Der 22-Jährige im Interview über das Spiel gegen Bayern und über das Derby
Im Spiel gegen den FC Bayern München kam Roman Neustädter für Borussia Mönchengladbach zu seinem zweiten Einsatz von Beginn an. Der 22-Jährige, der den Vorzug vor Marcel Meeuwis erhielt, bildete mit Michael Bradley die „Doppel-6“. Wir sprachen mit dem defensiven Mittelfeldspieler unter Anderem über seinen zweiten Einsatz von Beginn an und über das bevorstehende Derby gegen den 1.FC Köln.
Fohlen-hautnah: Roman, gegen Bayern bist du aufgrund der Sperre von Thorben Marx zu deinem zweiten Einsatz von Beginn an gekommen und hast mit Michael Bradley die „Doppel-6“ gebildet. Wie zufrieden bist du mit deiner Leistung?
Roman Neustädter: Wichtig war und ist die Mannschaftsleistung und nicht meine. Ich habe mich in die Truppe eingefügt und ich denke, dass das ganz in Ordnung war.
Fohlen-hautnah: Und insgesamt mit dem Spiel…?
Roman Neustädter: In der ersten Halbzeit haben wir in den ersten zehn Minuten sehr gut begonnen. Nach dem Gegentor haben wir uns ein bisschen zu weit hinten reindrängen lassen. ‚Heimi‘ hat uns gerettet und wir hatten Glück beim Elfmeter. Ich denke, am Ende kann man mit dem Punkt gut leben, auch wenn das Gegentor ein bisschen unglücklich gefallen ist.
Fohlen-hautnah: Es ging mit einem 1:2-Rückstand in die Kabine. Was ist dort passiert…?
Roman Neustädter: Da haben wir all unsere Kräfte noch mal gebündelt und gesagt, dass wir versuchen, vorne drauf zu gehen, weil Bayern manchmal auch unsicher ist, wenn man sie vorne attackiert. Das haben wir dann auch gemacht und sind belohnt worden.
Fohlen-hautnah: Warum kommen so zwei unterschiedliche Halbzeiten zustande?
Roman Neustädter: Wir haben gut angefangen und dann durch das Tor vielleicht gedacht, dass nun erst mal die Null stehen muss. Dadurch haben wir uns zu weit reindrängen lassen. Nach vorne kam so wenig Entlastung, weil wir auch zu weit hinten waren und der Weg nach vorne so zu weit war.
Das hat dann in der zweiten Halbzeit besser geklappt. Da haben wir ein bisschen offensiver agiert, haben offensiv verteidigt und sind früher draufgegangen. Dazu hatten wir dann unsere Fans im Rücken, was auch noch mal einen Schub gegeben hat.
Fohlen-hautnah: Für dich war es davon ab sicherlich eine Erfahrung, gegen so Spieler, wie Bastian Schweinsteiger zu spielen…
Roman Neustädter: Natürlich. Es ist immer etwas besonderes, gegen Bayern zu spielen. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht.
Fohlen-hautnah: Du hattest öfters mit Bastian Schweinsteiger zu tun. War es deine Aufgabe, dich um ihn mehr oder weniger zu kümmern?
Roman Neustädter: Ich sollte mit Michael Bradley versuchen, dass einer immer ein Auge auf ‚Schweini‘ wirft, weil er sich zwischen den Reihen immer gut bewegt. Ich denke, bis auf ein paar Situationen haben wir das eigentlich ganz gut gemacht.
Fohlen-hautnah: Bisher standest du ja immer etwas hinten an. Denkst du, dass du jetzt den Kampf um die 6er-Position verschärft hast und auch eine echte Alternative bist, von Beginn an zu spielen - vielleicht auch gegen Köln?
Roman Neustädter: Jeder möchte natürlich spielen. Das sollte der Anspruch eines jeden Spielers sein und somit ist es auch meiner. Das entscheidet aber der Trainer. Ich denke, dass ich gegen Bayern ein ordentliches Spiel gemacht habe und dass das im Mittelfeld auch gut funktioniert hat. Wie es jetzt weiter geht, wird man sehen. Ich werde versuchen, mich auch in dieser Woche weiterhin im Training so gut wie möglich anzubieten und dann hoffe ich, dass ich am Wochenende spielen darf. Im Endeffekt kann ich im Training einfach nur Gas gaben, dann entscheidet am Ende wie gesagt der Trainer, wer spielt.
Fohlen-hautnah: An welchen Dingen kannst du noch arbeiten, sprich verbessern, um dem Trainer die Entscheidung schwerer zu machen, dich auf der Bank zu lassen?
Roman Neustädter: Verbessern kann man sich in allen Bereichen. Dazu zählt auch der Spielaufbau. Dafür gebe ich im Training Gas. Es war jetzt mein zweites Bundesligaspiel von Anfang an. Ich denke, dass eine gewisse Ruhe und Erfahrung mit der Zeit kommt, wenn man drei, vier Spiele hintereinander gemacht hat. Ein Spiel ist ja immer etwas anderes, mit der Stadionatmosphäre und den ganzen Fans. Man lernt immer von Spiel zu Spiel.
Fohlen-hautnah: Michael Frontzeck sagt, Marcel Meeuwis ist im Vergleich mit dir der ‚klarere‘ Sechser. Was für einer bist du, sprich wie würdest du dich charakterisieren?
Roman Neustädter: Ich denke, der moderne Sechser, der verteidigt und darüber hinaus auch ein Spiel machen und leiten kann, sich in die Offensive einschaltet, torgefährlich ist und den letzten Pass spielen kann.
Fohlen-hautnah: Kommen wir abschließend zum kommenden Derby. Ein gerade auch für die Fans wichtiges Spiel mit viel Brisanz. Für euch auch…?
Roman Neustädter: Mit Sicherheit ist das ein wichtiges und ein besonderes Spiel, aber das sind alle anderen Spiele auch. Auch in diesem Spiel geht es um drei wichtige Punkte. Wir wissen, was das Spiel gerade für die Fans und auch für das Umfeld für eine Bedeutung hat, aber wir bereiten uns auf dieses Spiel genauso vor, wie auf alle anderen Bundesligaspiele. Natürlich will man aber als Gladbacher nicht gegen Köln verlieren.
Fohlen-hautnah: Was macht dich zuversichtlich, dass Borussia am Samstag als Sieger vom Platz geht bzw. in jedem Fall etwas Zählbares mitnimmt?
Roman Neustädter: Wir hoffen natürlich, dass wir dort die drei Punkte mitnehmen. Wir bereiten uns diese Woche gut vor und analysieren das Bayern-Spiel, was ja in der ersten Halbzeit nicht so gut war. Dann denke ich, dass wir gut vorbereitet in das Spiel gegen Köln gehen.
Wenn wir so spielen, wie wir gegen Leverkusen im Pokal und wie wir in der zweiten Halbzeit gegen Bayern aufgetreten sind, dann ist es schwer gegen uns zu spielen und uns zu schlagen. Wir sind immer für ein Tor gut. Wir werden versuchen, wieder mehr auf die Defensive zu achten und dann daraus unsere offensiven Aktionen starten und nicht umgekehrt.
Fohlen-hautnah: Was kannst du den Fans für dieses Spiel am Samstag mit auf den Weg geben oder auch vielleicht versprechen?
Roman Neustädter: Versprechen kann ich, dass wir auf jeden Fall mit viel Leidenschaft und Mut in das Spiel gehen werden, so wie wir das auch in der zweiten Halbzeit gegen Bayern gemacht haben. Das wollen wir wiederholen und daran wollen wir anknüpfen. Wir werden mit unseren zahlreichen Fans im Rücken sozusagen gegen ganz Köln dagegenhalten, versuchen nicht zu überdrehen, alles geben und versuchen, unsere Aktionen und Angriffe mit positiven Abschlüssen durchzuziehen, um am Ende mit drei Punkten vom Platz zu gehen.





