Suchfunktion

facetwiet
Rss-Feed
HomeFohlenelfNews & HintergründeBorussia vor Bremen: Punktemäßiger und personeller Engpass

Borussia vor Bremen: Punktemäßiger und personeller Engpass

Thorben Marx: »Eine ganz gefährliche Situation«

Auch einen Tag nach der 3:2-Niederlage bei der TSG 1899 Hoffenheim schaute man bei Borussia Mönchengladbach in frustrierte und nachdenkliche Gesichter. Trotz einer guten ersten Halbzeit, aus der man mit einem 1:0-Vorspring in die Kabine ging, reichte es am Ende zu keinem positiven Ergebnis und wartet seit nun mehr sechs Spielen auf einen Dreier.  Zu allem Übel verlor man mit Juan Arango und Sebastian Schachten zwei Spieler, so dass es nun nicht nur punktemäßig, sondern für Borussias Trainer Michael Frontzeck auch personell eng wird.

45 Minuten hatte die Borussia es in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena mehr als gut gemacht. Die Grundordnung stimmte und das oftmals von Michael Frontzeck angesprochene Fundament stand auf fruchtbarem Boden. Eine verdiente 1:0-Pausenführung durch den guten Raúl Bobadilla stand zu Buche.

Nach dem Seitenwechsel mussten die „Fohlen“ bereits nach 31 Sekunden den Ausgleich hinnehmen. Filip Daems hatte im Laufduell gegen Peniel Mlapa das Nachsehen. Der flinke Hoffenheimer setzte Demba Ba mit einer schönen Flanke in Szene, der aus kurzer Distanz gegen Tobias Levels und Bamba Anderson unbehelligt einnetzten konnte. »Ich muss mir die Szene noch mal anschauen. Er ist sehr schnell. Ich wollte im Zweikampf mitlaufen. Es kann mal passieren, dass man ein Laufduell verliert, aber vielleicht hätte ich ihn früher attackieren und kurz hinter der Mittellinie ein Foul machen sollen«, zeigte sich Filip Daems heute selbstkritisch.

Ab diesem Zeitpunkt ließ beim VfL wenig bis gar nichts zusammen. »Wir sind nicht mehr so ins Spiel gekommen, wie in der ersten Halbzeit. Wir haben es versucht, aber es hat nicht mehr so gut geklappt. Auch die Kompaktheit haben wir nicht mehr hinbekommen«, musste der Kapitän auch einen Tag danach zugeben.

Zu allem Übel geriet die Borussia durch ein dummes Foulspiel von Juan Arango, was die rote Karte zur Folge hatte, ins Hintertreffen. Der 29-Jährige hat vom Verein eine Geldstrafe in unbekannter Höhe erhalten. »Wir haben die ganze Aktion mit ihm besprochen. Juan hat sich entschuldigt. Es tut ihm natürlich leid. Er hat eine Geldstrafe bekommen. Juan ist für so etwas nicht bekannt und ich hoffe, dass die Strafe zumindest ein bisschen milde ausfällt, weil er ja nun wirklich ein sauberer Spieler ist«, so Michael Frontzeck.

Nach der roten Karte für den Venezolaner kam die TSG Hoffenheim immer besser in die Partie und nutzte die Schwächen der Borussia eiskalt aus. Ein Eigentor von Bamba Anderson, dem jedoch ein Foulspiel an dem Brasilianer vorausging, eine weitere rote Karte für Sebastian Schachten und ein anschließendes Elfmetertor zum 3:1 folgten.

Das dritte Saisontor von Mo Idrissou trug lediglich zur Egebniskosmetik bei, so dass die „Fohlen“ am Ende mit 3:2 das Nachsehen hatten und mit leeren Händen da standen. »Es hat vieles gestimmt und von daher ist es umso ärgerlicher, dass wir da nicht den Bogen gefunden und das Spiel nachher aus der Hand gegeben haben. Wir haben uns gestern selbst ins Knie geschossen. Ich denke, dass wir sehr gut im Spiel waren. Dann haben wir uns selbst auf die Verliererstraße gebracht. Mal unabhängig von der Qualität, die Hoffenheim hat - diese Niederlage war unnötig«, gab Michael Frontzeck nach der heutigen Einheit zähneknirschend zu Protokoll.

So wartet man nach dem 6:3 bei Bayer Leverkusen seit sechs Spielen auf einen Sieg und steckt nach wie vor im Tabellenkeller. »Wir sind am 8.Spieltag und haben für das, was wir gespielt haben, objektiv zu wenig Punkte«, musste heute auch Michael Frontzeck zugeben.

Nicht nur, dass man nach dem 8.Spieltag zu wenig Punkte auf der Habenseite hat, sondern auch die aktuell immer dünner werdende Personaldecke bereitet Borussias Trainer nun Probleme. »Es ist natürlich so, dass es jetzt personell relativ eng ist«, weiß Frontzeck. »Wir haben seit ein paar Wochen den einen und anderen verletzten Spieler und nun kommen die roten Karten dazu. Ich werde das erst einmal alles sacken lassen«.

Gerade die rote Karte von Sebastian Schachten zwingt den 46-Jährigen zu einer erneuten Umbaumaßnahme in der Viererkette.  Den 25-Jährigen Rückkehrer aus Paderborn wird nun wohl Jens Wissing auf der linken Abwehrseite vertreten. »Ich glaube, dass Jens seine gewisse Zeit gebraucht, sich aber gesteigert hat. Er hat in Genk zusammen mit Idrissou auf der linken Seite eine gute Partie gespielt. Das ist sicherlich eine Option. Allzu viele Optionen haben wir ja auch nicht mehr«, so Frontzeck.

Derzeit stehen Borussias Trainer in Dante, Karim Matmour, Christian Dorda und Jean-Sébastien Jaurès einige Spieler verletzungsbedingt nicht zur Verfügung. Dazu fehlen Roel Brouwers, Juan Arango und Sebastian Schachten aufgrund von Rotsperren.

Patrick Herrmann hingegen, für den es am Wochenende noch nicht reichte, ist heute wieder in das individuelle Training eingestiegen und hinterließ dabei eine gute Figur. Der 19-Jährige wird gegen den SV Werder Bremen aller Voraussicht nach wieder in das Aufgebot rücken. »Dante wird morgen geröntgt, Karim Matmour ist in der Reha. Ich rechne für das Wochenende eigentlich nur mit Patrick. Das wäre dann noch mal eine gute Option von der Bank. Patrick hat zwei Wochen nicht mit der Mannschaft trainiert aber ich denke, dass er zumindest zum Kader gehört«, hofft Frontzeck.

Bis zum kommenden Samstag wird Michael Frontzeck noch dreimal mit seiner Mannschaft üben und sich auf das Spiel gegen Werder Bremen vorbereiten. Wir werden uns für dieses schwere Spiel neu sortieren und neu aufstellen. Das wird sicherlich eine schwere Aufgabe, die wir aber dann mit vollster Überzeugung angehen werden«, sagt Borussias Trainer, der natürlich auch weiß, dass sich das Punktekonto derzeit eher mager gestaltet.

Gleicher Meinung ist auch Filip Daems. »Sechs Punkte aus acht Spielen - da können wir nicht immer sagen, dass wir gut Fußballspielen, sondern die Punkte müssen folgen«, weiß der Kapitän und hat mit dieser Meinung auch Thorben Marx auf seiner Seite. »Sechs Punkte nach acht Spielen sind nicht die Welt. Es ist jetzt eine ganz gefährliche Situation. Man darf jetzt zu den Mannschaften, die über uns stehen,  nicht den Anschluss verlieren. Wir müssen jetzt schon zusehen, dass wir langsam mal ans punkten kommen und uns für gute Spiele selber belohnen, denn es ist natürlich schon so, dass es auch viel Substanz kostet, wenn du immer gute Spiele ablieferst, dann aber punktemäßig nicht wirklich voran kommst«.

Der erste Dreier soll nun also ausgerechnet gegen Werder Bremen her. Eine sicherlich schwierige Aufgabe, die jedoch zu bewältigen und durchaus positiv zu gestalten ist, wenn man so wie im Heimspiel gegen VfL Wolfsburg auftritt und 90 Minuten alles in die Waagschale wirft.

»Wir müssen zusehen, dass wir über 90 Minuten konzentriert sind. Dann werden wir auch wieder die Chance haben, ein Spiel zu gewinnen. Wir müssen da jetzt als Mannschaft durch,  noch enger zusammenrücken und an die guten Spiele anknüpfen. Dann werden wir auch gegen Bremen eine Chance haben. Allerdings müssen wir uns dann auch cleverer anstellen«, gibt Thorben Marx die Marschroute vor.

Ebenso sieht es Filip Daems. »Wir haben zu Hause noch nicht gewonnen und damit müssen wir am Samstag gegen Bremen anfangen. Wenn wir das Spiel so wie gegen Wolfsburg annehmen, dann wird auch am Samstag endlich mal ein Dreier folgen«. Ein Sieg gegen Bremen würde der Mannschaft sicherlich mehr als gut tun.


letzte Foren-Beiträge

Konter I schnell & direkt