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Max Eberl hält am Konzept und an Michael Frontzeck fest

Borussias Sportdirektor bezog Stellung in der Sport1-Sendung „Doppelpass“

Nach der 1:2-Niederlage gegen Hannover 96 steckt Borussia Mönchengladbach immer tiefer im Schlamassel. Sechs bzw. sieben Punkte beträgt der Rückstand auf das gänzlich rettende Ufer. Der misslichen Lage zum Trotz behält man bei den Verantwortlichen zumindest nach außen weiter die Ruhe. Einen Tag nach der Niederlage stellte sich Borussias Sportdirektor Max Eberl am Sonntagmorgen in der Sport1-Sendung „Doppelpass“  per Telefon live zugeschaltet den Fragen von Moderator Jörg Wontorra, stärkte dabei unter anderem Michael Frontzeck den Rücken und sprach über die rote Karte von Raúl Bobadilla.

Max Eberl…:

...auf die Frage, ob das Konzept jetzt überdenkt wird:

»Wir sind weit davon entfernt, unser Konzept zu überdenken. Denn das Konzept, was wir uns vorgenommen haben, ist wirklich der Weg der kleinen Schritte und jetzt nicht wieder alles über einen Haufen zu werfen. Das ist in den letzten Jahren auch in anderen Vereinen zu oft passiert. Das wollen wir nicht. Wir wollen versuchen, diesen Weg weiterzugehen. Wenn man sieht, was wir uns vorgenommen haben, nämlich einen Kader mit jungen und gestandenen Spielern zu integrieren, dann sind wir dabei«.

»Wenn natürlich unsere Top-Transfers, wie unser Königs-Transfer Igor de Camargo im Sommer kommt und vierzehn Wochen ausfällt und wenn ein Dante, der vor zwei Jahren kam, uns ebenfalls fünfzehn Wochen ausfällt, dann ist das eine Substanz, die wir als Borussia nicht so leicht verkraften können. Das kalkulierte Risiko, was angesprochen wurde, gehen wir. Wenn natürlich dann solche Transfers ausfallen, hat jeder Verein ein Problem«.

…über die Ursache, dass fünf Mal geführt und fünf Mal verloren wurde:

»Wir können ja die gestrige Niederlage nehmen. Die Ursachen liegen leider immer wieder bei uns.  Es ist nicht der Gegner, der uns auseinanderspielt und es ist nicht der Gegner, der exorbitant überlegen ist - im Gegenteil. Wir machen immer wieder gute Spiele, sind immer sehr gut in den Spielen in und gehen in Führung, haben so richtig was aufgebaut und reißen uns das leider - Entschuldigung, wenn ich das so sage - im Arsch teilweise immer wieder kaputt. Und das war gestern ein Beispiel, was uns nicht passieren darf«.

»Wir hatten eine richtig gute Vorbereitungswoche und haben uns auf das Spiel gegen Hannover sehr gut vorbereitet. Dieses sind wir in der ersten Halbzeit auch richtig gut angegangen. Wir führen 1:0 und wir haben ein richtig positives Gefühl. Mit der Unterzahl kommst du natürlich in Situationen, dass das Ding natürlich nach hinten losgehen kann, weil du momentan von der Psyche und allem Drumherum her nicht stabil bist. Die Wahrscheinlichkeit ist groß und das mussten wir gestern leider wieder erfahren«.

…über den Platzverweis von Raúl Bobadilla und über die bevorstehenden Maßnahmen:

»Ich denke, da gibt es keine zwei Meinungen. Das ist ein Bärendienst, den der junge uns geleistet hat. Mit all seinem Potenzial, was er hat, und mit all seinen Qualitäten muss er aber auch irgendwann mal sein Temperament in den Griff bekommen. Wir haben ihn schon öfters intern sanktioniert und haben ihn nach Undiszipliniertheiten selber aus dem Kader gestrichen. Das gestern war für jeden von uns natürlich ein Schlag ins Gesicht«.

»Dementsprechend wird er Verein auch eine drastische Strafe aussprechen. Das möchte ich allerdings erst dem Spieler sagen. Die sind heute auf den Weihnachtsbesuchen der Fanclubs. Ich werde ihn erst morgen früh sehen und dann werde ich dem Spieler mitteilen, wie wir ihn bestrafen. Danach möchte ich auch die Öffentlichkeit benachrichtigen. Es wird mindestens eine Geldstrafe«.

…auf die Frage ob Michael Frontzeck weiterhin total unumstritten ist:

»Ja. Wir sind hier im Haus vom Vorstand über die Geschäftsleitung bis hin zu den Leuten, die verantwortlich sind, überzeugt von dem Trainer und dem Trainerstab. Wir stehen dahinter was wir gerade machen. Wir haben uns alle gemeinsam in eine missliche Situation gebracht, aber da wollen wir auch alle gemeinsam wieder rauskommen.

»Wir sind überzeugt - wenn der Kader komplett ist, wenn wir es geschafft haben, eben auch diese Undiszipliniertheiten wegzulassen, wenn wir es mal schaffen, fehlerfrei zu spielen, was wir diese Saison auch schon aber leider zu selten geschafft haben, dass wir dann wieder den richtigen Weg einschlagen. Es wird natürlich ein harter und steingier Weg, aber den wollen wir annehmen«.

…auf die Frage, in wie weit er eine Garantie für den Trainer übernimmt, wenn er auch mit zehn Punkten in die Winterpause geht:

»Michael hat es ja richtig gesagt, als er bei ihnen in der Sendung war. Wenn er im März immer noch mit sechs Punkten da sitzt, dann ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass er noch Trauner ist. Er hat jetzt schon vier Punkte gemacht. Wir brauchen noch ein paar bis zum Winter. Wenn es jetzt kein Punkt mehr wäre, dann werden wir in den Winter gehen und trotzdem von unserm Weg überzeugt bleiben«.

»Wenn es keine exorbitanten Ergebnisse sind, wo ich sage, wir verlieren den Pokal eingeschlossen dreimal 4:0, dann werden wir mit Michael Frontzeck in die Rückrunde gehen und werden den Weg bestreiten«.

…auf die Frage, ob er überlegt, im Winter nachzulegen und neue Spieler zu holen:

»Natürlich machen wir uns Gedanken, was unseren Kader betrifft. Wir müssen genau schauen, wann und wie die Verletzten zurückkommen und ob die Gefahr groß ist, dass eben noch mal was passieren kann, was bei Verletzten oftmals ist. Also wir gehen da schon sehenden Auges in die Winterpause und wie gesagt: Wir wollen uns neu aufstellen. Das bedeutet ja auch, dass wir uns darüber Gedanken machen«.


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