»Es ist möglich, aber letztendlich entscheidet das der Trainer«
Vor der Saison kam Jens Wissing vom Regionalligisten SC Preußen Münster zu Borussia Mönchengladbach. Für den 22-Jährigen sicherlich ein großer Sprung, der nicht zuletzt aufgrund seiner Verletzung eine gewisse Eingewöhnungszeit benötigte. Mittlerweile hat sich der sympathische Abwehrspieler jedoch nicht nur außerhalb des Platzes am linken Niederrhein eingelebt, sondern konnte auch auf dem Rasen überzeugen. Dem Kurzeinsatz in Hoffenheim könnte nun am Samstag gegen Werder Bremen aufgrund der vielen Ausfälle in der Defensive das Startelfdebüt in der Bundesliga folgen.
»Ich weiß natürlich, dass es ein großer Sprung ist, den ich jetzt mache und ich weiß auch, dass ich eine gewisse Eingewöhnungszeit brauche. Nichtsdestotrotz habe ich bei der Borussia zwei Jahre unterschrieben, um mich durchzusetzen. Ich bin optimistisch und guter Dinge, dass ich es packen kann. Ich werde bei Borussia voll angreifen«, zeigte sich Wissing vor seinem Dienstantritt bei der Borussia selbstbewusst.
Zunächst musste sich der Abwehrspieler, der in diesem Jahr sein Fernstudium im Bereich Sportmanagement abgeschlossen hat, nicht nur in dem neuen Umfeld zurecht finden. »Ich war natürlich auch vom Trainingsniveau her aus Münster etwas anders gewohnt. Da musste ich mich erst mal an das Tempo hier gewöhnen. Mit Sicherheit wirkte auch noch ein wenig die Verletzung aus Münster nach, wo ich doch ein bisschen länger ausgefallen bin, als geplant. Von daher brauchte ich erst mal noch die ersten ein, zwei Monate, um Fuß zu fassen«, erklärt Wissing, der es bisher auf sechs 90-Minuten-Einsätze bei den Jungfohlen gebracht hat.
Packen wollte es der Blondschopf also bei Borussia, und hat dahingehend mit seinem 6-Minuten-Einsatz am vergangenen Sonntag bei der 3:2-Niederkage gegen die TSG 1899 Hoffenheim den ersten Schritt gemacht. Auch wenn das Bundesligadebüt des Youngsters aufgrund der Niederlage etwas in den Hintergrund rückte, so hatte er sich dieses zuvor mit guten Leistungen bei der U23 und nicht zuletzt beim Testspiel gegen den KRC Genk verdient.
»Ich fühle mich pudelwohl hier und denke, dass ich jetzt auf jeden Fall angekommen bin«, strotzt der 22-Jährige vor Selbstbewusstsein und ist nun bereit für den nächsten Schritt. Dieser heißt wohl zweifelsohne Startelfdebüt und dieses könnte aufgrund der aktuell dünnen Personaldecke im Defensivbereich schneller kommen, als vielleicht erwartet. »Unsere Personalsituation ist im Moment natürlich ein bisschen kritisch«, weiß Wissing. »Von daher ist es auf jeden Fall möglich, aber letztendlich entscheidet das der Trainer«.
Endgültig entschieden hat sich Michael Frontzeck zwar noch nicht, doch vieles spricht wohl dafür, dass Jens Wissing gegen Werder Bremen erstmalig in der Startelf des VfL steht und mit versuchen wird, die Bremer Offensive in Schach zu halten. »Das ist sicherlich eine Option. Allzu viele Optionen haben wir ja auch nicht mehr«, weiß der Trainer und stellt seinem Schützling ein vielversprechendes Zeugnis aus. »Ich glaube, dass Jens seine gewisse Zeit gebraucht, sich aber gesteigert hat. Er hat in Genk zusammen mit Idrissou auf der linken Seite eine gute Partie gespielt«.
So könnte Jens Wissing am Samstag in der noch jungen Saison bereits der dritte linke Verteidiger im Defensivverbund der "Fohlen" sein. Hießen die Gegenspieler bis dato beispielsweise Robert Mainka und Sebastian Stachnik, so würden dann unter anderem Clemens Fritz, Marko Marin und Claudio Pizarro auf den Youngster warten. »Ob mit einem Einsatz zu rechnen ist, weiß ich nicht. Ich werde mich natürlich weiterhin jeden Tag anbieten. Wenn es denn am Samstag so kommt, dass ich spiele, dann ist es natürlich das, wofür man Tag für Tag arbeitet. Wenn wir das dann noch mit drei Punkten krönen könnten, wäre es natürlich der Knaller«, sagt Wissing.
»Für uns geht es darum, dass wir am Wochenende drei Punkte einfahren. Bremen ist eine sehr gute Mannschaft, die offensiv sehr gute Qualitäten hat. Nichtsdestotrotz denke ich, dass für uns auf jeden Fall etwas drin ist, wenn wir die Leistung abrufen, die wir zu Hause auch schon gegen Wolfsburg gezeigt haben« richtet der 22-Jährige seine Blicke abschließend auf den kommenden Gegner.
»Das größte Rädchen im Fußball ist Vertrauen«, sagte Michael Frontzeck nach dem Remis gegen den FC Schalke 04. Sollte der 46-Jährige Jens Wissing am Samstag gegen Bremen in der Viererkette sein Vertrauen schenken, so hat sich der Blondschopf dieses durch Arbeit verdient und wird sicherlich alles daransetzten und versuchen, dieses zu rechtfertigen.
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