Situation bei Borussia immer dramatischer
Drei Spieltage vor Beginn der kurzen Winterpause gestaltet sich die Situation bei Borussia Mönchengladbach immer prekärer. Mit zehn Punkten aus vierzehn Spielen bildet der VfL das Schlusslicht der Fußballbundesliga. Und das gerade, weil die Borussen ihren Gegnern nicht nur seit der Vorweihnachtszeit regelmäßige Geschenke auf den Gabentisch legt - in Dortmund kassierten die „Fohlen“ die Gegentore 37 bis 40. Bekommt die Truppe von Michael Frontzeck nicht schnellstmöglich die Kurve, so drohen die derzeitigen Schlaglöcher den eingeschlagen Weg mehr und mehr zu blockieren.
Noch kein Heimspiel konnte die Borussia bis dato gewinnen. Eine eklatante Schwäche, die die Truppe von Michael Frontzeck in der bisherigen Saison „auszeichnet“. Zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison standen drei Heimsiege, zwei Unentschieden und insgesamt achtzehn Punkte zu Buche.
Dazu mussten zunächst Logan Bailly (27-mal in 9 Spielen) und aktuell Christofer Heimeroth (13-mal in 5 Spielen) bis dato 40-mal den Ball aus dem eigenen Netz holen. Logan Bailly musste im Schnitt drei Gegentore „fressen“. Danach wurde dem bis dato keineswegs sicheren Belgier eine Pause verordnet. Drastisch reduziert werden konnten die Gegentore durch den Torwartwechsel jedoch nicht, da der Mannschaft auch weiterhin bis dato die oftmals genannte und zwingend notwendige Kompaktheit im Defensivbereich fehlt. Das Borussen-Unwort des Jahres oder zumindest eines dürfte somit gekürt sein...
Christofer Heimeroth ist mit derzeit 2,6 auf einem guten Wege, die Gegentorquote von Logan Bailly zu erreichen. Der durchaus Ruhe ausstrahlende und mehr als gute 29-Jährige bewahrt die Borussia wie auch in Dortmund mit starken Paraden vor größerem Schaden, ist dennoch oftmals aufgrund der Schlafmützigkeit seiner Vorderleute machtlos.
Erst einmal gelang es Heimeroth und den Borussen, in der dieser Saison zu null zu spielen. Unter Michael Frontzeck konnten die Borussen in bisher 48 Bundesligaspielen erst achtmal zu null spielen. Dazu wurden 21 der 48 Spiele mit drei und mehr Gegentoren verloren.
Insgesamt erreichen die Borussen nach vierzehn absolvierten Spielen einen Schnitt von rund 2,9 Gegentreffern pro Spiel. Eine beängstigende Quote, die es scheint, im Moment nicht reduziert werden zu können, denn wie auch im Spiel beim BVB lassen sich die Borussen in diesen Wochen ‚konsequent‘ mit einfachen Mitteln ausspielen und knicken mitunter komplett ein.
Auch der Einwand, dass es an der fehlenden Stamminnenverteidigung Dante und Roel Brouwers liegt lässt sich so nicht aufrecht erhalten, wenn man sieht, dass aus den letzten 17 Spielen 12 Punkte geholt worden sind - ein Punkt mehr als in der Hinrunde 2008/2009.
Gerade auch das defensive Mittelfeld strahlt keine ausreichende Stabilität aus und die fehlende Raumaufteilung mit den Innenverteidigern wurde bisher nicht abgestellt weshalb sich die Borussen vermehrt als löchriger ‚Schweizer Käse‘ und nicht als geschlossener Verbund präsentieren.
Sowohl die Abwehrkette, als auch die Spieler davor hätten einige Tore bereits im Vorfeld verhindern können, wenn nicht müssen. Erkennbar ist natürlich auch, dass gerade die linke Seite mit Juan Arango oft aus der Viererkette eine Dreierkette macht und dem Gegner somit sehr viel Raum gibt. Aufgrund dessen war der taktische Ansatz von Michael Frontzeck in Dortmund nachzuvollziehen.
In der Offensivabteilung hat Borussias Trainer dazu zwar mehr als ausreichend gute Qualität im Kader, doch die kann anscheinend derzeit nicht genügend Tore produzieren, da sich das defensive Mittelfeld und die gerade ohne Abwehrchef Dante ersatzgeschwächte Viererkette überfordert zeigt und so für ein Ungleichgewicht zwischen Angriff und Defensive sorgt. Im Defensivverbund reicht die Qualität aktuell erkennbar nicht aus.
Bis dato konnten Trainer und Mannschaft also gleichermaßen nicht dafür sorgen, dass die Grundordnung und die Kompaktheit im Defensivbereich grundsätzlich eingehalten und die taktischen Fehler in der Raumaufteilung, die sich besonders bei Standardsituationen zeigen, abgestellt wird. Demzufolge hatte zumindest bis dato die (Aus-) Wirkung des Torhüterwechsels im Bezug auf die Gegentore lediglich mäßigen Erfolg.
Für das wichtige Heimspiel gegen Hannover 96 hat Michael Frontzeck mit seinen Spielern von Montag bis Donnerstag ein Trainingslager im niederländischen Tegelen bezogen. Alle Einheiten werden unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgehalten. Auch die Spieler stehen weitestgehend nicht für Interviews zur Verfügung. Keine gänzlich verkehrte Maßnahme, denn den bisherigen Worten müssen jetzt ohnehin Taten folgen.
»Die gemeinsame Zeit werden wir nutzen«, sagt Max Eberl. »Wir werden viel trainieren, an unseren Schwachpunkten arbeiten und auch sehr viele Gespräche führen«. Das alles ist auch bitter nötig, denn es müssen Punkte her, wenn es nicht ein ganz trauriges Weihnachtsfest werden soll. Ein Vermeiden von unnötigen Punktverlusten und zum Anfang ein Sieg gegen Hannover würden sicherlich zur Beruhigung beitragen...





