Borussia verliert auch das Spiel eins nach Stuttgart
Nach zuvor zwei heftigen Niederlagen wollte sich Borussia Mönchengladbach gegen den FC St.Pauli mit einem positiven Ergebnis rehabilitieren. Wenngleich die Borussen im Gegensatz zum Spiel beim VFB Stuttgart eine andere Einstellung an den Tag legten, so reichte dies unter dem Strich nicht, um die Trendwende einzuleiten.
Vieles wollten die Borussen nach der Niederlage im Schwabenland gut machen, doch gerade zu Beginn des Spiels war den Spielern anzumerken, dass gerade das 7:0 in Stuttgart Spuren hinterlassen hatte. »Ich denke, dass jedem klar war, dass es nach dem Spiel in Stuttgart heute keinen Fußballleckerbissen geben wird«, sagte Borussias Trainer Michael Frontzeck.
Einige Zeit brauchten seine Spieler, um sich in die Partie zu finden und um Mut zu fassen. Nach einer Standardsituation ging der VfL in Minute 25 durch Juan Arango in Führung. Im weiteren Verlauf startete die Truppe von Michael Frontzeck zwar einige vielversprechende Angriffe, führte sie jedoch nicht konsequent zu Ende.
Auf der anderen Seite besonnten sich seine Spieler im ersten Durchgang auf die in den letzten Tagen oft genannten „Basics“. »Ich denke, dass wir aus meiner Sicht gerade was die Kompaktheit angeht, sehr viel in das Spiel investiert haben. Wir haben relativ wenig zugelassen«, befand Michael Frontzeck, der auch eine andere Einstellung als noch eine Woche zuvor gesehen hatte. »Meine Mannschaft hat sehr viel investiert und hat kämpferisch eigentlich alles gegeben«, stellte der 46-Jährige fest.
Demzufolge wurde der FC St.Pauli in der ersten Halbzeit weitestgehend aus dem Spiel genommen. Dies sollte sich jedoch im zweiten Durchgang ändern. Während die Borussia unverständlicherweise nicht nachsetzte, so rochen die Hanseaten den „Braten“ und wurden mit zunehmender Spieldauer mutiger. »Es ist natürlich traurig, dass wir es nicht geschafft haben, das zweite Tor zu machen«, bedauerte Frontzeck. »Ich will nicht von Pech sprechen, aber so ein Freistoß von Juan kann auch mal reingehen. Zudem hatten wir zwei, drei sehr gute Kontermöglichkeiten«, haderte der 46-Jährige.
Machst du selber das Tor nicht, so wird das im Umkehrschluss meist bestraft. Dies tat der FC. Pauli, der spätestens mit der Einwechslung von Gerald Asamoah vermehret für Unruhe in der Gladbacher Hintermannschaft sorgte. Dieser erzielte, bezeichnend für die momentane Situation, kurz nach seiner Einwechslung nach einem Eckstoß den Ausgleich.
»Wieder einmal bei einer Standardsituation nicht aufgepasst, was sehr ärgerlich ist«, murrte Frontzeck. Nur wenige Minuten später brachte Roel Brouwers den ebenfalls eingewechselten Fin Bartels bei einer Abwehraktion im Strafraum zu Fall. Elfmeter war die Folge. »Ich weiß nicht, ob es einer war«, so Frontzeck. In der Folgezeit brachten einige strittige Schiedsrichterentscheidungen nicht nur die Fans auf den Rängen im Borussia-Park in Rage. »Es läuft im Moment viel gegen uns«, haderte Michael Frontzeck.
So stand man am Ende erneut mit leeren Händen da. »Unter den Umständen hat es die Mannschaft ordentlich gemacht, das Ergebnis zieht dich aber natürlich wieder ein bisschen runter. Es ist für die Spieler, die natürlich in der Kabine sehr niedergeschlagen sitzen, sehr bitter. Die Mannschaft hat alles abgerufen, was drin ist. Das sie heute natürlich nicht glänzten konnte, war glaube ich jedem klar«, resümierte Frontzeck.
In Sachen Einstellung und „Basics“ hatte seine Mannschaft im Gegensatz zur Vorwoche zwar einen Schritt nach vorne gemacht, doch unter dem Strich steht eben kein Ertrag. »Von der Reaktion her war es in Ordnung. Der erste Schritt ist gemacht, nun muss der zweite Schritt folgen«, sagte der 46-Jährige, der mit seiner Mannschaft unmittelbar nach dem Spiel für eine Nacht in ein Kurztrainingslager nach Holland fuhr.
»Es ist im Moment eine schwierige und komplizierte Situation, in der wir uns befinden und wo eigentlich alles zusammenkommt, aber die Saison ist noch sehr jung. Es gibt überhaupt keinen Grund, nach dem 5.Spieltag und aufgrund der Art und Weise, wie wir heute verloren haben, den Kopf in den Sand zu stecken«, sieht Frontzeck keinen Grund zur Panik.
Zeit, um seine Mannen nun auf das Auswärtsspiel beim FC Schalke 04 vorzubereiten, hat der 46-Jähreige indes nicht. »Wir haben jetzt ein schweres Auswärtspiel vor uns. Dort müssen wir mit demselben Ansatz reingehen, wie das hier heute Abend der Fall war«, gibt Frontzeck die Marschroute vor.
So gilt es für Michael Frontzeck in den kommenden Tagen auch, seine Mannschaft wieder aufzurichten. »Ich denke, die Mannschaft hat gezeigt, dass sie es verstanden hat, dass es so wie in Stuttgart natürlich nicht geht. Wir müssen hart arbeiten und den Kopf oben behalten…«.





