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Pause für Logan Bailly: Problem gelöst?

 Der Belgier pausiert im Pokal gegen Bayer Leverkusen

Borussia Mönchengladbach wird am kommenden Mittwoch im Pokalspiel gegen Bayer Leverkusen auf Torhüter Logan Bailly verzichten. Dies gab der Verein am Sonntagnachmittag bekannt, nachdem sich die Verantwortlichen der Borussia um Trainer Michael Frontzeck mit Logan Bailly, der im Spiel gegen Werder Bremen nach nahezu jedem Ballkontakt mit hämischen Beifall einiger Fan zu kämpfen hatte, zusammengesetzt hatten.

In neun Bundesligaspielen musste Logan Bailly bereits 27-Mal hinter sich greifen. Der belgische Nationaltorhüter läuft seiner Form vor allen Dingen des ersten halben Jahres hinterher. Die sogenannten „unhaltbaren“ Bälle fehlen dem Torhüter, der dazu zu oft hinter sich greifen musste. Die Frage, die sich stellt: Wird jetzt ein „Sündenbock“ für die momentane schlechte Lage der Borussia gesucht? Borussias Trainer Michael Frontzeck bestreitet dies und wehrt sich vehement. »Das ist mir zu billig, denn es stehen elf Spieler auf dem Platz, die dabei genauso Verantwortung tragen«.

Wir haben an der Stelle versucht, nochmals alle 27 Gegentore zu analysieren. Im ersten Heimspiel gegen den 1.FC Nürnberg fuhr die Borussia zum Saisonauftakt ein 1:1-Remis ein. Das Gegentor ergab sich aus einer hohen Flanke in den Strafraum. Ein gut getroffener Kopfball gegen die Laufrichtung des Belgiers führte zum einzigen Gegentor. In dieser Situation blieb Gladbachs Keeper ohne jegliche Abwehrchance.

Nach dem Auftaktremis ging es wohl zum bisher spektakulärsten Auswärtssieg der Borussia. Bayer Leverkusen empfing die „Fohlen“ zu ihrem ersten Heimspiel der Saison und verlor dieses mit 6:3. Drei Tore musste der VfL hinnehmen. Das erste Gegentor fiel wie auch schon gegen Nürnberg durch einen unhaltbaren Kopfballtreffer. Gegentreffer Nummer zwei ergab sich durch einen Elfmeter. Nur beim dritten Gegentreffer sah Logan Bailly alles andere als gut aus. Der 24-Jährige wollte eine hohe Flanke abwehren, bekam diese im Herauslaufen jedoch nicht zu greifen und schenkte Stefan Kießling somit das Tor.

Mit diesem Auswärtssieg im Rücken sollte jetzt auch der erste Dreier im Borussia-Park nicht länger auf sich warten lassen. Die Eintracht aus Frankfurt kam zu Besuch und zeigte der Borussia mit einem 4:0-Sieg, wie sich eine Heimklatsche anfühlte. Das erste Tor für die Eintracht fiel nach einem Freistoß. Logan Bailly hält diesen super, doch der Nachschuss war nicht haltbar. Den zweiten Treffer muss man dem Belgier wohl ankreiden.

Wenn ein Torhüter rauskommt, sollte er den Ball klären können. Beim dritten Treffer der Frankfurter hätte der 24-Jährige auf der Linie bleiben sollen. Nach einer hohen Flanke auf den Stürmer zieht dieser hoch aus 16 Metern ab und der Ball fällt über Bailly in die Maschen. Der vierte Treffer wurde nach einem Konter schön herausgespielt. Bailly kommt raus, bleibt aber ohne Chance.

Nun ging es für den VFL also nach Stuttgart. Sieben Gegentore brachte die Borussia von dort nach einer indiskutablen Mannschaftsleistung mit. Um diese sieben Treffer auf den Punkt zu bringen. Drei der Sieben Gegentore gehen, wenn man nur die Leistung vom Torhüter betrachtet, auf Logan Bailly. Nach einer Ecke kommt Bailly raus ohne einzugreifen - Tor Stuttgart. Fernschuss des VFB, Bailly hätte den Ball festhalten können, der Nachschuss war ein Treffer. Freistoß für Stuttgart. Bailly in der richtigen Ecke jedoch war der Ball zu dem Zeitpunkt schon in der rechten Ecke.

Nun kam der Aufsteiger St. Pauli zu den angeschlagenen „Fohlen“. Nach einer 1:0 Führung kassierte Gladbach dann noch den Ausgleich sowie einen Elfmeter. Endstand: 1:2 für Pauli und somit die nächste Heimpleite. Die beiden Gegentreffer kann man Logan Bailly jedoch in diesem Spiel nicht ankreiden. Ein Treffer fiel nach einer Ecke und der zweite nach einem Foulelfmeter.

Mit einem Misserfolg, aber einem Spiel voller guter Ansätze, fuhr der VFL dann zum angeschlagenen FC Schalke 04 und holte den nächsten Auswärtspunkt. Nach einer 2:0-Führung schafften es die Schalker dennoch, den Ausgleich zu erzielen. Logan Bailly kann man jedoch nicht zwingend einen Fehler bei den „Knappen ankreiden“, jedoch offenbarte der Belgier wie so oft Schwächen bei hohen Bällen und in der Strafraumbeherrschung.

Endlich punktete der VFL wieder und empfing nun den VFL Wolfsburg. Über die gesamte Spielzeit zeigten sich die Fohlen überlegen, es reichte am Ende jedoch nur für ein 1:1-Remis vor heimischem Publikum. Bei dem Gegentreffer war Logan Bailly machtlos.

1899 Hoffenheim ist sicherlich nicht der Lieblingsgegner der Borussia. Noch nie konnte ein Dreier gegen den Bundesliganeuling eingefahren werden, auch wenn es in einem Spiel Führungen zu verzeichnen gab. Mit 3:2 gewannen die Kraichgauer am Ende das Spiel, welches die Borussia mit nur noch neun Mann beendete. Ein Tor könnte man Bailly ankreiden, eine scharf geschossene Ecke, nach der er hätte sich aktiver zeugen können, landete im Netz. Die anderen Treffer, darunter ein Elfmeter gehen keinesfalls auf den jungen Torhüter.

Nun kam Werder Bremen nach Gladbach und gewann mit 4:1 ihr Auswärtsspiel im Borussia-Park. Beim ersten Gegentreffer sah Bailly unglücklich aus, beim zweiten Gegentreffer trabte Thorben Marx hinter Wesley her, der den abgefälschten Schuss in die Maschen setzte. Logan Bailly sieht hier zwar unglücklich aus, hat jedoch wie auch bei den weiteren beiden Gegentreffern keinen gravierenden Fehler gemacht. Unter dem Strich stehen jedoch erneut vier Gegentreffer, die im bisherigen Saisonverlauf einen Schnitt von drei Toren pro Spiel zur Folge haben.

Wer hat also Schuld an diesem Gegentordebakel? Am heutigen Tage wurde wohl Logan Bailly für die momentane Situation bestraft. Schaut man sich aber insgesamt die Entstehung der Gegentreffer an, so trägt natürlich die gesamte Mannschaft eine Mitschuld, wie auch Michael Frontzeck richtigerweise betont. Sicherlich wurden die Leistungen des Belgiers in den letzten Wochen zu Recht kritisiert und natürlich muss man Logan Bailly bei einigen Gegentoren durchaus eine Mitschuld zusprechen, insgesamt fehlte der Mannschaft jedoch bis dato die oftmals genannte und zwingend notwendige Kompaktheit im Defensivbereich. Sowohl die Abwehrkette, als auch die Spieler davor hätten einige Tore bereits im Vorfeld verhindern können, wenn nicht müssen.

Am Ende ist es, wie es ist. Nach den Geschehnissen beim und auch nach dem Spiel gegen Werder Bremen haben sich die Verantwortlichen um Trainer Michael Frontzeck nun entschlossen, den verunsicherten Logan Bailly zunächst für eine Woche aus der „Schusslinie“ zu nehmen, damit er auch den Kopf frei bekommt. »So viele Gegentore nagen automatisch an einem Torhüter, auch wenn er nicht alleine dafür verantwortlich ist. Das ist ganz normal. Bei Logan kommt hinzu, dass er noch jung ist und so eine Phase in seiner Karriere bisher nie durchgemacht hat«, erklärt Michael Frontzeck die Entscheidung auf der Internetseite der Borussia. »Er muss das verarbeiten und dabei werden wir ihm helfen«.

Eine sicherlich nachvollziehbare Entscheidung. Es bleibt abzuwarten, in wie weit diese Maßnahme Früchte trägt, und wie der belgische Nationaltorhüter aus dieser Pause zurückkommt. Zu hoffen und zu wünschen ist, dass der 24-Jährige die Pause nutzt, um den Kopf freizubekommen, eventuelle Probleme zu analysieren bzw. zu lösen, um dann gestärkt die Arbeit wieder aufzunehmen.

Am kommenden Mittwoch beim DFB-Pokalspiel gegen Bayer Leverkusen jedenfalls, wird wohl Christofer Heimeroth das Tor der Borussia hüten. Sicherlich keine einfache Aufgabe für den 29-Jährigen, der in der Vergangenheit auch oftmals gescholten wurde. Andererseits hat der frischgebackene Ehemann jetzt die Chance, sich durch gute Leistungen als Nummer eins zu empfehlen. Dann könnte die Pause von Logan Bailly auch etwas länger dauern. Unanhängig davon und ohne Frage gebührt Christofer Heimeroth zunächst am kommenden Mittwoch die volle Unterstützung aller Borussen...

Eine weitere Option wäre Jungprofi Marc-André ter-Stegen, der aktuell sowohl in Borussias U23 als auch in den Jugendnationalmannschaften des DFB mehr als ordentliche Leistungen abliefert, sich als starker Rückhalt präsentiert und eines Tages die Nummer eins im Tor des VfL werden soll. Der 18-Jährige wird wohl jedoch zunächst den Platz auf der Bank besetzen.

Doch egal, wer nun das Tor der "Fohlen" hüten wird - generell ist nun mehr denn je die Mannschaft und der Trainer gefordert, die dafür sorgen müssen, die Grundordnung und die Kompaktheit im Defensivbereich grundsätzlich einzuhalten und die taktischen Fehler in der Raumaufteilung, die sich besonders bei Standardsituationen zeigen, abzustellen. Denn ohne die Ursache der vielen Gegentore zu beheben wird die (Aus-) Wirkung des Torhüterwechels wenig Erfolg haben...


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