Nach Pleite gegen Hannover: Borussias Trainer erhält Rückendeckung
Nach der Niederlage gegen Hannover 96 bleibt Borussia Mönchengladbach auch nach dem achten Heimspiel sieglos. Dabei schafften es die Borussen zum wiederholten Male nicht, eine Führung in ein positives Ergebnis umzumünzen. Die ohnehin schon prekäre Situation wird nicht nur aufgrund der Jahreszeit immer eisiger.
»Wir waren sehr gut im Spiel und haben uns aus rational nicht erklärlichen Gründen selbst geschwächt«, gab Michael Frontzeck nach dem Spiel zu Protokoll und meinte damit gerade seinen Stürmer Raúl Bobadilla.
Dem argentinischen „Bullen“ brannten wohl alle Sicherungen durch, als er nach seinem Nachtreten gegen Sergio Pinto die rote Karte sah und im Anschluss noch den vierten Offiziellen mit Worten rügte. »Da hat er die Nerven verloren. Das ist natürlich nicht nachzuvollziehen. Ich kann vieles nachvollziehen, aber wenn man gut im Spiel ist, sich dann in dem Moment so gehen und provozieren zu lassen, dafür gibt es natürlich keine Entschuldigung«.
Seinen Spieler, der in der Vergangenheit des Öfteren mit Disziplinlosigkeiten auf sich aufmerksam machte, öffentlich zu demontieren, lag dem 46-Jährigen jedoch fern. »Soll ich Bobadilla hier jetzt etwa ans Kreuz nageln? Ich stehe vor meinen Spielern und schütze sie«. Dennoch hat der Argentinier richtigerweise eine »drastische Strafe« zu erwarten, wie Max Eberl bekannt gab
Zu allem Übel fing sich Marco Reus noch vor der Pause die fünfte Gelbe Karte ein und muss demzufolge in der kommenden Woche beim SC Freiburg pausieren. »Es gibt viele Dinge, die so in dieses Bild reinpassen und wo wirklich alles zusammenkommt«, nahm Frontzeck diese Karte wortkarg in Kauf. »Aber gut. Es sind halt verschiedene Dinge, denen du dich stellen musst«.
Stellen musste sich seine Mannschaft im zweiten Durchgang gegen Hannover auch der Tatsache, dass man mit einem Mann weniger auf dem Platz stand, was zunächst auch gut gelang. »Mit zehn Mann haben wir es in der zweiten Halbzeit recht ordentlich gemacht und Hannover wenig Torchance gestattet«, befand Frontzeck. »Bis zur 72. Minute habe ich auch gegen zehn Mann nicht allzu große Chancen von Hannover gesehen. Das war natürlich nur mit einer großen Laufbereitschaft zu hebeln«.
Doch dann kamen eben diese zwei Minuten, die den VfL von drei auf null Punkte brachte. »Um so ärgerlich ist es dann, dass du die zwei Tore in kürzester Zeit kriegst«, ärgerte sich Frontzeck. Innerhalb kürzester Zeit hatte sich seine Mannschaft gegen keinesfalls glänzende Hannoveraner um einen durchaus machbaren Lohn gebracht. »Es reichen im Moment zwei, drei Aktion des Gegners, um uns zu schlagen«, monierte Borussias Trainer und musste wie so oft in den letzten Wochen eingestehen: »Im Moment machen wir uns all das, was wir uns selbst erarbeiten und auf die Beine stellen, selbst kaputt«.
So stand seine Mannschaft am Ende wiedermal mit leeren Händen da. »Das Spiel haben wir verloren und nicht Hannover gewonnen«, resümierte Frontzeck. Der Abstand auf den 15.Tabellenplatz ist so auf sechs Punkte angewachsen. »Wir stehen zu zurecht da, wo wir stehen. Es ist eine sehr, sehr komplizierte Situation und für alle Beteiligten, die mit Gladbach zu tun haben, eine große Belastungsprobe«, sagte Frontzeck.
Nichtsdestotrotz hält der 46-Jährige konsequent an seiner Linie fest. »Ich bin von diesem Weg überzeugt. Es gibt auch noch andere, aber ich werde jetzt nicht einknicken, weil wir Tabellenletzter sind und noch kein Heimspiel gewonnen haben, sondern ganz einfach den Weg mit aller Konsequenz zu Ende gehen«, lässt sich Frontzeck nicht beirren.
Derzeit hat der 46-Jährige, für den ein Rücktritt nicht infrage kommt, für seinen Weg seitens des Vereins die volle Rückendeckung. Darüber, ob diese Solidarität möglicherweise irgendwann mal zu Ende ist, macht sich der Borussen Trainer keinerlei Gedanken. »Ich mache mir Gedanken über die Mannschaft und darüber, wie wir an drei Punkte kommen. Über alles andere mache ich mir keine Gedanken« so Frontzeck. Es gibt Dinge, die ich nicht unbedingt beeinflussen kann«.





