Standpunkte des Sportdirektors vor dem Spiel gegen Bayern München
Seit dem 2.Spieltag wartet Borussia Mönchengladbach auf einen Sieg in der Fußballbundesliga. Mit sechs Punkten aus zehn Spielen steht der VfL am Tabellenende. Der lang ersehnte Dreier soll nun ausgerechnet im kommenden Heimspiel gegen den FC Bayern München eingefahren werden. Im Anschluss an die offizielle Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den deutschen Rekordmeister stand Borussias Sportdirektor Max Eberl Rede und Antwort.
Max Eberl über…
…die aktuelle Tabellensituation, wie gefährlich diese ist und wie schwer es ist, da unten rauszukommen:
»Dass es eine missliche Lage und eine gefährliche Situation ist, ist uns allen klar. Dass die Mannschaft es trotzdem kann, hat sie gezeigt. Wenn man die Spiele sieht, haben wir nicht gewonnen, das ist richtig. Wir haben aber auch aus den guten Spielen zu wenig Punkte geholt, wenn ich an Schalke, Wolfsburg und die erste Halbzeit von Hoffenheim denke. Auch das Leverkusen-Spiel im Pokal hat gezeigt, dass wir es können«.
»Die Mannschaft ist in der Lage, dass zu spielen, aber dass wir ständig mit sieben, acht Spielern zu kämpfen haben, die nicht auf dem Platz stehen - was jetzt keine Ausrede sein soll - sind natürlich Dinge, die nicht dazu beitragen, dass du eine stabile Mannschaft bekommst. Das ist einfach die Basis eines jeden Spiels, zu den Möglichkeiten, die du vorne hast und nicht nutzt«.
…die derzeitige Ruhe, die trotz der aktuell schwierigen Situation im Verein vorherrscht:
»Wir hatten im letzten Jahr eine ähnliche Situation mit den sechs Niederlagen am Stück. Es hat damit zu tun, dass wir augenscheinlich Probleme haben, was das Personal betrifft und das wir vor siebzehn Monaten einen Weg begonnen haben, der in die richtige Richtung gegangen ist und momentan tabellarisch einen Rückschlag erleidet. Aus unserer Sicht ist dieser aber erklärbar. Wenn man die Mannschaft spielen sieht, ist es nicht so, dass ein heilloser Haufen durcheinanderläuft, sondern nach hinten Fehler macht und vorne die Chancen nicht nutzt«.
»Es ist jetzt zu einfach gesagt, dass weiß ich, aber die Mannschaft spielt Fußball, lebt und will auch. Das müssen wir jetzt wieder auf den Platz bringen. Deswegen glaube ich auch, dass die Leute ruhiger sind, natürlich über das enttäuscht sind, was wir ergebnistechnisch bringen, aber auch ein stückweit sehen und auch die Hoffnung haben, dass man aus dieser misslichen Lage wieder herauskommen kann«.
…Michael Frontzeck, wie lange er noch verlieren „darf“, bevor er mit Konsequenzen rechnen muss und ob man da einen Zeitraum eingrenzen kann:
»Auch wenn Ultimaten momentan sehr modern sind, ist das für mich jetzt kein Thema. Wir haben jetzt das Spiel gegen Bayern und dann das Derby gegen Köln vor der Brust. Von mir wird es keine Aussage geben: Das Spiel noch und das Spiel noch. Wir denken von Spiel zu Spiel und wir sind überzeugt von dem, was wir tun und wie wir es tun. Das ist auch keine Floskeldrescherei, wie sie mir auch schon unterstellt worden ist, sondern es ist einfach die Überzeugung, dass wir mit den Personen, die momentan am Handeln sind, das Ruder rumreißen und dann wieder in richtige Fahrwasser kommen werden«.
…Michael Frontzeck, wie er extern und intern mit der Situation umgeht und ob es Unterschiede in seinem Auftreten gibt:
»Ja natürlich. Wir stehen jetzt hier und verkörpern Ruhe und Kontinuität, aber vor der Mannschaft stehen wir so nicht. Natürlich werden auch Dinge und Fehler angesprochen und in aller Deutlichkeit darauf hingewiesen, auf was es ankommt. Ich denke, dass ist jedem klar. Das tut Michael Frontzeck auch. So wie er mit der Selbstsicherheit, mit der Überzeugung auftritt und weiß, was zu tun ist - da sind wir, was ich schon sagte, mit seiner Arbeit sehr zufrieden und wissen, dass wir es mit ihm schaffen werden«.
…die Fans, die bisher sehr ruhig geblieben sind und ob sie das auch dann weiterhin bleiben, wenn nicht gewonnen wird:
»Natürlich musst du Ergebnisse bringen. Wir können jetzt nicht dauernd verkörpern, dass wir wissen, was wir tun und keine Punkte bringen. Das Zwangsläufige ist, dass wir in die Punkte kommen müssen. Alleine schon deswegen, dass wir den Abstand zu den Mannschaften, die auch um den Klassenerhalt kämpfen müssen, nicht zu groß werden lassen. Deswegen weiß ich schon, dass am langen Ende die nackten Zahlen zählen. Die müssen wir bringen«.
…das Spiel gegen Bayern und darüber, ob man in dem Spiel eigentlich nichts oder doch viel zu verlieren hat:
»Du hast in jedem Bundesligaspiel das zu verlieren, dass du keine Punkt holst, dass du eine Niederlage einfährst und dass dein Selbstbewusstsein weiter sinkt. Bayern München ist der Gegner, wo jetzt jeder sagt, dass du chancenlos bist. Es kommt der beste Kader der Liga, es kommt eine Mannschaft, die wieder ins Rollen kommt, es kommt eine Mannschaft, die wieder oben angreifen möchte und die jetzt zwei Spiele fantastisch gewonnen hat. Wir sind Tabellenletzter mit acht nichtgewonnen Spielen. Das ist die Ausgangslage. Die gibt im Grunde alles her. Wir müssen gemeinsam ganz eng zusammenrücken, um diese scheinbar unlösbare Aufgabe zu lösen«.
...die Dinge, die sich ändern müssen, damit es am Samstag gegen Bayern mit dem Befreiungsschlag klappt:
»Die Basis muss erst mal wieder das sein, was du gegen Bayern eigentlich immer an den Tag legst. Automatisch aus dem Respekt diesem Gegner gegenüber die Geschlossenheit und dann natürlich auch den Mut haben, gegen sie Fußball zu spielen, so wie wir das letzte Saison in München gemacht haben. Das musst du an den Tag legen. Du kannst nicht nur verteidigen und hoffen, dass es gut geht, sondern du musst auch nach vorne deine Akzente setzten, um sie eben auch zu verwunden. Sie sind nicht unverwundbar«.





