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HomeFohlenelfNews & HintergründeNach Rot für Brouwers: »Das werden wir auffangen«

Nach Rot für Brouwers: »Das werden wir auffangen«

Borussia nach Schalke: Erneute Umstellungen in der Viererkette erforderlich

Es war die 78. Minute im Spiel vom FC Schalke 04 gegen Borussia Mönchengladbach in der Veltins Arena. Borussias Innenverteidiger Roel Brouwers holte den an der rechten Seitenlinie durchstartenden Schalker Klaas-Jan Huntelaar so ungestüm von den Beinen, das sich Schiedsrichter Peter Gagelmann dazu veranlasst sah, den Niederländer mit glatt Rot vom Platz zu stellen. Ein Platzverweis, der vertretbar ist und der Borussias Trainer Michael Frontzeck im Defensivverbund zu erneuten Umbaumaßnahmen zwingt.

»Ich habe die Szene noch nicht im Fernsehen gesehen. Wer aber Roel kennt weiß, dass er kein Böser ist. Er hat aus meiner Sicht versucht den Ball zu spielen und ist dann eine Sekunde zu spät gekommen. Es war ein Foulspiel, ob es dann Rot war, weiß ich nicht«, beschrieb Michael Frontzeck den Platzverweis von Roel Brouwers aus seiner Sicht. »Roel will den Ball, er kommt frontal auf den Gegner zu. Auf mich hat es so gewirkt als hätte es Gelb auch getan«, befand Max Eberl.

»Ich denke, dass ich nicht der letzte Mann war. Es muss dann schon ein grobes Foulspiel gewesen sein, wenn der Schiedsrichter mir gleich die rote Karte gibt. Ich denke man hätte auch Gelb geben können, aber er hat sich anders entschieden«, blickte Brouwers auf die Szene zurück.

Wie lange der Niederländer nun nicht zur Verfügung steht, ist zwar noch nicht entschieden, doch der Platzverweis dürfte wohl eine Sperre von zwei Punktspielen zur Folge haben. »Ich denke, dass die Sperre nicht so hoch ausfallen wird«, meint Max Eberl. »Wie lange ich gesperrt sein werde weiß ich nicht, ich weiß nicht was in Deutschland normal ist, aber ich denke ein bis zwei Spiele«, sagt der Niederländer.

In jedem Fall muss Michael Frontzeck seine Abwehrreihe in der kommenden Woche im Spiel gegen den VFL Wolfsburg erneut umstellen. Dies hatte der 46-Jährige bereits gegen den FC St. Pauli machen müssen, da Dante mit einer Infraktion im Fußwurzelknochen mehrere Wochen ausfällt.

So kam Neuzugang Bamba Anderson, der bereits in Stuttgart zu seiner Bundesligapremiere gekommen war, am vergangenen Mittwoch zu seinem ersten Einsatz von Beginn an. In Stuttgart war der Brasilianer nach der Pause für den in den letzten Wochen weniger sicher agierenden Roel Brouwers in die Partie gekommen.

Werbung in eigener Sache konnte der 22-Jährige in einer allerdings kollektiv desolaten Mannschaft nicht machen. »Bamba ist ein junger Spieler, der viel mitbringt, der noch viel lernen muss und bei dessen Verpflichtung wir uns etwas gedacht haben. Er hat Qualität. In Stuttgart ist er genauso mit unter die Räder gekommen, wie alle anderen«, stellt Frontzeck klar und ist von seinem Schützling überzeugt.

Gegen die „Kiez-Kicker“ rückte der Rechtsfuß von Beginn an ins rechte Abwehrzentrum und bot mit gutem Stellungsspiel eine ordentliche Leitung. Dieses setzte der Brasilianer auch im Spiel gegen den FC Schalke 04 mehr als fort. »Er hat wie alle anderen auch, ein richtig gutes Spiel gemacht. Bamba war sehr, sehr stabil. In der Art habe ich ihn auch schon gegen St. Pauli gesehen. Dafür haben wir ihn geholt. Er genießt mein volles Vertrauen und deshalb setzte ich ihn ein«, so Frontzeck.

Vertrauen hat Borussias Trainer auch weiterhin gerade in Roel Brouwers und Kapitän Filip Daems, die sich in den letzten Wochen mit weniger guten Zeugnissen auseinandersetzten mussten. Michael Frontzeck schenkt diesem kein allzu großes Gewicht. »Mit Kritik, die von außen kommt, beschäftige ich mich nicht so sehr. Ich schaue mir das Spiel an und spreche dann mit den Spielern«, sagte Frontzeck.

Gesprochen hatte der 46-Jährige auch mit Sebastian Schachten, ehe er den  25-Jährigen gegen Schalke für Patrick Herrmann auf das Feld schickte. Zunächst agierte der Rückkehrer aus Paderborn bei seinem zweiten Saisoneinsatz zunächst im rechten Mittelfeld, ehe er nach dem Platzverweis von Brouwers auf die linke Abwehrseite rückte. »Ich finde, dass es Sebastian, der von rechts nach links gegangen ist, sehr gut gemacht hat«, sagte Frontzeck.

»Ich habe versucht ins Spiel zu kommen und mein Bestes zu geben. Ich war eigentlich für das rechte Mittelfeld vorgesehen. Nach der roten Karte mussten wir umstellen, aber die Position kenne ich ja auch«, beschrieb Schachten, der in der vergangenen Saison beim SC Paderborn auf beiden Abwehrseiten gute Leistungen abgeliefert hatte.

Während Schachten gegen die „Knappen“ in der Viererabwehrkette also die linke Außenbahn besetzte, so rückte Filip Daems in die Innenverteidigung. Eine Umstellung, die Michael Frontzeck wohl auch in den kommenden Spielen tätigen wird. »Filip Daems ist eigentlich ein gelernter Innenverteidiger und kann das auch spielen«.

Der Belgier wird also wohl, so lange Roel Brouwers nicht zur Verfügung steht, auch in den nächsten Wochen in die  Zentrale rücken und mit Bamba Anderson die Innenverteidigung bilden, während Sebastian Schachten (links) und Tobias Levels (rechts) die Außen besetzen werden. »Ob das jetzt in den nächsten zwei Wochen auch so läuft, darüber habe ich mir kurz nach dem Spiel noch keine Gedanken gemacht«, lässt es Schachten auf sich zukommen.

Eine weitere Möglichkeit bzw. weitere Alternativen auf der linken Abwehrseite sind Jens Wissing und Jean-Sébastien Jaurès, während Bernhard Janeczek als Backup für die Innenverteidigung ebenso bereitsteht, wie auch Routinier und U23-Aktuer Michael Stuckmann, der sich in der Truppe von Sven Demandt als Stütze fungiert, kopfballstark ist und sich zu dem als torgefährlich präsentiert. Drei Tore in acht Spielen stehen für den gelernten Innenverteidiger zu Buche und stellt somit durchaus eine Alternative dar. Ob dazu Jan-Ingwer Callsen-Bracker, der für den Profikader nicht mehr berücksichtigt wurde, eine Option darstellt, gilt wohl als eher unwahrscheinlich.

So wird Michael Frontzeck in den kommenden Tagen genau hinschauen und seine "neue" Viererabwehrkette aufeinander abstimmen. Nach dem kommenden Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg bietet sich dem 46-Jährigen in der Länderspielpause im Testspiel beim KRC Genk die Möglichkeit, andere Varianten auszuprobieren.

Es bleibt abzuwarten, wie Michael Frontzeck den für die Abwehr frei gewordenen Platz auf der Bank besetzt. In jedem Fall steht ein weiterer Innenverteidiger nicht zur Verfügung. Für Borussias Trainer Michael Frontzeck dennoch kein Grund, in Panik zu geraten. »Ich habe weder Kopf- noch Bauchschmerzen. Den Jungs, die im Kader sind, vertraue ich. Das habe ich schon des Öfteren gesagt. Es ist sicherlich so, dass uns ein paar Spieler ausfallen, die mehr oder weniger Stammspieler oder nah dran sind, aber das werden wir auffangen«.

In die gleiche Kerbe schlug Borussias Sportdirektor Max Eberl nach dem Spiel „Auf Schalke“. »Die rote Karte ist eine weitere Hürde, die man überspringen muss. Wir haben jetzt am Ende mit Filip Daems im Zentrum gespielt. Filip hat dort schon gespielt und er kennt sich da aus. Von daher haben wir da jetzt auch keine Sorge. Wir haben einen Kader, dem wir vertrauen und der in der  Tiefe gut genug ist, auch wenn das mansche nicht glauben. Da werden wir auch das Problem lösen«.


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