Suchfunktion

facetwiet
Rss-Feed
HomeFohlenelfNews & HintergründeNiederlage trotz zweimaliger Führung: »Das ist lächerlich«

Niederlage trotz zweimaliger Führung: »Das ist lächerlich«

Nach Mainz: Borussia fehlt Qualität im Defensivverbund

Nach zuletzt vier Punkten aus zwei Spielen war Borussia Mönchengladbach eigentlich auf einem guten Weg. Diesen zerstörten sich die Borussia vorerst vor allen Dingen bei der 2:3-Heimniederlage gegen den 1.FSV Mainz 05. Doch die gleichermaßen bittere und unnötige Niederlage hatten sich die Borussen aufgrund von kapitalen Abwehrfehlern in der Schlussviertelstunde selbst zuzuschreiben. Das musste auch Michael Frontzeck zugeben.

Mit vier Punkten aus den letzten beiden Spielen gegen Bayern und Köln hatte sich der VfL eigentlich in eine gute Ausgangsposition gebracht. Doch wie so oft in dieser Saison konnten die Borussen das geschöpfte Selbstvertrauen im Anschluss nicht über 90 Minuten in das nächste Spiel wie in diesen Fall gegen Mainz transportieren. »Das kann ich ihnen heute auch nicht sagen, weil wir in einem Spiel, wo nicht allzu viele Torchancen vorhanden waren, zweimal geführt haben«, zuckte Michael Frontzeck nach dem Spiel bei der Suche nach Gründen mit den Schultern.

»In der ersten Halbzeit haben wir eine Chance bei Mainz gesehen, wo Heimeroth gut hält. Wir hatten zwei, drei Chancen und vielleicht auch einen Elfmeter dabei. Umso ärgerlich ist es dann, dass du zu Hause nach einer zweimaligen Führung keine Ruhe rein bekommst und es nicht zu Ende spielst«, ärgerte sich Frontzeck.

So musste der Trainer musste von der Seitenlinie aus mit ansehen, wie seine Mannschaft in der Schlussviertelstunde zunächst eine 2:1-Führung verspielte und am Ende gar mit leeren Händen da stand.

Und das gerade, weil sich die Borussen mit einfachen langen Bällen buchstäblich überlaufen ließen und sich dazu fatal taktische Fehler in der Raumaufteilung leisteten. »Da wollten wir uns spielerisch befreien, anstatt den Ball aus dem Stadion zu hauen«, schüttelte Frontzeck den Kopf. »Das geht in der letzten Viertelstunde natürlich nicht nur, aber wenn du zwei- dreimal die Möglichkeit hast, die Situation zu klären und dann beim zweiten und dritten Tor durch einen langen Ball ausgespielt wirst, dann ist das natürlich zu einfach für den Gegner«.

Besonders einfach hatten es die Gäste aus Mainz, da sich die Gladbacher Abwehrspieler folgenschwere ‚Böcke‘ leisteten und sich der wacklige Defensivverbund bei Gegenstößen überfordert zeigte. Michael Bradley beispielsweise bereitete zwar ein Tor vor und spielte einige gute Pässe, zeigte jedoch auch wiederholt 'unkoordinierte' Fehlpässe. Auf der anderen Seite hatte Sebastian Schachten alles andere als einen guten Tag auf der linken Abwehrseite und war wie auch schon gegen den FC Bayern ein Unsicherheitsfaktor. Kapitän Filip Daems hat dazu als Innenverteidiger seine Probleme.

So brachte sich der VfL nicht ‚nur‘ von der Siegerstraße ab, sondern beraubte sich zudem um einen Punkt. »Ich werfe der Mannschaft gar nichts vor. Ich habe heute keinen Spieler gesehen, der irgendetwas extra gemacht hat«, stellte sich Michael Frontzeck öffentlich wie gewohnt vor seine Spieler. »Ich denke, dass die Mannschaft vom Kämpferischen her alles versucht und alles gegeben hat. Sie hat zweimal geführt - sie hat es nur nicht zu Ende gespielt«.

Am Ende des bitteren Tages stand, das sich der VfL auf unverständliche Art und Weise das Spiel aus der Hand nehmen ließ, was so sicherlich nicht passieren darf. »Nach so einem Spiel ist es natürlich sehr bitter, wenn du dann noch nicht mal einen Punkt mitnimmst, sondern auch noch das dritte Tor bekommst. Das ist lächerlich«, grummelte Frontzeck und ergänzte: »Es ist in unserer Situation fatal, dass du zweimal führst und es dann nicht zu Ende spielst. Das ist sicherlich eine Sache, die mich sehr ärgert, weil es unter dem Strich unnötig war. Wir sollten die unnötigen Niederlagen in Grenzen halten«.

Nach der Niederlage bleibt die Borussia auch nach dem siebten Heimspiel sieglos, weshalb der VfL auch in der Heimtabelle zurecht die rote Laterne hat. »Dafür hatten wir in der letzten Saison auswärts unsere Probleme«, erklärte Frontzeck. »Es ist generell eine Tendenz, dass sich Mannschaften oftmals auswärts in der Bundesliga einfacher tun«.

In der kommenden Woche wartet nun mit dem Spiel beim stark aufspielenden Tabellenführer Borussia Dortmund sicherlich eine alles andere als einfache Aufgabe. »Es ist sicherlich so, dass wir natürlich nächste Woche in Dortmund sehr, sehr stark gefordert werden, weil das eine Mannschaft ist, die im Moment über den Dingen schwebt«, weiß Frontzeck um die Stärken der Westfalen. »Wichtig ist den Blick nach vorne zu richten und dieses Spiel in Dortmund so anzunehmen, wie es ist«.

»Es ist bei allem was passiert wichtig, die Köpfe oben zu behalten, auch wenn es noch so bitter ist, und den Blick nach vorne zu richten und sich auf dieses Spiel gegen Dortmund vorzubereiten«, mahnt Borussias Trainer zur Ruhe und versucht sich in Durchhalteparolen.

Dennoch ist die Situation nach wie vor alles andere als rosig, denn die vermeintlichen Konkurrenten ziehen so langsam davon. Es müssen Punkte her, damit es nicht ein trauriges Weihnachtsfest wird. »Es ist im Moment aus verschiedenen Gründen kompliziert - tabellarisch und personell. Es ist eine unangenehme Situation, in der wir sind«, ist Michael Frontzeck der Ernst der Lage bewusst. »Aus dieser müssen wir bis zum Winter so viele Punkte wie möglich holen, um uns dann wieder neu aufzustellen«.

Neu aufstellen bzw. überdenken sollten Michael Frontzeck und Max Eberl in der Winterpause dann auch die personelle Situation. In der Offensivabteilung hat Borussias Trainer zwar mehr als ausreichend gute Qualität im Kader, doch die kann anscheinend derzeit nicht genügend Tore produzieren, da sich wie zuletzt gegen Mainz das defensive Mittelfeld und die gerade ohne Abwehrchef Dante ersatzgeschwächte Viererkette überfordert zeigte und so für ein Ungleichgewicht zwischen Angriff und Defensive sorgt. Im Defensivverbund reicht die Qualität aktuell offensichtlich erkennbar nicht aus...

Verwandte Themen:

Zweimalige Führung reicht nicht: Borussia unterliegt Mainz

Fotostrecke: Mainz entführt drei Punkte aus dem Borussia-Park

Marco Reus schoss gegen Mainz das 2500. Bundesligator der Borussia

Borussia wartet weiter auf den ersten Heimsieg: »Der Frust sitzt tief«


letzte Foren-Beiträge

Konter I schnell & direkt