Juan Arango wieder im Kader, Patrick Herrmann mehr als fraglich
Nach dem Derbysieg gegen den rheinischen Rivalen aus der Domstadt gilt es nun für Borussia Mönchengladbach, im Heimspiel gegen den 1.FSV Mainz 05 nachzulegen und den ersten Heimsieg der Saison einzufahren. Während der VfL dabei mit rund 46.000 Zuschauern im Borussia-Park rechnet, so muss Borussias Trainer Michael Frontzeck auf fünf seiner Spieler verzichten. Juan Arango kann dagegen wieder in das Geschehen eingreifen.
»Ich denke, dass die personelle Situation bis zum Jahresende angespannt bleibt«, sagte Michael Frontzeck auf der Pressekonferenz am Donnerstag. In der Tat gestaltet sich die Personaldecke gerade in der Defensive alles andere als dick. In jedem Fall stehen weiterhin verletzungsbedingt Dante (Innenbandteilriss im Knie), Roel Brouwers (Muskelfaserriss im Oberschenkel) Tony Jantschke (nach Mittelfußbruch im Aufbautraining), Jean-Sébastien Jaurès (Knieprobleme) und Christian Dorda (Aufbautraining nach Patellasehnenriss) nicht zur Verfügung.
Ein großes Fragezeichen steht dazu hinter Patrick Herrmann. Der 19-Jährige hat seit dem Spiel gegen Köln mit Problemen am Sprunggelenk zu kämpfen, sagte demzufolge unter der Woche den Einsatz bei der U21-Nationalmannschaft ab und wird so aller Voraussicht nach nicht im 18er-Kader vertreten sein. »Patrick hat immer wieder Probleme an seinem Knöchel und deshalb ist es mehr als fraglich, dass er am Wochenende im Kader steht«, gab Michael Frontzeck bekannt.
Auf der anderen Seite kann Juan Arango wieder in das Geschehen eingreifen. Der Venezolaner hat die Sperre nach seiner roten Karte in Hoffenheim abgesessen und wird wieder in den Kader rücken. Wenngleich nahezu davon auszugehen ist, dass der 30-Jährige auch gleich wieder von Beginn an auflaufen will, so hält sich sein Trainer noch bedeckt. »Juan ist ein wichtiger Baustein in unserer Mannschaft. Er ist ein Spieler, der uns natürlich fußballerisch weiterhilft und der sich aber auch im Defensivverhalten eingegliedert hat. Er ist sicherlich eine ganz naheliegende Option für das Spiel am Wochenende«, wollte Frontzeck noch nicht allzu viel verraten.
Kein Geheimnis ist jedoch, dass Jan-Ingwer Callsen-Bracker bis auf weiteres in den Profikader zurückkehrt und somit auch im Spiel gegen Mainz als Option auf der Bank Platz nehmen wird. Der 26-Jährige spielte bis dato in den Planungen keine Rolle mehr und profitiert nun von den Personalproblemen im Defensivbereich. »Jan wird im Kader sein. Es ist eine absolute Ausnahmesituation, das drei Innenverteidiger für einen längeren Zeitraum nicht dabei sind«, begründete Frontzeck und ergänzte: »Jan hat ja nichts verbrochen, sondern es war eine rein sportliche Entscheidung. Er hat sich in der zweiten Mannschaft immer tadelslos verhalten, gut trainiert und die Spiele sehr gut wahrgenommen«.
Wahrnehmen kann Callsen-Bracker nun auch eine neue Chance, sich bei der Borussia wieder ins Gespräch zu bringen und sich nachhaltig zu empfehlen. »Jan hat immer eine profihafte Einstellung an den Tag gelegt. Da kann man ihm eh nichts vorwerfen«, lobte Max Eberl den 26-Jährigen, der nun trotz aller Planungen zuvor auch die Gelegenheit nutzen kann, sich gar für einen neuen Vertrag zu empfehlen.
»Lasst den Jungen jetzt mal arbeiten und trainieren. Dann wird man sehen, was passiert. Wir schlagen nie die Tür zu. Wir haben damals die Entscheidung getroffen, die wir nun aufgrund der extremen Situation zurückgenommen haben. Natürlich ist es jetzt für ihn eine riesen Chance, bei der er auf sich aufmerksam machen kann«, sagte Borussias Sportdirektor abschließend.
Auf sich aufmerksam machen möchte auch die Borussia, die vor dem Spiel gegen Mainz bei bisher insgesamt 2499 Bundesligatoren steht. »Mainz ist eine Mannschaft, die eine überragende Phase hatte und dabei sehr viele Punkte gesammelt hat. Es ist eine Mannschaft, die sich gerade auch in den letzten Wochen auswärts sicherlich ein stückweit leichter getan hat«, weiß Borussias Trainer Michael Frontzeck, dass das 2500. Tor gerade auch gegen die seit drei Spielen sieglose Karnevalshochburg aus Rheinland-Pfalz nicht allzu leicht zu erzielen sein wird.
Somit dürfte die Marschroute für das Spiel klar sein. Aus einem kompakten Defensivverbund heraus die Angriffe starten. »Ganz unabhängig davon, dass wir jetzt in den letzten beiden Spielen auch punktemäßig wieder Boden unter den Füßen bekommen haben, wird das ein richtig schweres Spiel, wo wir Geduld haben müssen, wo wir die Spielkontrolle nicht verlieren dürfen und wo wir letztendlich wieder dahin kommen müssen, dass wir unseren Plan am langen Ende durchsetzten«, erklärte Frontzeck.
So steht auch auf dem Programm, den Mainzern nicht ins offene Messer zu laufen, sondern mit Bedacht den ersten Heimsieg unter Dach und Fach zu bringen. Es gilt, den Sieg in der Domstadt zu vergolden und den Aufwärtstrend der letzten beiden Spiele zu bestätigen. »Wir wollen das Spiel zu Hause natürlich mit aller Macht gewinnen«, sagte Frontzeck und ergänzte: »Das heißt aber nicht, dass man ohne Kontrolle spielt, sondern wohl durchdacht in das Spiel geht und versucht, es mit aller Energie zu gewinnen«.





