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Tobias Levels: »So eine Tabelle lügt nicht«

Der 23-Jährige bezieht Stellung zur aktuellen Situation

Nach dem tollen Pokalspiel gegen Bayer Leverkusen unterlag Borussia Mönchengladbach mit 0:3 beim 1.FC Kaiserslautern und rutschte bis ans Tabellenende der Fußballbundesliga ab. Nicht nur aufgrund der kalten Jahreszeit wird es aktuell immer ungemütlicher. Nun kommt am kommenden Samstag der FC Bayern München in den Borussia-Park. Fohlen-Hautnah sprach nach dem Spiel auf dem Lauterer Betzenberg und vor dem Duell mit dem deutschen Rekordmeister mit Tobias Levels.

Fohlen-Hautnah: Tobi, warum habt ihr es nach dem Weiterkommen im DFB-Pokal, was ja auch Selbstvertrauen eingeimpft haben sollte, nicht geschafft, beim 1.FC Kaiserslautern etwas Zählbares mitzunehmen?

Tobias Levels: Weil wir 90 Minuten nicht in der Lage waren, Kaiserslautern unter Druck zu setzten und zu beschäftigen. Meines Erachtens war die Leistung über 90 Minuten einfach nicht bundesligatauglich, weil wir keine zweiten Bälle bekommen haben und weil wir im eigenen Ballbesitz keinen Fußball gespielt haben. Das ist einfach zu wenig.

Fohlen-Hautnah: Wie lässt es sich erklären, dass man nach dem 1:0-Rückstand dann so einknickt ist?

Tobias Levels: Erst mal muss man sagen, dass wir eigentlich in Führung gehen müssen. Dann läuft so ein Spiel vielleicht anders. Das ist für mich aber nicht der ausschlaggebende Punkt sondern der, dass unsere Leistung einfach schlecht war. Wenn man dann nach 75 Minuten 1:0 zurückliegt, muss man an irgendeinem Punkt auch mal was riskieren.

Für mich sind das 2:0 und 3:0 auch keine Kontersituationen gewesen. Das war in den Situationen einfach schlechtes Verhalten und einfach ganz schlecht verteidigt. Am Ende steht dann ein 3:0 gegen eine Mannschaft wo ich sage, dass wir eine weitaus höhere Qualität haben, weil Lautern auch nicht in Bestbesetzung gespielt hat und weil denen auch zwei, drei Leute gefehlt haben. Wenn man dann da 3:0 verliert ist das schon bitter. Aber wie gesagt, 90 Minuten war unsere Leistung nicht ansatzweise so, als dass wir uns da irgendetwas verdient gehabt hätten.

Fohlen-Hautnah: Wo liegt da in deinen Augen vielleicht eine Begründung bzw. warum hat man das gute Spiel gegen Leverkusen nicht mit nach Kaiserslautern transportieren können?

Tobias Levels: Im eigenen Ballbesitz müssen wir einfach mit einem anderen Selbstverständnis Fußballspielen. In Lautern haben wir fast keinen Fußball gespielt. Wir haben lange Bälle gespielt. Im Anschluss an diese Bälle sind wir überhaupt nie in Besitz des zweiten Balles gekommen, um unser eigenes Spiel aufzuziehen und um als Mannschaft mal nachzurücken. So kann man im Profifußball gegen keine Mannschaft in irgendeiner Weise erfolgreich Fußball spielen.

Fohlen-Hautnah: Nach dem es erneut gegen einen Mitkonkurrenten keine Punkte gab und diese sich so langsam absetzen, wie beurteilst du die aktuelle Situation?

Tobias Levels: Davon sollte man mal wegekommen. Es ist eine Liga, in der jede Mannschaft jeden schlagen kann. Ich weiß von uns, dass wir an einem guten Tag auch jeden schlagen können. Mit ist es jetzt auch egal, wer kommt. Es ist wichtig, dass wir in den letzen sieben Spielen bis zum Winter, in denen noch 21 Punkte zu vergeben sind, für uns das Maximum herausholen, um nicht eine Saison wie vor zwei Jahren zu erleben. Ich sehe die Situation absolut kritisch. Wir sind nach zehn Spielen mit sechs Punkten Letzter. Das ist einfach zu wenig und das ist nicht unser Anspruch.

Fohlen-Hautnah: Also steht Borussia aktuell zurecht dort unten?

Tobias Levels: So eine Tabelle lügt nicht. Wenn man nach zehn Spieltagen da unten steht, dann ist das so und dann hat das Gründe. Wir haben sicherlich enge Spiele gehabt, aber wir hätten in dem einen oder anderen Spiel, wo wir uns teilweise selber geschwächt und uns nicht clever verhalten haben, sicher ein paar Punkte mehr haben können. Aber wir stehen jetzt da unten.

Wir müssen die Realität so annehmen, wie sie ist und müssen uns jetzt selber wieder daraus ziehen. Ich weiß, dass wir in der Mannschaft genügend Qualität haben, um das zu schaffen. Wir müssen so schnell wie möglich damit anfangen. Wir haben noch sieben Spiele bis zum Winter und da sollten wir vielleicht gucken, dass wir noch zwölf, dreizehn Punkte holen.

Fohlen-Hautnah: Vor der Saison hatte man als Ziel ausgegeben, sich weiter stabilisieren und das Wort ‚Abstieg’ nicht mehr in den Mund nehmen zu wollen…

Tobias Levels: Wir haben sechs Punkte und stehen auf dem letzten Tabellenplatz. Wir beschäftigen uns zurzeit mit nichts anderem, als mit dem Abstiegskampf. Das ist die Realität. Wir sind sicherlich in der Lage, vielleicht jetzt mal eine Serie zu starten, einige Punkte zu holen und uns daraus zu ziehen, aber zurzeit ist nichts anders angesagt, als Abstiegskampf.

Fohlen-Hautnah: In einer solchen misslichen Situation rückt auch der Trainer verstärkt in den Fokus…

Tobias Levels: Dazu werde ich nichts sagen und dazu äußere ich mich nicht, denn solche Entscheidungen treffen keine Spieler, sondern Verantwortliche. Ich bin Angestellter des Vereins und mache hier meine Arbeit. Ich kann nur sagen, dass der Trainer hier in der Vergangenheit sehr gute Arbeit geleistet hat. Wir sollten alle in einer gewissen Weise Ruhe bewahren.

Fohlen-Hautnah: Nun kommt am Samstag der FC Bayern München in den Borussia-Park. Was wird das für ein Spiel und was macht dich zuversichtlich, dass dort der erste Heimsieg gelingt?

Tobias Levels: Wie gesagt, mir ist es egal, wer jetzt kommt. Ob es nun Bayern oder Barcelona ist, wir müssen am Samstag das Spiel gewinnen. Was anders gibt es dazu nicht zu sagen. Bayern ist zurzeit mit Sicherheit schlagbar. Sie sind auch sehr dezimiert und sie spielen nicht so, wie Bayern München das normalerwiese macht. Wir haben jetzt gegen Bayern mit Sicherheit auch unsere Chancen. Dazu müssen wir aber ganz anders Fußballspielen als gegen Kaiserslautern.


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