Borussias bisherige Nummer zwei wusste im Pokal zu überzeugen
Im Pokalspiel gegen Bayer Leverkusen absolvierte Christofer Heimeroth sein in dieser Saison zweites Pflichtspiel für Borussia Mönchengladbach. Wie auch schon gegen den FC Erzgebirge Aue kam der 29-Jährige im Pokal zum Einsatz und sorgte mit einem gehaltenen Elfmeter gegen Patrick Helmes auch dafür, dass der VfL am Sonntag mit im Lostopf für das Achtelfinale steht. Ein Spiel, dem der bisherigen Nummer zwei weitere folgen dürften.
Nach der Niederlage gegen Werder Bremen hatte sich Borussias Trainer Michael Frontzeck bekanntlich dazu entschlossen, Logan Bailly für eine Woche aus der „Schusslinie“ zu nehmen. Ein Thema, was auch nach dem Spiel gegen Bayer Leverkusen noch Thema der Fragerunde mit dem 46-Jährigen war. »Es gibt Dinge, die im Fußball nicht zu erklären sind, trotzdem versucht man es immer wieder. Ich habe gerade auch nach dem Spiel gegen Bremen den Eindruck gehabt, dass ich dem Jungen keinen Gefallen tue. Um ihn zu schützen, habe ich mich nach langer Überlegung, dazu entschlossen«, erklärte Frontzeck abermals seine Entscheidung.
So kam Christofer Heimeroth zu seinem zweiten Pflichtspieleinsatz und zeigt sich dabei als ein sicherer Rückhalt und als Ruhepol. »Christofer hat Ruhe ausgestrahlt und hat einen sehr guten Job gemacht. Fehler gehören zum Spiel, denn die macht jeder. Heime hat fast keinen gemacht«, stellte Frontzeck seinem Schlussmann ein gutes Zeugnis aus.
Dieser gab sich wie gewohnt recht bescheiden. »Ich denke, dass ich meinen Teil dazu beigetragen habe, dass wir weitergekommen sind. Ich fühle mich natürlich gut und freue mich, dass wir weitergekommen sind. Wir haben seit langem mal wieder die 3.Runde erreicht und deshalb war es ein sehr erfolgreicher Abend«.
In der Tat war es für die Gladbacher Borussia gegen die Bayer-Elf ein erfolgreicher Abend, an dem auch Christofer Heimeroth seinen Anteil hatte. Im Elfmeterschießen behielt der 29-Jährige gegen Patrick Helmes die Oberhand und sorgte somit für das Erreichen des Achtelfinales.
»Es ist natürlich schön für mich, dass ich den Elfmeter gehalten habe. Man überlegt schon, ob man vermutlich weiß, wo der Schütze hin schießt. Als Helmes das zweite Mal zum Elfer antrat habe ich natürlich gehofft, dass er wieder dasselbe versuchen will. So war es dann zum Glück auch. Es ist natürlich nicht immer ganz so einfach, aber wenn der Schütze anläuft, dann hat man sich für eine Ecke entschieden«, erinnerte sich Heimeroth an die Szene im Elfmeterschießen.
Bekanntlich hatte sich der Schlussmann für die richtige Ecke entschieden. Bei einigen Aktionen gut ausgesehen und richtig entschieden hatte sich Heimeroth auch in den 120 Minuten zuvor, in dem er die eine oder andere Gelegenheit der Leverkusener zu Nichte machte. Dabei ließ der Schlussmann von Beginn an keine Nervosität oder gar mangelnde Spielpraxis erkennen. »Für mich hat es über die Spielzeit gut geklappt. Ich denke mit den ersten Aktionen war ich sofort da«, so Heimeroth.
Daran, dass die bisherige Nummer zwei gut aussah, hatte sicherlich auch der Defensivverbund seinen Anteil. Im Spiel gegen den Ball zeigten sich die „Fohlen“ hellwach und präsent, so dass die Werks-Elf wenig hochkarätige Tormöglichkeiten zustande bringen konnte. »Wir haben über 90 Minuten defensiv sehr gut gestanden. Da gehörte ich nun mal auch dazu. Deshalb bin ich froh, dass ich meinen Teil dazu beitragen konnte«.
Der 29-jährige hatte unter dem Strich ein gutes Spiel gemacht. So war nach dem Spiel die HUMBA mit den Fans die nahezu logische Konsequenz. »Das war mit Sicherheit einer der schönsten Momente. Ich brauche mich aber mit niemandem zu versöhnen, denn ich habe in keiner Weise ein Problem mit den Fans und sie auch nicht mit mir. Es gab schwierige Zeiten, es gab aber genauso auch gute Zeiten - ich sehe das nicht so dramatisch«.
Die Fans honorierten also zurecht die gute Leistung des Schlussmanns, was in der Vergangenheit nicht immer der Fall war. »Ich habe das in den letzten Jahren einfach ganz gut aufgearbeitet und weiß ja auch, woran das teilweise gelegen hat. Die Medien kann man da auch nicht ganz außen vor lassen. Das war mit Sicherheit auch nicht immer ganz korrekt, wie ich da teilweise behandelt wurde. Aber das alles war abgehakt und hat mich nicht mehr berührt. Deshalb war ich einfach froh, dass ich spielen durfte und konnte«, sagt Heimeroth.
»Ich freue mich einfach, dass ich das, was ich mir in den letzen Jahren erarbeitet habe, umsetzten konnte und dass das auch respektiert und honoriert wurde. Das war mit Sicherheit gestern so«, strahlte der 29-Jährige über das durchweg positive Feedback seines Auftritts gegen Leverkusen.
Christofer Heimeroth hat gezeigt, dass auf ihn Verlass ist, wenn man ihn braucht, wie es auch Max Eberl zu der Vertragsverlängerung gesagt hatte. Der 29-Jährige, der gegen Leverkusen auch das nötige Glück des Tüchtigen hatte, wird nun im Spiel gegen den 1.FC Kaiserlautern versuchen mit dabei zu helfen, etwas Zählbares aus der Pfalz mit nach Gladbach zunehmen. Am Sonntag greift dann auch Logan Bailly nach seiner Pause wieder in das Geschehen ein. »Ich wusste eigentlich immer relativ genau, wie meine Position im Verein ist und habe trotzdem immer versucht, mich durch Leistung anzubieten. Das werde ich auch weiterhin so tun und wer dann spielt, entscheidet der Trainer«, geht Heimeroth auch diese Sache mit Ruhe und Akribie an.
»Wenn ich meine Leistung bringe, dann wird es natürlich für den Trainer nicht einfacher, mich aus dem Tor zu nehmen. Aber das war jetzt erst mal ein Spiel, das hat gut geklappt. Der Rest wird sich in der nächsten Zeit zeigen«, ergänzt er. Kann der durchaus Ruhe ausstrahlende 29-Jährige die Leistung vom Pokalspiel auch in Kaiserslautern abrufen, dann könnte die Zeit, in der er zwischen den Pfosten steht, durchaus noch länger andauern und nicht lediglich auf dem Trikot die Nummer eins tragen…





