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Tobias Levels: »Haben es leider versäumt das zweite Tor zu machen«

Borussia nach Remis gegen Wolfsburg mit geteilter Freude

Trotz eines starken und nahezu über die gesamte Spielzeit dominanten Auftritts gegen den VfL Wolfsburg musste sich Borussia Mönchengladbach am Ende mit einer mehr als verdienten Punkteteilung zufrieden geben. Zunächst gerieten die Borussen durch einen zumindest diskutierbaren Gegentreffer in Rückstand, bewiesen jedoch Moral und schlugen so zurück. Die Formkurve zeigt also weiter nach oben. Nach den 90 Minuten äußerten sich Sebastian Schachten, Thorben Marx, Tobias Levels und Debütant Igor de Camargo dennoch mit eher gemischten Gefühlen.

Mit dem 2:2-Remis der Vorwoche beim FC Schalke 04 brachte sich die Gladbacher Borussia wieder in die Spur. Wenngleich der eine Punkt nach einer 2:0-Führung ein stückweit ärgerlich ist, da auch lediglich drei Minuten zum Siegtreffer gefehlt hatten, so zeigten die Borussen „Auf Schalke“ gerade kämpferisch eine mehr als ansprechende Leistung.

Dieses setzten die „Fohlen“ gegen die „Wölfe“ fort. Hatten die Spieler gerade nach dem Spiel gegen den VfB Stuttgart davon gesprochen, keine Mannschaft zu sein, so revidierten sie diese Ansicht zurecht auch nach dem Spiel gegen den VfL Wolfsburg. »Ich denke, dass wir eindrucksvoll bewiesen haben, dass wir wieder eine komplette Mannschaft sind und der Mannschaftsgeist komplett in Takt ist«, meint Sebastian Schachten, dem auch Thorben Marx beipflichtete. »Wir haben uns wiedergefunden, sind wieder eine Einheit und haben heute als Mannschaft funktioniert. Was wir dann im Stande sind zu leisten, haben wir schon öfter gezeigt«.

Erneut finden musste sich gegen eine qualitativ starke Offensivabteilung der Niedersachsen auch die Viererabwehrkette der Borussia, die Michael Frontzeck aufgrund des Platzverweises von Roel Brouwers erneut umstellen musste. »Es ist natürlich nicht einfach, wenn im Gegensatz zur letzten Saison die ganze Innenverteidigung wegbricht«, sagte Thorben Marx. Lediglich zwölf Minuten boten sich der neu formierten Defensivabteilung in Gelsenkirchen, um sich aufeinander abzustimmen.

Eine geringe Minutenanzahl, die jedoch reichte, um gegen den VfL Wolfsburg mehr als Stand zu halten. »Ich denke, dass es heute in der Defensive insgesamt ganz gut gepasst hat. Da kann ich den Jungs nur ein Kompliment machen. Aber nicht nur hier. Wenn ich sehe, was Juan heute nach hinten geackert hat - das war unglaublich und beeindruckend«, lobte Sebastian Schachten, der auf der linken Abwehrseite einen mehr als ordentlichen Job gemacht hat. Ich denke, dass es ein ordentliches Spiel von mir war«, befand der 25-Jährige.

Lediglich einmal schlich sich in den gut funktionierten Defensivverbund der „Fohlen“ eine kleine Unachtsamkeit ein, die gleich zum Gegentreffer führte. Jedoch ein höchst umstrittener, denn Tobias Levels wurde zuvor vom Wolfsburger Diego im Strafraum rüde zu Fall gebracht. »Das war ein klares Foul. Diego macht einen Seitfallzieher an mir und tritt hierbei sogar noch durch«, blickte Tobias Levels auf die Szene zurück und ärgerte sich, dass der fällige Pfiff ausblieb. »Ich weiß nicht, warum der Schiedsrichter das nicht sieht, vor allem wenn man zu viert und über Funk verbunden ist. Ich habe keine Ahnung, aber scheinbar hat er es nicht gesehen, denn sonst hätte er es gepfiffen«.

Dennoch ließ sich die Borussia gerade auch nach dem unverdienten Rückstand nicht aus dem Konzept bringen, sondern drängte mit schnellen und ansehnlichen Spielzügen auf den Ausgleich und ließen die über weite Strecken passiven „Wölfe“ in der Folgezeit mit einem kompakten Defensivverbund nicht zur Entfaltung kommen. »Wir haben sehr gut gestanden, die Abstimmung war mannschaftstaktisch sehr gut und wir haben sehr gut gegen den Ball gearbeitet. Darüber hinaus waren wir auch nach vorne immer gefährlich, analysierte Tobias Levels«.

In der Tat ließen die Borussen nicht nach und setzten immer wieder Nadelstiche. »Wir hatten heute kaum Minuten dabei wo man mal sagt, dass die Konzentration mal kurz weg war, der Gegner mal etwas überhand bekommt und man in ein kurzes Loch fällt. Das gab es heute nicht«, führte Levels fort.

So hatte es durchaus erlösenden Charakter, als die „Fohlen“ in Minute 65 in Person von Thorben Marx den mehr als verdienten Ausgleich markierten und sich so für ihre ständigen Bemühungen belohnten. »Es hat lange gedauert, bis das Tor fiel. Zum Glück ist er mir mal auf den Kopf gefallen. Da konnte ich nicht mehr viel falsch machen. Aber es ist schön, dass es dann auch ein wichtiges Tor war«, sagte der 29-Jährige.

Auch nach dem Ausgleich gaben sich die Borussen nicht gänzlich zufrieden, sondern diktierten weiter das Geschehen im Borussia-Park und gaben kontrolliert zu erkennen, drei Punkte in Gladbach behalten zu wollen. Dabei war es auch Igor de Camargo, der in seinen acht Minuten den Siegtreffer hätte erzielen können. Gelingen wollte dieser jedoch leider nicht.

»Wir sind super zurück gekommen und haben es leider versäumt, das zweite Tor zu machen. Wir haben über Wolfsburg bestimmt, aber leider ist ein zweites Tor leider heute nicht reingerutscht. Wenn uns am Ende noch mal so ein 2:1 gelingt, dann wäre es voll verdient und wichtig für uns gewesen. Das 1:1 sehen wir dennoch nicht als Niederlage, sondern als wichtigen Punkt an. Wenn wir so weiter spielen, dann werden wir auch bald den nächsten Sieg einfahren«, fasste Tobias Levels zusammen.

»Mit ein bisschen Glück gewinnen wir so ein Spiel vielleicht auch. Ich denke, dass ein Sieg auch sehr verdient gewesen wäre, vor allem da der Führungstreffer nach einem klaren Foulspiel zustande kam. Das ist dann halt sehr ärgerlich. So ein Glück brauchst du dann vielleicht auch mal, dass so was als klares Foulspiel abgepfiffen wird, dann macht Igor vielleicht vorne noch den Kopfball rein. Dennoch denke ich, dass es von uns allen war es ein großer Kampf war«, sagte Sebastian Schachten.

»Ein 1:1 ist nach so einem Spiel natürlich kein gutes Resultat, denn wir müssen zu Hause gewinnen. Aber gut, wir haben gegen Frankfurt und Stuttgart große Niederlagen hinnehmen müssen, die schwierig aufzuarbeiten waren. Ich hoffe, dass wir wieder eine gute Mannschaft in Hoffenheim zu sehen bekommen«, sagte Debütant Igor de Camargo.

Unter dem Strich steht so eine Punkteteilung, bei der die stark aufgetretene Borussia, die auch mit 58% Ballbesitz stets der Herr der Lage war,  in der Tat alles in die Waagschale legte und sich mit einer starken Leistung weiter in der Spur hält. »Wir haben über 90 Minuten konstanten Fußball gezeigt. Wir haben eine Topleistung unserer Mannschaft gesehen. Wolfsburg hatte in 90 Minuten nicht eine Torchance. Man kann es so stehen lassen, dass es für uns in dieser Saison das beste Spiel war«, stellte Tobias Levels abschließend fest.

So geht es für die Borussen nun in die Länderspielpause, bei der am kommenden Freitag das Testspiel beim belgischen Tabellenführer KRC Genk ansteht. »Mir sind englische Wochen immer lieber, als so eine lange Pause. Aber wir können jetzt nur eins machen: In dem Freundschaftsspiel weiter an uns arbeiten, unsere Leistung bestätigen und gut arbeiten, um über die zwei Wochen hinweg für Hoffenheim top vorbereitet zu sein«, sagte Levels.

Zu hoffen und zu wünschen bleibt, dass die Borussen auch nach der Länderspielpause gut aus den Startlöchern kommen und bei der TSG 1899 Hoffenheim an die gute Leistung anknüpfen können. Daran wird Michael Frontzeck ab kommenden Dienstag und auch im Testspiel in Genk arbeiten.

Jedenfalls befindet sich die Borussia auf einem guten Weg, wenngleich durchaus eine höhere Punktzahl auf der Habenseite stehen könnte. Dieser Meinung ist auch Thorben Marx: »Wir haben sicherlich ein paar Punkte zu wenig, aber wir müssen einfach so weiter machen, dann werden auch die Punkte kommen und wir werden in der Tabelle wieder nach oben klettern. Wenn wir in der Tabelle weiter oben stehen, dann gehen die Bälle vielleicht auch wieder rein und das Glück kommt zurück«.


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