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Borussia empfängt den Rekordmeister: »Nicht locken lassen«

Ohne Acht gegen den FC Bayern München, Bobadilla wieder im Aufgebot

Borussia Mönchengladbach empfängt den FC Bayern München. Die Vorzeichen und die Favoritenrolle sind klar, doch der VfL benötigt dringend Punkte, um als Tabellenletzter nicht schon früh den Anschluss zu verlieren. Während der Boprussia-Park seit Wochen mit 54.057 Zuschauern bis auf den letzten Platz ausverkauft ist, so muss Borussias Trainer Michael Frontzeck auf acht seiner Spieler verzichten.

In jedem Fall stehen Michael Frontzeck weiterhin verletzungsbedingt Dante (Infraktion am Fußwurzelknochen), Karim Matmour (Achillessehnenprobleme), Tony Jantschke (Mittelfußbruch), Jean-Sébastien Jaurès (Knieprobleme) und Christian Dorda (Aufbautraining nach Patellasehnenriss) nicht zur Verfügung.

Gleiches trifft auch auf Logan Bailly zu. Der Belgier laboriert an einer Grippe und setzt seit Mittwoch mit dem Training aus. »Logan wäre sicherlich im Kader gewesen, aber er hat eine Erkältung und nimmt Antibiotika. Nächste Woche wird er wieder zur Verfügung stehen«, erklärte Michael Frontzeck auf der Pressekonferenz am Donnerstag. So wird Marc-André ter Stegen als zweiter Mann auf der Bank Platz nehmen und somit der U23 im Spiel beim Wuppertaler SV Borussia fehlen. Desweiteren fehlt Thorben Marx, der aufgrund seiner fünften Gelben Karte pausieren muss und auch Juan Arango kann noch nicht mitwirken. Der Venezolaner hat noch zwei Spiele Sperre abzusitzen.

Auf der anderen Seite kann Borussias Trainer wieder auf Roel Brouwers zurückgreifen. Der Niederländer ist nach überstandener Knieverletzung wieder in das Mannschaftstraining eingestiegen und wird für das Spiel gegen den Rekordmeister, sollte nichts Unvorhersehbares passieren, in das Aufgebot rücken. »Bei ihm sieht es positiv aus. Er hat keine Probleme mehr. Wir warten aber noch das heutige Training und das Abschlusstraining ab. Es wäre natürlich eine schöne Sache, ihn für die Abwehr zumindest als Alternative zu haben«, hofft Frontzeck, dass der 28-Jährige einsetzbar ist. Sollte dies der Fall sein, so dürfte wohl Michael Stuckmann dem Niederländer weichen.

In jedem Fall wieder in den Kader rücken wird Raúl Bobadilla, der aus disziplinarischen Gründen im Spiel beim 1.FC Kaiserslautern pausiert hatte. Ob der Argentinier allerdings wieder von Beginn an aufläuft, wollte Frontzeck nicht verraten. »Er wird zumindest im Kader sein«, sagte der Trainer.

Ebenso wollte sich Michael Frontzeck noch nicht konkret festlegen, wer anstellte des gelbgesperrten Thorben Marx im defensiven Mittelfeld aufläuft. »Es gibt zwei Optionen - entweder Marcel Meeuwis oder Roman Neustädter. Beide präsentieren sich im Training gut. Ich werde die nächsten beiden Trainingseinheiten abwarten und mich dann entscheiden«, erklärte Frontzeck.

Doch egal, wer die Position vor der Abwehr bekleiden wird und egal, wer auflaufen wird - es geht generell nur über die mannschaftliche Geschlossenheit. »Wir müssen sicherlich, was die Leistungsstärke angeht, an das Pokalspiel gegen Bayer Leverkusen anknüpfen, um eine Chance zu haben, gegen Bayern München zu gewinnen«, weiß Frontzeck. Dabei ist es gerade auch, aber nicht nur gegen den amtierenden Deutschen Meister von Nöten, über 90 Minuten kompakt und gut organisiert zu sein.

Grundtugenden, die auf dem Lauterer Betzenberg nicht gänzlich beherzigt wurden. »Wir haben in Kaiserslautern 70 Minuten keinen guten Fußball gespielt, aber gut gegen den Ball gearbeitet und relativ wenige Torchancen zugelasen. Dann haben wir ab der 78. Minute ein bisschen die Organisation verloren und deshalb ist es dann auch eine relativ deutliche Niederlage geworden«, blickte der Trainer zurück.

Somit ist es nahezu selbsterklärend, wie seine Mannschaft sowohl gegen den FC Bayern München als auch in den kommenden Aufgaben zu agieren hat. »Wir dürfen uns nicht locken lassen und müssen ganz einfach wieder da ansetzen, dass wir wieder ein stückweit mehr in die Defensive investieren. Darüber hinaus haben wir dann auch unsere Möglichkeiten, Tore zu erzielen«, weiß Frontzeck und gibt die Marschroute für Samstag vor: »Ich erwarte, dass sie da anfängt, wo sie gegen Leverkusen aufgehört hat. Herz, Leidenschaft, Organisation und Disziplin. Dass ist das, was wir am Wochenende brauchen«.

Am Wochenende mehr als gut brauchen kann die Borussia auch ein Erfolgserlebnis. Der VfL ist in dieser Saison noch ohne Heimsieg, der nun ausgerechnet gegen den deutschen Rekordmeister her soll. Sicherlich ist die Favoritenrolle klar auf Seiten der Bayern, doch auch hier ist die Borussia gerade im Borussia-Park, wo der FC Bayern erst einmal gewinnen konnte, nicht chancenlos. »Ich habe den Satz - gegen die Bayern ist es das einfachste Spiel, weil man nichts zu verlieren hat - nie verstanden«, sagte Michael Frontzeck und ergänzte: »Denn auch da geht es um drei wichtige Punkte…«.

Geredet wurde in den letzten Tagen und Wochen viel, doch die Wahrheit liegt bekanntlich auf dem Platz. Den Worten müssen nun Taten in Form von Punkten folgen. Ein „Überraschungs“-Sieg gegen die Bayern würde die derzeit beunruhigende Lage gerade vor dem rheinischen Derby sicherlich entschärfen.


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