Sebastian Schachten und Dante fraglich
Am kommenden Samstag steht das rheinische Derby zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1.FC Köln auf dem Programm. Ein gerade aufgrund der aktuellen Tabellenkonstellation besonderes Spiel. Beide Mannschaften müssen punkten, um nicht vorerst im Tabellenkeller festzuhängen. Borussias Trainer Michael Frontzeck muss beim Spiel im derzeit noch nicht gänzlich ausverkauften RheinEnergieStadion in jedem Fall auf vier seiner Spieler verzichten.
In jedem Fall stehen Michael Frontzeck weiterhin verletzungsbedingt Tony Jantschke (Mittelfußbruch), Jean-Sébastien Jaurès (Knieprobleme) und Christian Dorda (Aufbautraining nach Patellasehnenriss) nicht zur Verfügung. Dazu ist Juan Arango nach wie vor aufgrund seiner roten Karte in Hoffenheim gesperrt. Der Venezolaner kann allerdings nach dem Derby wieder in das Geschehen eingreifen.
Fraglich ist dagegen noch der Einsatz von Sebastian Schachten. Der 25-Jährige knickte vor zwei Tagen im Training mit dem Knöchel um und zog sich eine Bänderdehnung zu. »Sebastian ist noch fraglich. Wir werden die kommenden Tage abwarten und dann schauen, ob es für das Wochenende reicht«, wollte sich Michael Frontzeck auf der Pressekonferenz am Donnerstag noch nicht festlegen.
Gleiches gilt für Dante, der nach seiner Infraktion im Fußwurzelknochen zwar im wahrsten Sinne des Wortes schon wieder recht gut zu Fuß ist, für den Einsatz - zumindest von Beginn an - jedoch wohl noch zu früh kommt. »Es ist nicht davon auszugehen, dass er schon gegen Köln in der Startelf stehen wird. Aber es ist schön zu sehen, dass der Knochen hält und er in absehbarer Zeit in die Mannschaft zurückkehrt«, sagte Frontzeck.
Sollte Sebastian Schachten nicht mit in die Domstadt reisen können, so wird aller Voraussicht nach die Viererkette an den Start gehen, die in den zweiten 45 Minuten gegen Bayern München auf dem Feld stand. So wird Filip Daems wieder die linke Seite besetzten, während Bamba Anderson und Roel Brouwers die Innenverteidigung bilden werden.
Gerade der Niederländer hatte gegen die Bayern in der zweiten Halbzeit mit dafür gesorgt, dass im Defensivverbund des VfL Ordnung herrschte. »Roel war letzte Woche noch nicht bei 100 Prozent, ist in der zweiten Halbzeit reingekommen hat ein gutes Spiel gemacht und war stabil«, lobte Frontzeck seinen Schützling.
Auf der anderen Seite rückt Thorben Marx nach seiner abgesessenen Gelbsperre nicht nur wieder in den Kader, sondern der 29-Jährige wird auch wieder in die Startelf rücken und mit Michael Bradley die „Doppel-6“ bilden. »Thorben ist einer unserer erfahrensten Spieler in unserem Kader und ohne jetzt zu viel über die Aufstellung preiszugeben, wird er am Samstag von Beginn an auf dem Platz stehen«, verriet Frontzeck. Demzufolge wird Roman Neustädter, gegen die Bayern noch in der Startelf, wieder als Option auf der Bank Platz nehmen. Ebenso wieder mit dabei sein wird Logan Bailly, der nach überstandener Grippe wieder am Mannschaftstraining teilgenommen hat.
Doch egal wer am kommenden Samstag auf dem Platz steht, es wird für beide Mannschaften nicht‘ nur‘ ein wichtiges sondern auch ein stückweit richtungsweisendes Spiel, denn der Verlierer dürfte zunächst im Tabellenkeller festhängen. »Als gebürtiger Gladbacher kann ich nicht verhehlen, dass das natürlich ein besonderes großes Spiel für beide Clubs ist. Es wird für beide Seiten ein packendes und heißes Spiel«, ist sich Borussias Trainer sicher und appelliert gleichzeitig an die Fanlager beider Seiten, die Brisanz lediglich auf dem Rasen austragen zu lassen. »Ich wünsche mir, dass das Spiel - so wie die letzten beiden Aufeinandertreffen auch - friedlich über die Bühne geht«.
Rund 8000 Gladbach Fans werden im RheinEnergieStadion vertreten sein und von den Rängen mit tatkräftiger Unterstützung mit dabei helfen, dass der VfL nach Möglichkeit alle drei Punkte mit an den Borussia-Park nimmt. Dessen, das das Spiel in der Domstadt von durchaus großer Bedeutung und auch eine Nervensache ist, ist sich Michael Frontzeck bewusst. »In diesem Spiel sind natürlich gute Nerven gefragt und gefordert. Entscheidend wird sein, wie man die Nerven im Griff hat und letztendlich seinen Plan durchsetzten kann«, weiß Frontzeck und ergänzt: »Ich würde mich natürlich sehr freuen, wenn die Mannschaft ein gutes Spiel macht und wir das Spiel gewinnen würden«.
Sollte seine Mannschaft mit leeren Händen aus der Domstadt die Heimreise antreten, so wäre dies bei Borussia dennoch kein Grund, personelle Konsequenzen zu ziehen. »Aus unserer Sicht ist das Derby kein Schicksalsspiel, denn es geht auch in Köln nur um drei Punkte«, stellte Max Eberl klar und stärkte erneut seinem Trainer den Rücken. »Es gibt objektive Gründe, warum wir da stehen, wo wir jetzt stehen und diese führen dazu, dass wir nach wie vor zu 100 Prozent von Michael Frontzeck überzeugt sind«.
Gleichwohl ist sich auch der Sportdirektor der Bedeutung des Derbys bewusst. »Wir wissen natürlich um die enorme Brisanz, zum einen aufgrund der Tradition, zum anderen aufgrund der aktuellen sportlichen Situation beider Vereine«, so Max Eberl und ergänzte: »Dennoch fokussieren wir nicht alles nur auf das eine Spiel. Wir sind weder abgestiegen, wenn wir verlieren, noch raus aus dem Schlamassel, wenn wir gewinnen«.
Fakt ist jedoch: Borussia braucht Erfolgserlebnisse in Form von Punkten, um sich von der unteren Tabellenregion zu lösen und um nicht gänzlich den Anschluss zu verlieren. Ein Sieg gegen einen Mitkonkurrenten und dazu noch gegen den rheinischen Rivalen würde dabei mehr als gut tun…





