Nach HSV: Borussia schließt die Hinrunde als Letzter und ohne Heimsieg ab
Es bleibt dabei: Borussia kann zu Hause nicht gewinnen, titelten wir unsrem Spielbricht nach der 1:2 Niederlage von Borussia Mönchengladbach gegen den Hamburger SV. Es war gegen die Hanseaten wie so oft in dieser Hinrunde: Wieder spielten die Borussen ordentlich, standen am Ende jedoch erneut mit leeren Händen da. Die Analyse des Spiels von Borussias Trainer Michael Frontzeck ähnelte somit der der vergangenen Wochen.
»Dieses Spiel war irgendwie ein Spielgelbild der Vorrunde«, stellte Michael Frontzeck nach der Niederlage gegen den HSV fest. »Ein Spiegelbild deshalb, weil die Mannschaft eigentlich wieder ein gutes Spiel gemacht, viel investiert und sich viele Torchancen herausgearbeitet hat«.
Gerade in der ersten Halbzeit war das bei seiner Mannschaft der Fall, die so durchaus hätte in Führung gehen können und zudem im dichten Mittelfeld sehr wachsam agierte. »Wir haben über weite Strecken wenig zugelassen«, lobte Frontzeck. Und das auch, weil der Fußballlehrer aufgrund der Umstellungen in der Viererkette sein System auf ein 4-1-4-1 umstellte und eine zusätzliche Absicherung im Defensivverbund einbaute.
So spielte Roman Neustädter zentral vor der Viererabwehrkette, während Thorben Marx und Michael Bradley davor auf den Halbpositionen zum Einsatz kamen. »Roman hat gut trainiert und aufgrund der Tatsache, dass im Gegensatz zu Freiburg drei Veränderungen in der Viererkette da waren, wollte ich eine kleine Stütze davor aufbauen, was ein bisschen mehr Sicherheit geben sollte«, begründete Frontzeck.
»Das hat es auch getan. Ich denke, dass das mit Thorben und Michael in der Zentrale gut funktioniert hat, ohne dass wir zu defensiv gespielt haben. Wir haben immer gut Anschluss gefunden und teilweise gut kombiniert«, so der 46-Jährige weiter. Die Borussen waren im ersten Durchgang überlegen und kreierten vielversprechende Torgelegenheiten, während der Bundesliga-Dino in den ersten 45 Minuten so ziemlich alles vermissen ließ. Zwingende Torchancen waren Fehlanzeige.
Dennoch brachten sich die Hanseaten kurz nach dem Seitenwechsel in Front und nach dem postwendenden Ausgleich durch de Camargo in Minute 72 auf die Siegerstraße. Piotr Trochowski verwandelte seinen Freistoß direkt. »Er ist bekannt für seine Freistöße. Der Ball geht zwischen drei oder vier Mann durch. Das lasse ich mir gefallen«, sagte Frontzeck. »Aber das in Freiburg Cissé zweimal frei im 16er ist, geht natürlich nicht. Heute war es eine Situation, die schwierig zu verteidigen ist«.
Die „Fohlen“ hatten alles versucht, doch am Ende reichte es wieder nicht. Den Hamburgern, die zuvor auswärts viermal keine Punkte geholt hatten, reichten indes zwei Möglichkeiten, um drei Punkte aus dem Borussia-Park zu entführen. »Wie so oft war es leider so, das dem Gegner wenige Torchancen reichen, um uns zu schlagen«, seufzte Frontzeck. »Das ist das Problem was wir in der gesamten Hinrunde hatten und das müssen wir abstellen«.
So überwintert der VfL auf 18. Tabellenplatz und hat dabei fünf bzw. sieben Punkte Rückstand auf die Plätze die den direkten Abstieg vermeiden. Auch ein Resultat dessen, dass von den bisher neun Heimauftritten keiner gewonnen werden konnte. »Wenn ich alleine die letzten drei Heimspiele sehe und die noch mal vor dem geistigen Auge habe, dann ist es eigentlich ein Witz, dass wir die verloren haben«, befand Frontzeck. »Wenn die Mannschaft grottenschlecht spielen würde, dann würden wir vielleicht über andere Dinge sprechen«.
Sprechen bzw. Gedanken machen muss sich Borussias Übungsleiter, der weiter nicht zur Diskussion steht, über die abgelaufenen siebzehn Spiele in der Hinrunde. »Wir werden den Tabellenplatz nicht wegdiskutieren können, das will ich auch nicht. Wir haben eine schlechte Hinrunde gespielt«, resümierte Borussias Trainer. »Wir haben einen Tabellenplatz, der nicht unbedingt hätte sein müssen. Wir haben viele Spiele verloren, wo teilweise natürlich auch Eigenverschulden bei war - da spreche ich nicht von Glück oder Pech. Wir hatten viele leichte Fehler und unglückliche Situationen«.
Die derzeitige Situation ist nicht nur unglücklich, sondern mehr als prekär. Dennoch kommt für Borussias Übungsleiter ein ‚den Kopf in den Sand stecken‘ oder gar aufgeben nicht infrage. »Es ist eine verdammt schwierige Situation ist. Der bin ich mir bewusst. Ich bin aber weit davon entfernt, hier mit gesenktem Kopf durch den Borussia-Park zu laufen«, so Frontzeck. »Auch wenn das natürlich ein erneuter Nackenschlag ist. Wir werden uns in der Pause, die uns gelegen kommt, neu aufstellen und gestärkt die knüppelharte Rückrunde angehen«.
Dabei wird Michael Frontzeck gerade im Defensivbereich auf neue Spieler setzten können. »Wir werden Spieler holen, bei denen die Mischung aus Erfahrung und Qualität passen wird«, umschrieb Frontzeck das Anforderungsprofil der zukünftigen Borussen, die am 02. Januar mit ins Trainingslager ins spanische La Cala de Mijas reisen sollen.
Doch zunächst gilt es mit dem vorhandenen Personal am kommenden Dienstag im DFB-Pokalspiel bei der TSG 1899 Hoffenheim für einen positiven Jahresabschluss zu sorgen. »Wir fahren nicht nach Hoffenheim, um dort unterzugehen, sondern um eine Runde weiterzukommen«, gibt Michael Frontzeck die Marschroute für das letzte Pflichtspiel des Jahres vor. »Natürlich ist das ein ganz schweres Los. Auch, weil wir dort noch nie gewonnen haben - aber wir wollen am Dienstag zeigen, dass das für uns möglich ist«.





