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Nach Verletzung: Igor de Camargo kommt in Fahrt

Der Belgier wusste beim Auftritt in Genk mehr als zu überzeugen

Mit Igor de Camargo hatte sich eine der hoffnungsvollsten Neuverpflichtungen von Borussia Mönchengladbach bereits am ersten Trainingstag verletzt. Bei einem Zweikampf mit Dante zog sich der Belgier eine Sprunggelenksverletzung im linken Fuß zu. Er rappelte sich wieder auf, musste jedoch Ende August einen erneuten Rückschlag hinnehmen. Ohne Fremdeinwirkung knickte de Camargo nun mit dem rechten Fuß um und zog sich einen Kapselriss im rechten Sprunggelenk zu. Erneut musste der Neuzugang von Standard Lüttich pausieren. Nach nunmehr dreieinhalb Monaten ohne Spielpraxis kommt der 27-jährige immer besser in Tritt.

Am letzen Wochenende gab de Camargo beim Remis gegen den VfL Wolfsburg sein Pflichtspieldebüt. Acht Minuten vor Ende der Partie betrat der Brasilianer mit belgischem Pass erstmals den Rasen im Borussia-Park. Inklusive Nachspielzeit zeigte sich der Stürmer zehn Minuten sehr präsent und sorgte für Torgefahr.

So hatte der 27-Jährige Pech, als sein Kopfball den rechten Torwinkel nur knapp verpasste und einen Traumeinstand verhinderte. »In den zehn Minuten hat man gesehen, welch Qualitäten er gerade auch mit dem Kopf hat. Er wird uns noch helfen«, sagte Michael Frontzeck nach dem Spiel gegen den VfL Wolfsburg über seinen Schützling, der  unter dem Strich ein durchaus vielversprechendes Debüt bot.

Daran knüpfte der Stürmer an alter Wirkungsstätte nahtlos an. Im Testspiel beim KRC Genk stellte der belgische Nationalspieler seine Qualitäten mit großer Spielfreude sowie technischen Kabinettstückchen unter Beweis, ließ sein Können aufblitzen und setzte seine Mitspieler gekonnt in Szene.

Unter anderem auch Sturmpartner Raúl Bobadilla, mit dem der 27-Jährige mehr als gut harmonierte. Gerade auch der bullige Argentinier blühte unter dem de Camargo auf. »Igor war eine verdammt lange Zeit raus. Es ist jetzt wichtig für ihn, dass er Spielpraxis sammelt. Fußballerisch hat er natürlich auch in so einer langen Zeit wenig verlernt. Das und dass er vorne auch so einen jungen Spieler, wie Raúl Bobadilla, der über seine Dynamik und über seine Schnelligkeit kommt, einzusetzen weiß, zeigt seine Qualität«, war Michael Frontzeck mit dem Auftritt des Belgiers durchaus zufrieden.

»Nach meinen zehn Minuten gegen Wolfsburg war es sehr gut, dass ich nun 70 Minuten spielen konnte. Das war für meine Fitness und für meinen Rhythmus aufbauend und sehr wichtig. Gegen meinen Ex-Club KRC Genk zu spielen war natürlich ein spezielles Gefühl, denn ich hatte hier vier schöne Jahre«, strahlte de Camargo.

Strahlen konnte der 27-Jährige nach dem Spiel beim aktuellen belgischen Tabellenführer durchaus, denn er hatte eine mehr als ansprechende Leistung abgeliefert. »Ich bin mit meinem Einsatz zufrieden, aber es muss natürlich noch mehr kommen. Wir sind auf dem Platz noch etwas fremd, aber gut - ich glaube, dass ich mich gut bewegt habe. Ich habe probiert, gut in Bewegung zu bleiben und hatte ein paar gute Aktionen. Es lief ganz gut, wenngleich natürlich die Automatismen mit den Mitspielern noch besser werden müssen«, gab de Camargo nach seinem zweiten Auftritt im Borussia Trikot zu Protokoll.

Es sah in der Tat gut aus, wie sich der Belgier auf dem Platz bewegte, was nicht zwingend auf eine lange Verletzungsphase schließen lässt. Dennoch wird auch Michael Frontzeck mit seinen Schützling weiterhin ‚vorsichtig‘ umgehen. »Es wird noch ein stückweit dauern, bis er bei 100 Prozent ist, denn er hat dreieinhalb Monate nicht gespielt. Von daher ist es für ihn ein etwas längerer Weg, aber das Wichtigste ist, das er jetzt mal 70 Minuten in den Knochen hat und verletzungsfrei ist«.

Sicherlich fehlten dem international erfahrenen Stürmer noch einige Prozent, bis der Akku vollständig aufgeladen ist, dennoch hat er in seinen beiden bisherigen Einsätzen gezeigt, warum ihn die Borussia verpflichtet hat. Somit wird er wohl auch im kommenden Bundesligaspiel bei der TSG 1899 Hoffenheim zumindest im 18er-Kader vertreten zudem mit Sicherheit eine Option sein.

Ob der 27-Jährige im Kraichgau sein Startelfdebüt geben wird, bleibt abzuwarten.  Michael Frontzeck jedenfalls, wird seinen Schützling nach den beiden freien Tagen ab kommenden Dienstag genau unter die Lupe nehmen und entscheiden, »Jetzt haben wir in der nächsten Woche wieder eine Trainingswoche und dann werden wir sehen, wie wir weiterverfahren«.

»Natürlich will ich immer spielen und der Mannschaft helfen, aber das ist eine Entscheidung, die der Trainer entscheiden muss und wird«, zeigte sich de Camargo bei der Frage. »Jetzt warten wir erst mal die kommende Trainingswoche ab und schauen dann schauen weiter. Wichtig ist, dass wir dort drei Punkte holen«, äußerte sich de Camargo diplomatisch. Unter dem Strich ist in jedem Fall festzuhalten. Egal, wie lange der erfahrene und sympathische Belgier derzeit auf dem Platz steht, es macht Spaß ihm zuzusehen. Zudem stellt er durchaus eine Bereicherung dar und sorgt in der Offensive für weiteren Konkurenzkampf.


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