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Borussia stoppt Abwärtstrend: »Es war ein Schritt nach vorne«

Erleichterung bei Borussia nach der Punkteteilung gegen Schalke

Mit dem 2:2-Remis beim FC Schalke 04 konnte Borussia Mönchengladbach den Abwärtstrend nach zuvor drei Niederlagen in Folge stoppen. Im Gegensatz zu den letzten beiden Partien zeigten die Borussen-Profis eine ordentliche und ansprechende Leistung. Neben dem Platzverweis für Roel Brouwers ist es zudem ärgerlich, dass beim Stande von 2:1 für den VfL zum Schluss lediglich drei Minuten fehlten, um als Sieger den Platz zu verlassen. Dennoch zeigten sich die Protagonisten nach dem Spiel unter dem Strich zufrieden.

Gerade nach dem Auftritt im letzen Auswärtsspiel im Schwabenland und wenige Tage nach der Niederlage gegen den FC St. Pauli hatten im Vorfeld der Partie gegen den FC Schalke 04 wohl eher wenige damit gerechnet, dass der VfL in der Veltins Arena ein Erfolgserlebnis einfährt, denn hat dessen Trainer Felix Magath doch eine gehörige Portion an Qualität zur Verfügung. »Ich denke, dass all die, die Fußball gespielt haben wissen, wie sehr ein 0:7 in den Kleidern hängt. Das schüttelst du nicht einfach so wieder ab«, gab Max Eberl zu bedenken.

So stand gerade auch nach der Niederlage gegen St. Pauli viel Aufbauarbeit auf dem Programm. Dies taten Michael Frontzeck, die Verantwortlichen und die Mannschaft im niederländischen Tegelen. »Wir haben mit der Mannschaft sehr viele Gespräche geführt und auch die Spieler haben selber untereinander gesprochen«, erklärte Borussias Sportdirektor, der das Trainingslager als eine gelungene Maßnahme sieht. »Das Ergebnis von diesen Gesprächen haben wir heute gesehen«.

»Wir haben in den letzten Tagen viel miteinander geredet und ich denke, dass uns das geholfen hat. Den Schock aus Stuttgart haben wir mit viel reden jetzt endgültig verdaut. Der Trainer hat viel auf uns eingeredet und hat uns anhand von Analysen gezeigt, was wir falsch gemacht haben«, ist Kapitän Filip Daems gleicher Meinung, während Tobias Levels dem Aufenthalt in den Niederlanden nicht allzu viel Gewicht schenken wollte. »Ob das Trainingslager nach dem St. Pauli-Spiel einen Anteil am heutigen Ergebnis hatte - da bin ich ganz rational glaube das nicht. Wir sind dahin gefahren um ein bisschen Ruhe zu haben und um uns zu regenerieren«.

Dennoch scheint das Kurztrainingslager in irgendeiner Art und Wiese gefruchtet zu haben, denn die Elf vom Niederrhein startete „Auf Schalke“ konzentriert in die Partie, versteckte sich nicht und ging nach einer Viertelstunde in Führung. Nach einem Foul von Benedikt Höwedes im Strafraum an Raúl Bobadilla zeigte sich Filip Daems vom Elfmeterpunkt sich und schob zur 1:0-Führung ein.

Borussias Kapitän verwandelte somit auch seinen vierten geschossenen Elfmeter. Wohl auch aufgrund dieser Quote übernahm der Belgier die Verantwortung vom Punkt. »Es war abgesprochen das ich den Elfmeter schieße«, sagte Daems.

Nach der Führung gewann die Borussia weiter an Sicherheit und versuchte die Führung auszubauen. Eine Tatsache, die noch im Spiel gegen die „Kiez-Kicker“ ganz anders ausgesehen hatte. »Ich denke, wir haben heute gezeigt, dass unsere Einstellung zum Spiel gestimmt hat«, befand Filip Daems. Der FC Schalke erhöhte im Anschluss an den Rückstand die Schlagzahl und kam zu guten Möglichkeiten. Während der Ausgleich in der Luft lag, so schlugen die Borussen kurz vor dem Seitenwechsel eiskalt zu. Michael Bradley erhöhte auf 2:0.

Verdiente 2:0-Pausenführung

Diesen Vorsprung hatte sich der VfL in einer guten ersten Halbzeit, in der man mit viel Einsatz und Kampfgeist zu Werke ging, durchaus verdient. »Ich denke, dass wir in der ersten Halbzeit sehr gut Fußball gespielt, sehr gut verteidigt und sehr gut nach vorne gespielt haben. Somit lagen wir dann auch verdient 2:0 in Führung«, analysierte Tobias Levels die ersten 45 Minuten. »Ich denke wir haben eine super erste Halbzeit gespielt«, befand Roel Brouwers und hatte mit dieser Meinung auch Filip Daems auf seiner Seite. »Man hat in der ersten Halbzeit gesehen, dass wir klar die bessere Mannschaft waren«.

Für viel Wirbel im Defensivverbund sorgte gerade in den ersten 45 Minuten auch Raúl Bobadilla, der nach einer Viertelstunde mit verantwortlich dafür war, dass Filip Daems vom Elfmeterpunkt zur Führung einnetzte. »Raúl Bobadilla hat heute das gezeigt, was wir von ihm erwartet haben - das er seine fußballerischen Qualitäten in die Waagschale wirft und den Schalker Innenverteidigern weh tut. Wir haben heute gesehen, was er kann und sind von ihm überzeugt«, lobte Max Eberl den Argentinier, der für den gesperrten Mo Idrissou in die Startelf gekommen war.

Nach dem Seitenwechsel war es nahezu klar, dass der FC Schalke alles dransetzte, den Rückstand aufzuholen.  Den Anschlusstreffer gelang den Hausherren sieben Minuten nach Wiederanpfiff. Schalke war zwar nun überlegen, doch die Borussia versteckte sich nach wie vor nicht, sondern erspielte sich Kontermöglichkeiten, die jedoch leider nicht genutzt wurden.

»In der zweiten Halbzeit haben wir sehr früh den Anschlusstreffer bekommen, hatten aber gute Kontermöglichkeiten. Einmal trifft Marco die Latte und einmal hat Bobadilla bei einem Fünf-gegen-Drei nicht die Übersicht. Wenn wir da das dritte Tor machen, dann kann der Schiedsrichter das Spiel mehr oder weniger abpfeifen. Leider ist uns dies nicht gelungen«, umschrieb Tobias Levels die Phase nach dem 1:2.

Zwölf Minuten vor dem Ende wurde es dann bitter für die Borussen, bei denen Roel Brouwers nach einem Foul an Klaas-Jan Huntelaar die rote Karte gesehen hatte. Schalke warf nun alles nach vorne, doch auch mit zehn Mann stemmte sich der VfL zunächst mit großem Kampf gegen den Ausgleich. »Nach dem 2:1 haben wir es eigentlich sehr gut gemacht, wir haben sie von unserem Tor ferngehalten. Somit ist eigentlich kein übergroßer Druck aufgekommen, aber mit der roten Karte konnte sie dann natürlich alles nach vorne schmeißen«, sagte Tobias Levels.

Zufriedene Borussen trotz spätem Ausgleich

Die Uhr tickte gegen die Truppe von Felix Magath, doch drei Minuten vor dem Abpfiff gelang dieser der Ausgleich. Ärgerlich für die Borussen, die sich so mit einer Punkteteilung zufrieden geben mussten. Nach dem Schlusspfiff überwog jedoch die Freude über die eigene Leistung und über den einen Punkt.

Tobias Levels: »Es tut nichts zur Sache ob wir es mit 11 Spielern geschafft hätten, dass kann gut sein. Wir haben auch gerade am Ende mit zehn Mann heute eine große Leistung geboten, das war ein großer Kampf. Wir waren nah am Sieg und der Ausgleich kam spät. Wenn man das aber jetzt so Revue passieren lässt, dann können wir mit einem Punkt auf Schalke leben. Wenn man in Schalke so eine Leistung bietet, dann kann man keine zerrüttete Mannschaft haben. Wir hatten zwei negative Ereignisse dazwischen, die wir schnell aufgearbeitet haben. Daher ist dieses 2:2 für mich keine Überraschung«.

Sebastian Schachten: »Wenn uns vorher einer gefragt hätte, hätten wir gesagt, dass wir das 2:2 mitnehmen. Von der Tatsache her, dass du 2:0 führst hättest du schon geglaubt, das Ding zu gewinnen. Ich habe gehofft, dass wir das 2:1 noch über die Bühne bringen, aber aufgrund der Situation ist es wichtig, jeden Punkt mitzunehmen«.

Filip Daems: »Ich bin froh, dass wir nach drei Niederlagen wieder einen Punkt geholt haben. Wir haben an uns geglaubt und das spiegelte auch das Spiel wieder. Wenn einer mal einen Zweikampf verloren hat, war direkt der nächste da, der geholfen hat ist. Das gibt Hoffnung für die nächsten Wochen. Wenn Roel keine rote Karte bekommen hätte, wäre die Chance sicherlich größter gewesen, dass Spiel zu gewinnen. Schalke hat vor allem in der zweiten Halbzeit viel über lange Bälle agiert und daher denke ich, dass das Remis aufgrund der zweiten Hälfte für Schalke verdient ist«.

Thorben Marx: »Wenn du 2:0 führst, dann willst du natürlich auch drei Punkte holen. Nach der roten Karte haben wir natürlich gehofft, das Spiel über die Runden zu bekommen, aber zum Schluss denke ich, müssen wir mit dem Punkt auch leben. Es war ein Schritt nach vorne und wir haben uns wieder zusammengerauft. Ich glaube gegen St. Pauli haben wir schon eine ordentliche Leistung gebracht. Für die Verhältnisse, die nach dem Stuttgart-Spiel entstanden sind, denke ich, dass wir jetzt wieder auf dem richtigen Weg sind«.

Auch Borussias Sportdirektor zeigte sich mit der Darbietung einverstanden. »Ich denke, dass wir innerhalb von acht Tagen eine Mannschaft gesehen haben, die gegen St. Pauli den ersten Schritt gemacht hat, und die sich gegen Schalke mit viel Mut, Aggressivität, mit viel Leidenschaft und fußballerischen Vertrauen einen ganz wichtigen Punkt erspielt hat. Es war bemerkenswert wie die Mannschaft wieder das Vertrauen in ihr Spiel zurückgewonnen hat«, resümierte Max Eberl. »Für uns waren es heute nicht zwei verlorene sondern ein gewonnener Punkt«, stellte der Sportdirektor fest.

Nach zuvor drei Niederlagen konnte die Elf vom Niederrhein also den freien Fall stoppen und legte dabei auch eine andere Einstellung an den Tag. »Jeder hat gesehen, dass der Charakter der Mannschaft komplett in Takt ist«, sagte Sebastian Schachten und Thorben Marx stellte abschließend fest. »Ich denke, dass wir jetzt wieder in der Spur sind«.

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