Niedergeschlagene und frustrierte Borussen nach Mainz
Vor dem Spiel gegen den 1.FSV Mainz 05 konnte Borussia Mönchengladbach mit vier Punkten aus zwei Spielen einen Aufwärtstrend verzeichnen. Gerade der starke Derbysieg der Vorwoche hatte Hoffnung auf den ersten Heimsieg seit dem 09.April gemacht. Doch trotz zweimaliger Führung standen die Borussen am Ende mit leeren Händen da. Dementsprechend frustriert äußerten sich die Protagonisten nach der Partie.
Eigentlich konnte man mit einem guten Gefühl in das Heimspiel gegen Mainz gehen. Ein 3:3-Remis im Heimspiel gegen Bayern München und dazu in der Vorwoche ein 4:0-Derbysieg - es war also durchaus ein Aufwärtstrend zu verzeichnen. »Ich denke, dass wir uns mit den letzten beiden Spielen eine sehr gute Ausgangssituation für das heutige Spiel geschaffen haben«, meinte Christofer Heimeroth nach der Niederlage gegen Mainz.
Vergolden wollten die Borussen den Sieg in der Domstadt und so weiter nach oben klettern. »Wir haben uns viel vorgenommen und wir wollten den Weg weitergehen, den wir in den letzten beiden Spielen eingeschlagen haben«, sagte Thorben Marx und musste nach dem Spiel jedoch eingestehen, dass dies »leider nicht gelungen ist«.
Gelungen ist es den Borussen nicht, trotz zweimaliger Führung am Ende auch im dritten Spiel in Folge ohne Niederlage zu bleiben. »Wir sind zweimal in Führung gegangen. Ich denke, dann kann man das Spiel auch nach Hause bringen«, wusste Christofer Heimeroth und ergänzte: »Mit einem Sieg hätten wir eine kleine Serie gehabt«.
»Der Frust sitzt natürlich tief und es ist brutal ärgerlich, weil wir nach dem Derbysieg der letzten Woche eigentlich den Schwung mitnehmen wollten«, ließ Sebastian Schachten, der gegen die Rheinland-Pfälzer einen mehr als schlechten Tag erwischte, in die Notizbücher notieren. »Wenn wir eine Viertelstunde vor Schluss 2:1 führen, dann dürfen wir uns das nicht mehr aus der Hand nehmen lassen. Auf jeden Fall dürfen wir in den letzten zehn Minuten nicht mehr zwei Dinger kassieren«, wusste der 26-Jährige.
Zwei ‚Dinger‘, denen kapitale Anfängerfehler im Spielaufbau vorausgingen und die auch Tobias Levels maßlos ärgerten. »Die zwei Tore kann sich ja jeder anschauen. Billiger geht es ja nicht. Es waren zwei lange Bälle, wo wir absolut falsch standen. Das hat Mainz in Person von Allagui sehr gut ausgenutzt. Dann verliert man so ein Spiel«, grummelte Levels.
Noch kein Heimspiel konnte der VFL in dieser Saison gewinnen und hat erneut drei Gegentreffer kassiert. »Die momentane Situation ist so, dass wir zu Hause nicht gewinnen. Das ist die Bilanz eines Absteigers. Wenn man zu Hause nicht gewinnt, dann wird es in der Liga relativ schwer«, weiß Levels. »Wir haben wieder drei Gegentore bekommen, gerade auch in einem Heimspiel ist das viel zu viel«, befand Thorben Marx. »Da muss es eigentlich auch mal mit reichen, wenn wir zweimal führen«.
Gerade die Abwehrspieler präsentierten sich bei den Gegentoren alles andere als auf der Höhe. »Es geht nicht um Schuldzuweisungen. Das sind allgemein taktische Dinge, wo man vielleicht mal den Mund aufmachen und wo man mal kurz sprechen muss, um geordnet zu sein«, stellte sich Levels dennoch öffentlich vor seine Mitspieler. »Wenn das nicht passiert, dann hat der Gegner halt eine Einschussmöglichkeit. Das haben die Mainzer gut ausgenutzt«.
In der Tat nutzten die Gäste die Fehler im Defensivverhalten eiskalt aus. »Es ist höhst deprimierend, wenn du in so einem Kampfspiel, in dem wirklich nicht viel Fußball zu sehen war, nach zweimaliger Führung ohne was da stehst«, schüttelte Max Eberl den Kopf und fordert Ursachenforschung. »Man kann nicht immer nur den Mantel des Schweigens drüberlegen, sondern man muss sich jetzt auch hinterfragen, was da passiert ist. Da haben wir, was die zweite Halbzeit und die Gegentore betrifft, genug Ansätze«.
Genügend Ansätze also, um sich in der kommenden Woche auf die schwere Aufgabe beim stark aufspielenden Tabellenführer aus Dortmund vorzubereiten. »Jetzt haben wir natürlich ein schweres Auswärtsspiel in Dortmund, aber wir müssen die Köpfe wieder hochnehmen und uns gut darauf vorbereiten«, sagte Thorben Marx.
»Wir haben jetzt ein ganz, ganz schweres Spiel in Dortmund. In unserer Situation kann man sich die Gegner nicht aussuchen«, weiß Tobias Levels. »Wir müssen nach Dortmund fahren und gucken, da das Optimum rauszuholen. Das wären drei Punkte«.
Drei Punkte, die der VfL bitter nötig hat, um nicht gänzlich den Anschluss zu verlieren. Gerade auch die Konkurrenten in der unteren Tabellenhälfte konnten punkten.»Wir wissen natürlich, dass es in dieser Saison ein langer Weg wird. Wir werden da in den nächsten drei oder vier Spielen nicht rauskommen. Es muss uns allen klar sein, dass wir bis zur Winterpause da unten drin stehen«, mahnt Thorben Marx. »Natürlich schaut man auch auf die Ergebnisse der anderen, aber in erster Linie zählen unsere Spiele. Wir müssen sehen, dass wir punkten…«.





