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Borussias Mittelfeld: defensiv schwach, nach vorne kreativ

Die Mittelfeldspieler nach der Hinrunde in der Einzelkritik

Nachdem wir im ersten Teil unserer Hinrundenbilanz die Torhüter und die Abwehrspieler beäugten, so haben wir uns nun dem Mannschaftsteil Mittelfeld von Borussia Mönchengladbach gewidmet und die einzelnen Spieler unter die Lupe genommen. Nach vorne zeigten sich die Akteure kreativ und torgefährlich, in der Defensivarbeit hingegen mit vielen unnötigen Ballverlusten.

Mittelfeld_bericht
Marco Reus (Foto: Dirk Päffgen / Fohlen-Hautnah.de)

Thorben Marx: In seiner zweiten Saison bei der Borussia fehlte der 29-Jährige, der mit Michael Bradley die „Doppel-6“ bildet, aufgrund einer Gelbsperre und einer Verletzung in lediglich zwei Hinrundenspielen und kommt somit auf 1309 Spielminuten. Dabei konnte der Mittelfeldmann ein Tor und eine Torvorlage auf seiner Habenseite verbuchen.

Wie immer rackerte der Rechtsfuß im defensiven Mittelfeld unermüdlich und absolvierte dabei ein großes Laufpensum, war jedoch nur selten in der Lage, im defensiven Mittelfeld das Heft in die Hand zu nehmen und die Fäden zu ziehen.

Zudem unterliefen ihm auf der anderen Seite oftmals Fehler im Aufbauspiel und unnötige Fouls auf Höhe des eigenen Strafraums, weshalb der insgesamt wacklige und anfällige Defensivverbund immer wieder in Bedrängnis kam. Dies sollte einem erfahrenen Spieler, von dem man durchaus mehr verlangen kann, nicht passieren.

Fakten: Die Arbeitsbiene führte 272 Zweikämpfe und konnte 55,88% gewinnen und liegt damit auf Platz 93 der Fußball-Bundesliga. Mit 746 Ballkontakten rangiert er auf Platz 92. Von 21 abgegebenen Schüssen fanden lediglich vier den Weg in Richtung gegnerisches Tor und von 514 abgegebenen Pässen gestaltete er 75% erfolgreich. Note 5+

Michael Bradley: Der US-Amerikaner absolvierte alle siebzehnzehn Partien und stand dabei stets von Beginn an auf dem Platz. Bei insgesamt 1517 Spielminuten stehen bei dem 23-jährigen nach der Hinrunde drei Tore und drei Assists auf dem Scorerkonto.

Als offensiverer Part der „Doppel-6“ hatte der Rechtsfuß in seinem Spiel Höhen und Tiefen. Bradley absolvierte wie sein Konterpart zwar stets ein großes Laufpensum, zeigte sich bissig, nutze den sich bietenden Raum und leitete wie beim Derbysieg schnelle Konter ein, agierte im Umschaltspiel jedoch oftmals zu behäbig, ging phasenweise ‚kopflos‘ zu Werke und machte sich mit unpräzisen Pässen selbst das Leben schwer.

Fakten: Der US-Boy konnte 51,84% seiner 270 Zweikampfduelle gewinnen, womit er in der Bundesliga auf Platz 131 rangiert. Insgesamt konnte der Mittelfeldmann 847 Ballkontakte verbuchen, was ihm Platz 57 einbringt. Von insgesamt 614 geschlagenen Pässen fanden 72% den richtigen Adressat. Schüsse gab er 28 ab, von denen dreizehn den Weg auf das Tor fanden. Note 4+

Marco Reus: Ohne Frage das Juwel im Fohlenstall. Der Youngster fehlte in seiner zweiten Bundesligasaison in der Hinrunde in lediglich einer Partie und kommt auf 140 Spielminuten. Dabei konnte er fünf Tore und sechs Assists auf seiner Habenseite verbuchen. Der 21-Jährige führt damit sowohl die interne Torjägerliste als auch die Scorerliste der Borussia an und belegt in der Bundesliga Platz elf.

Man sah dem gefährlichen und flinken Wirbelwind immer an, dass er gewinnen wollte. Er zeigte Einsatzwillen, hatte oftmals eine Idee, präsentierte sich dynamisch, startete durch und stach in den meisten Spielen gegenüber seinen Mannschaftskollegen hervor. Viele haben dem 21-Jährigen eine derartige diese Leistung im zweiten Jahr nicht zugetraut. Hoffentlich kann er diese in der Rückrunde bestätigen. Man kann wohl davon ausgehen, dass Topclubs hinter ihm her sein werden.

Fakten: Die Rakete entschied von 369 geführten Zweikämpfen entschied er 44,43% für sich, was ihn in der Bundesliga auf Platz 198 rangieren lässt. Des Weiteren hatte er 783 Ballkontakte, was am Ende Platz 76 bedeutet. Von insgesamt 33 Schüssen fanden zwölf den Weg auf das gegnerische Gehäuse, von 425 Pässen gestalteten sich 69% und von 36 Flanken 30% erfolgreich. Note 2

Juan Arango: Der Kapitän der venezolanischen Nationalmannschaft brachte es gerade aufgrund einer in Hoffenheim erhaltenen roten Karte, in Dortmund schmorte er auf der Bank, lediglich auf zwölf Einsätze und kommt auf insgesamt 958 Spielminuten. Dabei erzielte er zwei Tore und gab zwei Vorlagen. In der Vorsaison standen zum gleichen Zeitpunkt neben zwei Toren fünf Assists zu Buche.

Der Venezolaner kann sicherlich mehr und knüpfte bis dato bei weitem nicht an die Leistungen in der spanischen Primera Division an, wo er im Schnitt 15 Scorerpunkte vorzuweisen hatte. Nach einer guten Vorbereitung gestalteten sich seine Leistungen stark schwankend.

Ab und an nimmt sich der 30-jährige, der auch für Eck- und Freistöße zuständig ist, auch mal eine Auszeit und taucht im Spiel ein wenig ab. Mit seiner durchaus vorhandenen Technik muss der Venezolaner aus dem Spiel heraus mehr kreieren.

Zugute halten kann man dem Linksfuß, dass er der beste Zweikämpfer im Mittelfeld der Borussen ist bzw. bis dato war. Dagegen steht seine auch im taktischen Bereich stark verbesserungswürdige Defensivarbeit, die seine Mannschaftskollegen im Verbund allerdings auch nur wenig bis gar nicht auffangen. Juan Arango ist ohne Zweifel ein herausragender Fußballer, kann jedoch weitaus mehr.

Fakten: Der Ausnahmefußballer entschied von 246 geführten Zweikämpfen entschied er 56,90% für sich, was ihn in der Bundesliga auf Platz 79 rangieren lässt. Des Weiteren hatte er 691 Ballkontakte, was am Ende Platz 110 bedeutet. Von insgesamt 33 Schüssen fanden elf den Weg auf das gegnerische Gehäuse, von 404 Pässen gestalteten sich 63% und von 42 Flanken 23% erfolgreich. Note 4-

Patrick Herrmann: Der Youngster, eigentlich noch für die U19 spielberechtigt, brachte es bei seinem ersten vollständigen Profijahr in der Hinrunde auf vierzehn Einsätze und stand dabei 794 Minuten auf dem Platz. Dabei konnte er drei Tore und einen Assist auf der Habenseite verbuchen.

Bereits im ersten Saisonspiel eingesetzt, zeigte der 19-Jährige in den sieben Minuten auf dem Platz Präsenz und Spielfreude. Im darauf folgenden Spiel bei Bayer Leverkusen kam der Rechtsfuß zu seinem Startelfdebüt. Es sollte ein überragender Auftritt werden. Vorne wie hinten war er zu finden und beackerte die rechte Seite. Zwei Tore steuerte der Youngster zum fulminanten 6:3-Sieg bei. Folgerichtig stand er am Ende des 2. Spieltags in diversen Topelf-Mannschaften, avancierte zu Recht zum Mann des Spieltags und stand mit dem Treffer zum 3:1 in der Auswahl zum ‚Tor des Monats‘.

Auch in den folgenden Einsätzen konnte man Herrmann auf dem Platz bewundern. Abgesehen von ein paar Aussetzern überzeugte der 19-Jährige mit Lauf- und Einsatzbereitschaftbereitschaft und sorgte mit seinen Vorstößen für Unruhe in der gegnerischen Hälfte.

Der Youngster bearbeitete überwiegend die rechte Seite  defensiv wie offensiv und war zusammen mit Tobias Levels eigentlich der sicherste Part im Defensivverbund der Borussia. Die Erwartungen hat er durchaus mehr als erfüllt und der quirlige Mittelfeldspieler macht sicherlich Lust auf mehr.

Fakten: Von 205 geführten Zweikämpfen entschied er 47,79% für sich, was ihn in der Bundesliga auf Platz 157 rangieren lässt. Des Weiteren hatte er 363 Ballkontakte, was am Ende Platz 219 bedeutet. Von insgesamt zwölf Schüssen fanden vier den Weg auf das gegnerische Gehäuse, von 204 Pässen gestalteten sich 66% und von zwanzig Flanken 10% (1 Tor, 1 Vorlage) erfolgreich. Note 3.

Roman Neustädter: In seiner zweiten Saison beim VfL kam der Ex-Mainzer in der Hinrunde zu sieben Einsätzen und stand dabei insgesamt 288 Minuten auf dem Platz. Sein Startelfdebüt gegen Frankfurt, das nach 57 Minuten beendet war, ging mit der 0:4-Niederlage in die Hose.

Rehabilitieren konnte sich der Rechtsfuß bei der darauf folgenden Schlappe in Stuttgart bei seiner Einwechslung nicht, wenngleich er auch nicht groß negativ auffiel. Nach Sperre von Marx durfte Neustädter gegen den FC Bayern wieder von Beginn an ran. Seine Aufgabe als Ausputzer vor der Abwehr löste der 22-Jährige ohne groß aufzufallen.

Zum Hinrundenabschluss kam Neustädter aufgrund einer Systemumstellung im Heimspiel gegen den Hamburger SV zu seinem zweiten Einsatz von Beginn an. Im 4-1-4-1 System fungierte er als alleiniger ‚6er‘ vor der Abwehr und hinter den beiden vorgeschobenen Marx und Bradley. Eine Rolle, die ihm zu liegen scheint, weshalb der Auftritt durchaus als gelungen bezeichnet werden darf.

Eins ist davon ab in jeden Fall erwähnenswert. Nach der 1:2-Niederlage gegen den HSV stand er mit Tränen in den Augen auf dem Spielfeld. Solche Spieler, die mit dem Herzen dabei sind, braucht man im Abstiegskampf. Der Rookie hat dennoch sicherlich noch Luft nach oben.

Fakten: Roman Neustädter konnte 47,13% seiner 70 Zweikampfduelle gewinnen, womit er in der Bundesliga auf Platz 168 rangiert. Insgesamt konnte der Mittelfeldmann 172 Ballkontakte verbuchen, was ihm Platz 290 einbringt. Pässe spielte er 118, von denen sich 75% erfolgreich gestalteten. Note 4

Marcel Meeuwis: Der Niederländer stand zwar nahezu in allen Spielen der Hinrunde im Aufgebot, fand jedoch lediglich in zwei Spielen, in denen er zehn Einsatzminuten sammelte, Berücksichtigung. Als defensiver Mittelfeldmann Nummer drei in die Saison gegangen, hatte er nun auch gegen Roman Neustädter das Nachsehen. Ohne Note

Das Defensivverhalten sowohl in der Vorwärtsbewegung mit vielen unnötigen Ballverlusten als auch das Zulassen von Pässen aus dem Mittelfeld sowie bei Standards war auch ein Grund dafür, dass man 47 Gegentore ‚fressen‘ mussten was nicht nur der Abwehr anzukreiden ist. Im Angriffsspiel hingegen zeigte man sich kreativ sowie torgefährlich, es wurden Tore erzielt und die Aufgaben wurden gelöst. Im letzten Drittel der Hinrunde ließ dies leider jedoch nach.


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