Reus: »Hätte lieber gewonnen«
Vor der Partie gegen den 1. FSV Mainz 05 hatte Borussia Mönchengladbach 2499 Tore in der Bundesliga erzielt. Es stand also ein Jubiläumstreffer bevor. Für diesen sorgte Marco Reus in Minute 53, der die 1:0-Führung für den VfL bedeutete. Eine Randnotiz, die jedoch nach der 2:3-Heimniederlage auch beim Protagonisten nahezu selbsterklärend in den Hintergrund gerät.
»Diese Niederlage ist eigentlich nicht in Worte zu fassen. Wir haben zweimal geführt und das wir das dann nicht über die Bühne bekommen, kann einfach nicht sein. Wir müssen uns alle selber an die eigne Nase packen. So geht’s einfach nicht«, gab ein sichtlich geknickter Marco Reus nach der Partie gegen die Mainzer zu Protokoll.
Dabei hatte der Youngster die „Fohlen‘‘ mit seinen Toren zweimal in Front gebracht. Zunächst eben in Minute 53., als der 21-Jährige nach Flanke von Michael Bradley per Direktabnahme ins lange Eck traf.
Die 1:0-Führung bedeutete gleichzeitig das 2500. Bundesligator, womit der Youngster sich in die Geschichtsbücher der Borussia geschrieben hat. »Das bedeutet mir nicht so viel. Natürlich freut es mich, aber ich hätte lieber gewonnen«, sagte ein sichtlich geknickter Reus.
Doch über seinen bis zu diesem Zeitpunkt dritten Saisontreffer konnte sich Reus bekanntlich lediglich elf Minuten freuen. Dann nämlich konnten die Gäste durch André Schürrle ausgleichen. »In der ersten Halbzeit waren beide Mannschaften auf Zweikämpfe aus. Dann führen wir 1:0. Wir müssen das dann einfach besser ausspielen und dürfen nicht so schnell das Gegentor bekommen«, haderte Marco Reus. »Das muss man ansprechen«.
Zunächst ließen sich die Borussen von dem Ausgleich nicht aus dem Konzept bringen, sondern schlugen fünf Minuten später in Person von Marco Reus erneut zurück. Der VfL war auf der Siegerstraße, kam jedoch von dieser ab. Joker Sami Allagui drehte die Partie und brachte die Gäste nach seiner Einwechslung mit seinen beiden Toren so auf die Siegerstraße. »Wir waren nah dran, das Spiel zu gewinnen, haben es aber leider nicht geschafft«, bedauerte Reus.
Und das auch, weil sich die Borussen im Defensivverbund alles andere als sattelfest präsentierten. »Es waren einfach zwei Situationen, wo wir falsch gestanden haben und wo uns die Konzentration gefehlt hat«, bemängelte der 21-Jährige und hatte auch gleichzeitig das ‚Gegengift‘ parat. »Wir müssen daran arbeiten, dass wir konzentriert bleiben, bis der Schiedsrichter abpfeift«.
Nicht konzentriert war der VfL vor allen Dingen in der Schlussviertelstunde in der Defensive, wo man sich folgenschwere Stellungsfehler leistete. Beim 2:2 durch Allagui verschätzte sich Sebastian Schachten böse. »Es wäre der falsche Weg, jetzt einzelne herauszupicken und sich gegenseitig die Schuld zuzuweisen«, stellte sich der Doppeltorschütze vor seine Mitspieler und ergänzte: » Wir gewinnen als Mannschaft und verlieren als Mannschaft. Das gesamte Team war nicht in der Lage, das Spiel zu gewinnen«.
»Wir müssen weiter hart arbeiten, dass wir da unten rauskommen«, gibt Reus die Marschroute bis zur Winterpause vor und fordert Ursachenforschung. »Wir müssen jetzt die Fehler klar ansprechen und dann geht’s weiter«. Weiter geht es am kommenden Samstagabend im Auswärtsspiel bei Tabellenführer Borussia Dortmund. Danach kommt Hannover 96, ehe die Spiele beim SC Freiburg und gegen den Hamburger SV die Hinrunde abschließen.
Auch weil gerade die Konkurrenz weiter fleißig Punkte sammelt, ist die Konstellation für die Borussia nach wie vor alles andere als rosig. Egal wo und gegen wen - Borussia braucht Punkte, um den Abstand nicht zu groß werden zu lassen. Das weiß auch Jubiläumstorschütze Marco Reus: »Wir müssen zusehen, dass wir schleunigst punkten…«.





