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Borussia vor Hannover 96: Gespräche und Vorbereitung in Tegelen

Frontzeck nicht gut auf Bailly zu sprechen, Transfers weiter nur bei Bedarf

Seit Montag befindet sich Borussia Mönchengladbach im Trainingslager, um sich in aller Ruhe auf das kommende, wichtige Heimspiel gegen Hannover 96 vorzubereiten. Unweit der deutsch-niederländischen Grenze hat sich der Tross in Tegelen im Hotel Bilderberg Château Holtmühle niedergelassen, um viele Gespräche zu führen und um viel zu trainieren. Doch der plötzliche Wintereinbruch machte auch in den Niederlanden nicht halt, so dass die morgendliche Einheit am Dienstag auf dem Trainingsgelände am Borussia-Park abgehalten wurde.

»Der Ort ist dafür bekannt, dass man sich zurückziehen kann. Von den Bedingungen ist es so, wie ich mir das vorstelle«, lobte Michael Frontzeck die Gegebenheiten in dem Pressegespräch am Dienstag.

Die äußerlichen Bedingungen jedoch, hatten sich über Nacht aufgrund des heftigen Schneefalls verschlechtert. So wies der hotelnahe Trainingsplatz des Sportclubs Irene eine geschlossene Schneedecke auf. »Wir sind noch nicht so weit, dass wir über ganz Holland, über ganz Tegelen oder über Gladbach ein Zelt spannen können, dass der Schnee nicht auf den Platz kommt«, schmunzelte Frontzeck.

Aufgrund dessen machten sich die Borussen auf den Weg nach Gladbach, um dort den mit Rasenheizung ausgestatteten Trainingsplatz zu nutzen. Die Einheit am Nachmittag absolvierte der VfL dann wieder in Tegelen auf der Anlage des ansässigen Sportclubs. Dies wird auch in den Tagen bis Donnerstag der Fall sein, wenngleich auch das Trainingsgelände am Borussia-Park nicht außen vorbleiben wird. »Für das, was wir vorhaben, können wir auch den Platz mit dem Schnee benutzen. Für die wichtigen Einheiten fahren wir nach Gladbach«, erklärte Frontzeck.

Zu der momentan dünn gesäten Personaldecke mag es zu allem Übel passen, dass Igor de Camargo und Bamba Anderson vom Bus aus in das Mannschaftshotel humpelten. Beide hatten einen Schlag auf die Wade bekommen. »Wir hatten heute eine sehr, sehr intensive Einheit«, erklärte Borussias Trainer. Mich kann das jetzt nicht noch groß schocken. Aufgrund der letzten Wochen bist du auf alles vorbereitet. Ich hoffe, dass es nichts Schlimmeres ist«.

Ob man davon ab im Winter auf dem Transfermarkt tätig wird, wird wohl nach wie vor davon abhängen, wie sich die Personalsituation dann und gerade Anfang Januar gestaltet. »Wir denken ständig nach. Neu aufstellen heißt für mich, dass es mir im Grunde genommen reichen würde, wenn am 02.02.2011 alle wieder heil an Bord wären. Das würde uns allen reichen«, meinte Frontzeck.

Dennoch werden die Borussen für den Fall der Fälle wohl gut vorbereitet sein. »Nichtsdestotrotz kann man nicht davon ausgehen. Man muss Augen und Ohren offen halten - das tun wir. Wenn was passt, werden wir uns darüber unterhalten und uns letztendlich entscheiden. Es werden aber auf keinen Fall drei, vier, fünf neue Spieler«, unterstrich Borussias Trainer.

In den kommenden Tagen werden die Borussen noch drei Trainingseinheiten absolvieren, ehe es nach der Einheit am Donnerstagmorgen wieder zurück nach Gladbach geht. Am Mittwoch wird dabei jeweils einmal in Tegelen sowie in Gladbach und am Donnerstagmorgen einmal in Tegelen trainiert. »Wir werden diese Tage jetzt nutzen, um uns für das wichtige Spiel gegen Hannover zu sammeln«, sagte Frontzeck. Neben den täglichen nicht öffentlichen Trainingseinheiten wolle man in aller Abgeschiedenheit auch viele Gespräche führen.

Das „stille Örtchen“ Tegelen scheint dazu wie gemalt. »Es ist ein Ort, wo man Ruhe hat, wo man auch viele Dinge intern kritisch beäugen und besprechen muss«, sagte Michael Frontzeck.

Kritisch gesprochen hat der 46-Jährige somit auch mit Logan Bailly, der in den letzten Tagen Wechselabsichten bekundete. »Logan Bailly hat eine klare Ansage vom Club bekommen«, stellte Frontzeck klar und ergänzte: »Ich habe vollstes Verständnis dafür, dass nicht jeder Spieler versteht, was ich mache - das muss er auch nicht. Ich habe es ihm erklärt. Ich erwarte nicht, dass die Jungs alles verstehen, aber was sie verstehen sollten ist, dass sie bei einem Club angestellt sind und dass Logan Bailly nicht entscheidet, wohin er im Winter geht«.

»Wenn ich dann jetzt sehe, dass ein 24-Jähriger Torwart nach drei Wochen meint, er müsste über die Presse gehen, müsste den Club an die Wand nageln und sagen, ich möchte im Winter weg, dann sind das natürlich Sachen, die für sich sprechen. Aber die brauche ich gar nicht groß kommentieren«, ist Frontzeck aktuell auf den derzeit verletzten Belgier wohl alles andere als gut zu sprechen. »Wahrscheinlich hat er aber auch die Raute im Herzen«, murmelte der 46-Jährige.

Derzeit gibt es für Michael Frontzeck sicherlich keinerlei Gründe, einen erneuten Torwartwechsel vorzunehmen. Ob dieser dennoch, auch wenn Heimeroth weiter so hält, zur Rückrunde durchgeführt wird, bleibt abzuwarten. »Das werden wir sehen«, hält sich Frontzeck bedeckt.

»Es gibt ja darüber keine zwei Meinungen, dass Christofer tadellos hält. Er hat sich auch vorher tadellos verhalten - und zwar in allen Bereichen«, lobt Borussias Trainer den 29-Jährigen. »Er war hier auch mal Stammtorhüter, hat seine Situation akzeptieret und darauf hingearbeitet. Seine Trainingsleistungen und die Freundschaftsspiele waren in Ordnung - unabhängig davon, dass er einen hohen Stellenwert hat, was seine Sozialkompetenzen in der Gruppe angeht«.

Tendenzen, dass derzeit bei einigen Spielern eher die eigenen Interessen als die des Vereins im Vordergrund stehen, sieht Michael Frontzeck davon ab jedoch nicht. »Das sehe ich überhaupt nicht so und davon bin ich weit weg. Man muss aufpassen, aber diese Tendenz habe ich definitiv nicht«, wiegelt der 46-Jährige ab.

So wird Michael Frontzeck auch in den kommenden Tagen weiterhin den Fokus auf das kommende Heimspiel gegen Hannover 96 legen. »Gegen Hannover müssen drei Punkte her«, unterstrich der Trainer und stellt dabei auch eigene Interessen bzw. Spekulationen um seine Person hintenan. »Es geht nicht um meine Person. Ich sage auch den Spielern immer wieder, sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen, sondern alles dafür zu tun, dass dieser Club und die Mannschaft funktionieren«, fordert Frontzeck. »Da gehe ich gerne mit gutem Beispiel voran und stelle meine Person hinten an, auch wenn die natürlich jetzt in den Mittelpunkt rückt«. Ein Sieg gegen 96 würde sicherlich allen gut tun und zur Ruhe beitragen...


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