Der 18-Jährige ist derzeit mit der U19 des DFB im Einsatz
Derzeit pausiert die Fußballbundesliga aufgrund der EM-Qualifikation. Somit befinden sich auch von Borussia Mönchengladbach einige Profis bei ihren Auswahlmannschaften. Für die U19-Nationalmannschaft des DFB ist neben Elias Kachunga, Julian Korb und Yunus Malli auch Marc-André ter Stegen im Einsatz. Das Quartett hat die erste Hürde zur Europameisterschaft 2011 genommen und die Eliterunde erreicht. Wir haben uns mit Borussias Nummer drei unter anderem über die bisherige Qualifikationsrunde und über die seine bisherigen Spiele in der Regionalliga unterhalten.
Fohlen-Hautnah: Marc, herzlichen Glückwunsch zum Erreichen der Eliterunde, die ihr mit dem 2:1-Sieg in der ersten EM-Qualifikationsrunde gegen Nordirland unter Dach und Fach gebracht habt. Gerade gegen die Nordiren war es wohl ein hartes Stück Arbeit…
Marc-André ter Stegen: Wenn man das ganze Spiel betrachtet, dann war es wirklich kein schönes Spiel. Bei den Nordiren, die sich weit hinten reingestellt haben, war es schwer durchzukommen und zu kombinieren. Dadurch hatten wir gerade zu Beginn Schwierigkeiten, ins Spiel zu finden. Das klappte dann zum Ende der ersten Halbzeit besser. Da haben wir mehr Bewegung in unser Spiel gebracht.
In der zweiten Halbzeit haben wir daran angeknüpft und mehr Druck gemacht. Dann sind wir auch mit einem schönen Tor verdient in Führung gegangen. Das war wichtig für unsere Moral, weil wir dann mehr Sicherheit bekommen haben. Aus einer eigentlich geklärten Situation fangen wir uns dann drei Minuten vor Schluss den Ausgleich.
Wir haben uns aber nicht verunsichern lassen und haben mit erarbeitetem Glück den Siegtreffer erzielt. Auch wenn es nicht eines der schönsten Fußballspiele war, so denke ich, dass der Sieg am Ende in Ordnung geht und für uns verdient ist. Wir sind glücklich, dass wir dadurch weitergekommen sind.
Fohlen-Hautnah: Dir fehlten also lediglich drei Minuten, um auch nach dem zweiten Spiel ohne Gegentor zu bleiben. Ein eher unglückliches Gegentor. Wie hast du selber die Situation zum Ausgleich gesehen?
Marc-André ter Stegen: Ich habe mir den Gegentreffer noch nicht angeschaut. Das werde ich noch mit unserem Torwarttrainer Carsten Eisenmenger anhand von Bildmaterial tun und dann kann ich dazu etwas sagen.
Fohlen-Hautnah: Du hast deinen Torwarttrainer bei der Nationalmannschaft angesprochen. Was macht er anders oder was ist vielleicht auch identisch im Vergleich zu Uwe Kamps?
Marc-André ter Stegen: Er ist ein super Torwarttrainer. Man muss dabei aber zwischen Nationalmannschaft und Verein unterscheiden. Im Verein ist es ja so, dass man natürlich tagtäglich miteinander arbeitet und sich dort den Rhythmus holt. Bei der Nationalmannschaft ist es so, dass man sofort im Trainingsrhytmus ist und sein Programm im Bezug auf den nächsten Gegner bezieht. Es werden in der Nationalmannschaft also andere Schwerpunkte als im Verein gesetzt, da unterschiedliche Spielphilosophien vorherrschen.
Fohlen-Hautnah: Nun geht es am Mittwoch im letzten Gruppenspiel gegen den amtierenden Weltmeister Schweiz. Was müsst ihr gegen die Eidgenossen noch besser machen und wie geht ihr dieses Spiel an? Ein Unentschieden reicht euch, um Gruppenerster zu werden…
Marc-André ter Stegen: Mit der Schweiz haben wir noch eine Rechnung offen, denn bei der WM in Nigeria im letzen Jahr sind wir gegen sie im Achtelfinale mit 3:4 ausgeschieden. Die Schweiz wird im Gegensatz zu den Nordiren mehr Fußballspielen wollen. Darauf werden wir uns gut vorbereiten. Ich denke, dass es ein schönes Spiel werden wird.
Wir haben uns zwar vorzeitig für die Eliterunde qualifiziert, aber daran denken wir nicht. Wir gehen in das Spiel genauso konzentriert, wie in jedes andere und wollen natürlich gewinnen. Dann wird sich zeigen, was am Ende dabei herauskommt.
Fohlen-Hautnah: Für dich wäre es dann das dritte Spiel innerhalb von fünf Tagen. Dazu steht am kommenden Freitag die Aufgabe mit der U23 gegen den 1.FC Köln an. Für dich in den letzten Tagen also schon eine Belastung. Wie fühlst du dich?
Marc-André ter Stegen: Am Mittwoch wird Bernd Leno vom VFB Stuttgart das Tor hüten. Die Belastung der letzen beiden Spiele innerhalb von kürzester Zeit steckt mir zwar schon etwas in den Knochen, aber ich fühle mich fit und hätte auch spielen können. Generell ist es auch immer eine Frage des Kopfes. Am Freitag werde ich gut vorbereitet und fit in das Spiel gegen den 1. FC Köln gehen.
Fohlen-Hautnah: Du hast schon den nächsten Gegner in der Regionalliga angesprochen. Am Freitag kommt es im Grenzlandstadion zum kleinen rheinischen Derby gegen den 1.FC Köln. Was erwartest du da für ein Spiel?
Marc-André ter Stegen: Damit beschäftige ich mich derzeit eigentlich noch nicht, denn zunächst liegt das Hauptaugenmerk auf das Spiel mit der U19 des DFB gegen die Schweiz. Auf den 1.FC Köln bereite ich mich ab Donnerstag vor. Gegen Köln ist es sowohl bei den Profis als auch bei den Amateuren immer ein schönes Spiel mit viel Brisanz. Wir sind aktuell gut drauf und wollen nach zuletzt zwei Auswärtssiegen den ersten Heimsieg landen. Um das zu schaffen, werden wir alles geben und gut vorbereitet sein.
Fohlen-Hautnah: Neun Spieltage sind in der Regionalliga West bis dato absolviert. Mit 14 Punkten steht ihr derzeit recht gut da. Lediglich vier Punkte besteht der Rückstand zum Tabellenführer Sportfreunde Lotte. Wir fällt da bis dato dein Zwischenfazit aus?
Marc-André ter Stegen: Wir sind relativ holprig in die Liga gekommen, haben uns aber nicht aus der Bahn werfen lassen und uns von Spiel zu Spiel gesteigert. Wir haben dann immer besser zueinander gefunden und harmonieren nun sehr gut. Jeder kämpft für den anderen und jeder hat Vertrauen in seine Mitspieler.
Wir haben eine gute Mannschaft und wissen, was wir können. Das haben wir gerade auch in den letzten drei Spielen gezeigt. Die mannschaftliche Geschlossenheit macht auch unseren derzeitigen Erfolg aus. Wir schauen von Spiel zu Spiel und sehen dann, was am Ende dabei herauskommt.
Fohlen-Hautnah: Wie bist du mit deiner bisherigen Leistung in den ersten neun Spielen zufrieden und was hast du in der Regionalliga vielleicht auch für neue Erfahrungen sammeln können?
Marc-André ter Stegen: Für mich ist es eine wichtige Erfahrung in der Regionalliga zu spielen. Das bringt mich Schritt für Schritt in Richtung Bundesliga. Für mich ist es eigentlich relativ gut gelaufen. Ich habe gute Spiele und ein weniger gutes Spiel in Bochum gemacht. Daraus lernt man und da holt man sich die nötige Erfahrenheit und Abgezocktheit.
Ich hatte von Beginn an keine allzu großen Probleme, mich an die Liga zu gewöhnen. Ich bin auf einem guten Weg, arbeite jeden Tag hart, um mich zu verbessern und schaue nach vorne. So geht man immer Schritt für Schritt weiter. Für mich ist es wichtig, dass ich spiele, mich immer weiter verbesser und jeden Tag und jedes Spiel nutze, um mich weiter zu entwickeln.
Fohlen-Hautnah: Du bist sicherlich auf einem guten Weg, ein sehr guter Torhüter zu werden. Bei Borussia sollst du eines Tages die Nummer eins werden. Dann würde für dich sicherlich ein Traum in Erfüllung gehen…
Marc-André ter Stegen: Natürlich. Borussia ist einfach mein zweites zu Hause. Hier fühle ich mich sehr wohl. Ich bin in Gladbach groß geworden und habe bei Borussia das Fußballspielen gelernt. Meinen derzeitigen Weg hat Borussia auch mit geebnet und gefördert. Natürlich ist mein nächstes Ziel, bei Borussia die Nummer eins zu werden. Dafür werde ich alles tun.
Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg, denn es geht alles Schritt für Schritt. Es kommt auf meine Leistungen an. Ich möchte auf dem Weg, auf dem ich mich gerade befinde, bleiben und mich stetig verbessern. Alles andere kommt dann von alleine.





