diesem gewachsen sein. Man darf da auch nicht die Lockerheit vermissen lassen. Bei all der Angespanntheit muss man auch locker bleiben und das abrufen, was jeder Spieler drauf hat. Sonst verkrampft man und es läuft nicht mehr viel zusammen. Dann sind die erfahrenen Spieler gefragt, die die Situation schon kennen. Sie müssen die Mannschaft mit sich reißen und das verteilen. Dann müsste es eigentlich klappen. Ich kenne die Situation von 1860 München und musste auch immer bei Spartak um den ersten Platz mitspielen. Da war also auch immer Duck. Das ist im Fußballgeschäft einfach so. Wer mit diesem Druck nicht umgehen kann, der ist in diesem Geschäft fehl am Platz.

Für den ein oder anderen ist diese Situation etwas ganz neues, da wir auch viele junge Spieler dabei haben, da sind dann eben die anderen gefragt, dass sie das in die Hand nehmen und die Mannschaft führen und ich glaube deswegen bin ich auch geholt worden. Ich hoffe das ich auch meinen Beitrag dazu leisten kann, dass ich das übernehmen kann. Wichtig wäre halt ein guter Auftakt zur Rückrunde, dann ist dass alles schon mal ein bisschen einfacher sonst läufst du immer hinterher und dann wird es schwierig.

den Konkurrenzkampf in der Viererkette…

Jeder Spieler will von Anfang an spielen. Je mehr Konkurrenzkampf da ist umso mehr kann sich jeder Spieler steigern und umso besser ist das auch für die Mannschaft. Jeder kann dadurch wachsen. Die besten werden spielen und die besten sollen dazu beitragen, dass Erfolg einkehrt und dass Borussia in der Liga bleibt. Das wir den Klassenerhalt schaffen ist das Ziel. Fußball ist Mannschaftsspot und da steht diese auch immer im Vordergrund. Das habe ich schon immer so gehandhabt.

seine sportliche Zeit bei Spartak Moskau…

Ich war jetzt fünf Jahre in Moskau. Davon sind wir dreimal Zweiter geworden. Ich habe im Pokalfinale und in der Champions League gespielt. Die Mannschaft spielt wieder international. Ich hatte noch ein Jahr Vertrag. Letztes Jahr ist es nicht so gut gelaufen. Ich hatte zweimal Adduktorenprobleme und bin dadurch zweimal drei Wochen ausgefallen. Dann musst du dich wieder heran kämpfen. Die Mannschaft hat dann natürlich gut zusammen gespielt, der Trainer hat das Innenverteidiger-Duo gelassen, was natürlich verständlich ist. Die Verteidigung sollte immer stehen und wenn es gut läuft, besteht da ja auch kein Handlungsbedarf. Das ist völlig normal und nachvollziehbar.

das Leben in der russischen Metropole…

Moskau ist riesig. Je nach Jahreszeit leben dort zwischen 15 und 18 Millionen Einwohner. Alleine schon der Verkehr ist Wahnsinn. Wenn man alleine immer über eine Stunde zum Training fahren muss oder zu Auswärtsspielen 2-3 Tage unterwegs ist, dann ist das schon ein riesen Unterschied. Meine Familie habe ich immer ein halbes Jahr nicht gesehen. Sie war ein halbes Jahr in Österreich und ein halbes Jahr in Moskau. Jetzt haben wir im September wieder Nachwuchs bekommen. Dann überlegt man sich schon mal, ob es nicht besser wäre, mal etwas anderes zu machen. Es ist schön wenn die Familie mal wieder ein bisschen mehr zusammen ist, es nicht so stressig ist. In Gladbach sind sehr kurze Wege. Es ist alles sehr angenehm, alles ist direkt am Stadion. In Moskau war das Trainingsgelände 35km außerhalb, die Geschäftsstelle und das Stadion waren auch wieder woanders.


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