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»Die Tore gegen uns waren wieder zu einfach«

Konsternierte Borussen nach der Niederlage beim BVB

Die bittere und deutliche 1:4-Niederlage der Gladbacher Borussia bei der Namenscousine aus Dortmund hält den VfL weiterhin auf dem letzten Tabellenplatz. Trotz einer 1:0-Führung von Marco Reus reichte es am Ende nicht, um aus Westfalen etwas Zählbares mitzunehmen - das auch, weil gerade in der zweiten Halbzeit die Ordnung im Defensivverbund verloren ging. Erneut überwog bei den Protagonisten in der Analyse der Frust.

Marco Reus war es, der den VfL mit seinem fünften Saisontreffer im Signal-Iduna-Park nach 33 Minuten in Führung gebracht hatte. Und das obwohl es die Borussen zuvor zwar gegen den Ball gut gemacht hatten, jedoch im Angriffsspiel nicht über Ansätze hinaus kamen. Zudem parierte Christofer Heimeroth zweimal stark.

Eigentlich hatte der Dortmunder Führungstreffer längst in der Luft gelegen. Ärgerlich für die „Fohlen“, dass der in den ersten 45 Minuten überlegene BVB erst in der Nachspielzeit nach einem Eckstoß zum Ausgleich kam. »Wir haben es richtig gut gemacht, haben gut gegen den Ball gearbeitet und wenige Räume zugelassen. Es ist natürlich schade, wenn der Ausgleich noch kurz vor der Halbzeit fällt«, grummelte Filip Daems.

»In der ersten Halbzeit haben wir sehr gut gestanden, der ‚Heimi‘ hat ein, zwei Bälle super gehalten, und wir führen sogar 1:0 was eigentlich eine sehr gute Ausgangssituation ist«, befand Jan-Ingwer Callsen-Bracker.

Sein erstes Bundesligaspiel seit dem 10.Mai 2009 hatte sich der 26-Jährige dazu sicherlich anders vorgestellt. »Im Vorfeld des Spieles habe ich mich sehr darauf gefreut. Nach dem Spiel kann ich nur sagen, dass man nicht so gerne verliert«, gab der Innenverteidiger zu Protokoll.

Die Ausgangsposition war auch nach dem späten Ausgleich nicht schlecht für die Borussen, »denn bei einem 1:1 ist immer noch alles möglich«, meinte Callsen-Bracker. Nach dem Seitenwechsel kam der VfL zwar zunächst gut in die Partie, kam dennoch sieben Minuten nach Wiederanpfiff auf die Verliererstraße.

Mario Götze passte genau in die Schnittstelle der Gladbacher Abwehr auf Shinji Kagawa, der Jan-Ingwer Callsen-Bracker aussteigen ließ, Christofer Heimeroth umspielte, und locker zur Führung für die Hausherren einschob.

Damit war das Spiel nahezu gelaufen, denn der VfL hatte zwar in der Folgezeit noch die Möglichkeit, um zurückzukommen, verlor auf der anderen Seite jedoch wie so oft die Stabilität im Defensivverbund. »Man muss natürlich sagen, dass wir unsere taktische Grundordnung nicht mehr so diszipliniert durchhalten konnten«, musste Callsen-Bracker zugeben. »Nach dem 2:1 haben wir zu viele Räume aufgemacht und haben zu viel zugelassen«, pflichtete Filip Daems bei.

Die Quittung dafür bekam der VfL, denn die Borussia aus Dortmund nutze die Lücken im Gladbacher Defensivverbund eiskalt aus und schenkte der Truppe von Michael Frontzeck so die Gegentore 39 und 40 ein. »Die Tore gegen uns waren wieder zu einfach. Die Dortmunder haben es mit ganz einfachen Pässen in die Nahtstelle der Abwehr geschafft, Tore zu erzielen«, ärgerte sich Tobias Levels.

»Es ist ärgerlich, dass wir nach einer ordentlichen ersten Halbzeit in der zweiten Halbzeit dann wieder zu einfach die Tore herschenken. Dann wird es natürlich schwer, so ein Spiel zu gewinnen«, wusste Christofer Heimeroth.

Am Ende des bitteren Tages stand mit der 4:1-Niederlage erneut die Erkenntnis, dass man 45 Minuten ganz gut dagegengehalten hatte, sich jedoch im zweiten Durchgang in der Defensive zu einfach überlisten ließ. »Es ist einfach in den letzten Wochen so, dass wir die Kompaktheit, die wir durchaus in der ersten Halbzeit demonstrieren konnten, nicht über 90 Minuten aufs Feld bringen und dass wir die Tore, die wir in der Offensive schießen, hinten zu einfach wieder hergeben«, analysierte Borussias sichtlich gefrusteter Schlussmann. »Wir bekommen einfach zu viele Gegentore«, grantelte Tobias Levels. »Wir haben uns die Niederlage selbst zu zuschreiben«.

So wird die Luft im unteren Tabellendrittel immer dünner, wenngleich es nach wie vor ‚nur‘ drei Punkte Rückstand bis zum gänzlich rettenden 15.Tabellenplatz sind. Dies könnte sich allerdings ändern, sollte Köln am Sonntag gegen den VfL Wolfsburg gewinnen.

Für die Borussen gilt es also weiterhin, nicht abgeschlagen in die Winterpause zu gehen. »Wir müssen schauen, dass wir jetzt nicht den Anschluss verlieren, und das wir uns in die Winterpause mit so vielen Punkten wie möglich retten«, gibt Christofer Heimeroth die Marschroute vor.

Dafür sind bekanntlich Punkte von Nöten. Bei noch drei ausstehenden Spielen hat der VfL vor allen Dingen in zwei Heimspielen gegen Hannover 96 und gegen den Hamburger SV die Möglichkeit, diese zu holen. »Wir sind jetzt in der Situation, dass wir noch drei Spiele vor der Nase haben. Davon zwei Heimspiele, aus denen wir unbedingt noch die nötigen Punkte brauchen. Wir wollen so viele Punkte wie möglich holen«, sagte Filip Daems. Am besten sollte der VfL damit also schon am kommenden Wochenende gegen Hannover 96 anfangen. Dazu müssen sich die Borussen jedoch gerade im Defensivverbund über 90 Minuten am Riemen reißen...


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