Fragezeichen hinter Mo Idrissou, Neuverpflichtungen im Winter
Am kommenden Freitag empfängt Borussia Mönchengladbach zum letzten Heimspiel des Jahres den Hamburger SV. Für das Spiel im Borussia-Park sind bisher rund 42.000 Tickets abgesetzt. Für die Borussen gilt es, im „Duell der Rauten“ die derzeit prekäre Tabellenkonstellation mit dem ersten Heimsieg zu verbessern. Borussias Trainer Michael Frontzeck muss dabei gerade im Defensivbereich auf zahlreiche Akteure verzichten. Dafür kehrt Marco Reus nach seiner Gelbsperre zurück.
Gegen die Hanseaten stehen Michael Frontzeck in jedem Fall verletzungsbedingt Logan Bailly (Muskelfaserriss im Oberschenkel), Roel Brouwers (Außenband- und Kapselriss im Sprunggelenk), Dante (Innenbandteilriss im Knie), Tony Jantschke (nach Mittelfußbruch im Aufbautraining), Bernhard Janeczek (Innenbanddehnung im Knie), Jean-Sébastien Jaurès (Knieprobleme) und Christian Dorda (Aufbautraining nach Patellasehnenriss) nicht zur Verfügung. Gleiches gilt für Tobias Levels und Raúl Bobadilla, die gelb- bzw. rotgesperrt sind. Zudem kann Bamba Anderson wie schon gegen Freiburg nicht mitwirken. Der Brasilianer leidet nach wie vor an einer Entzündung an den Zehennägeln und kommt aufgrund dessen nicht für einen Einsatz infrage.
Ein großes Fragezeichen steht derzeit hinter Mo Idrissou. Der Kameruner hat aus dem Spiel beim SC Freiburg eine schwere Beckenprellung davon getragen »Mo Idrissou ist gestern und vorgestern auf Krücken gegangen. Er hat heute Morgen versucht leicht zu laufen, was den Umständen entsprechend gut ging«, meinte Frontzeck auf der Pressekonferenz am Donnerstag und und wartet nun die kommenden Trainingseinheiten ab. »Da müssen wir abwarten, ob es bei ihm für das Spiel gegen den HSV reicht«.
Während hingegen Marco Reus nach seiner gelbsperre wieder in das Ge4schehen eingreifen kann, so ist Michael Frontzeck wiedermal gezwungen, seine Defensive umzustellen. »Wir haben in den letzten Wochen häufig genug über diese Situation gesprochen«, sagte Frontzeck. »Da steckst du nicht drin«.
Wie der 46-Jährige seine Viererabwehrkette besetzten wird, ließ er indes offen. Vermutlich werden Filip Daems und Jan-Ingwer Callsen-Bracker die Innenverteidigung bilden und Sebastian Schachten (rechts) und Jens Wissing (links) die Außenpositionen besetzten. »Die Wahrscheinlichkeit besteht, viele Alternativen für die Viererkette gibt es nicht mehr«, so Frontzeck auf die Personalie Jens Wissing.
Gerade aufgrund der derzeit noch dünneren Personaldecke im Defensivbereich ist es gut möglich, dass sich der Fußballlehrer bei der zweiten Mannschaft bedient. »Wir warten jetzt erst mal ab«, meinte Frontzeck. »Nach dem morgigen Abschlusstraining werden wir sehen, wen wir mit in den Kader nehmen können und ob wir zusätzlich Spieler aus der U23 dazu nehmen«. Der seit Saisonbeginn starke Niklas Dams und Tim Heubach dürften hier die besten Chancen haben, als Optionen mit in den Profikader zu rücken.
Doch egal, welches Personal am Freitagabend zur Verfügung steht, die Borussen müssen gegen den qualitativ derzeit wohl besser besetzten Kader der Hanseaten geschlossen auftreten und alles abrufen, um am Ende nicht mit leeren Händen da zu stehen. »Wir müssen im letzten Heimspiel gegen den HSV alles in die Waagschale werfen, um mit der Unterstützung des leidgeprüften Publikums drei Punkte hier zu behalten«, weiß Michael Frontzeck.
In den bis dato acht Heimspielen ist dies jedoch noch nicht gelungen. »Es war bisher nicht so, dass wir meilenweit davon entfernt waren, ein Heimspiel zu gewinnen«, befand Michael Frontzeck und betrieb Ursachenforschung, warum seine Mannschaft bisher noch keinen Heim-Dreier einfahren konnte. »Es liegt nicht an der Einstellung, das wäre ja fatal. Es liegt ganz einfach daran, dass wir auch in dieser schwierigen Situation kühlen Kopf bewahren müssen und uns nicht zu weit öffnen dürfen. Das haben wir immer wieder angedeutet, gerade in den letzen beiden Heimspielen«.
»In den seltensten Fällen konnte man der Mannschaft den Willen oder das Wollen absprechen, sondern es sind einfach zu viele Fehler passiert«, pflichtete Max Eberl seinem Trainer bei und ergänzte: »Das ist für mich keine charakterliche Frage, sondern eine wo ich sage: vielleicht ein Zeichen der Qualität und vielleicht auch mit dem Auseinandersetzten mit der Tatsache, in der man sich befindet«.
Ein Heimsieg ist zum Abschluss der Hinserie zwingend und ohne wenn und aber von Nöten, um nicht nahezu völlig aussichtslos abgeschlagen in die kurze Winterpause zu gehen. »Am Freitagabend wollen wir die Trendwende in die richtige Richtung schaffen«, gibt der Übungsleiter die Marschrichtung vor. Doch zunächst gilt es »In der letzten erfolgreichen Saison haben wir auch gegen den HSV den Wendepunkt erreicht. Das wollen wir am Wochenende auch packen«.
Unabhängig vom Ausgang des Spiels bedarf es in der Rückrunde eine große Aufholjagd, damit man sich von der Abstiegszone entfernen kann. Michael Frontzeck setzt dazu auch auf die Rückkehr der derzeit nicht zur Verfügung stehenden Spieler. »Ich bin absolut überzeugt, dass wir natürlich die Möglichkeit und den Charakter haben, in der Rückrunde das Ding umzubiegen und die Klasse zu halten, wir wenn wir komplett sind - ohne wenn und Aber«, meint Frontzeck. »Egal wie viele Punkte wir brauchen, wir werden die Klasse halten«.
Nichtsdestotrotz wird der VfL im Winter gerade im Defensivbereich personell nachlegen - und das mit Trainer Michael Frontzeck, dem Max Eberl somit auch für die Rückrunde den Rücken stärkt. »Wir werden in dem Bereich im Winter etwas tun und mit Michael Frontzeck die Gespräche mit den Spielern führen«, gab Max Eberl bekannt. »Wir haben nie ein Ultimatum ausgesprochen«, so der Sportdirektor. »Wir sind davon überzeugt was wir tun. Wir haben etwas angefangen und gehen das mit absoluter Überzeugung weiter...«.





