Mannschaft richtet sich mit Brief an die Fans der Borussia
Wenig Zeit blieb Borussia Mönchengladbach, um die 7:0-Niederlage beim VFB Stuttgart zu analysieren und nachzubereiten. Bereits morgen bietet sich der Mannschaft im Spiel gegen den FC St. Pauli die Möglichkeit, wieder ein anderes Gesicht zu zeigen und die Schlappe vergessen zu machen. Für das Spiel im Borussia-Park hat die Borussia bisher 38.000 Tickets abgesetzt. Michael Frontzeck spricht seiner Mannschaft das Vertrauen aus und wird, wenn Dante einsatzbereit ist, keine Veränderungen vornehmen.
Vieles wurde in den letzten drei Tagen geredet und auch geschrieben. Borussias Trainer Michael Frontzeck hat die kurze Zeit auch genutzt, um die Niederlage im Schwabenland aufzuarbeiten. »Schlussendlich ist es in dieser Situation und in der Kürze der Zeit wichtig, nicht den Überblick zu verlieren und die Nerven zu trainieren. Wir haben die Zeit genutzt, um das ein und andere deutliche Gespräch zu führen«, sagte Frontzeck auf der heutigen Pressekonferenz.
Auf der anderen Seite haben auch die Borussen-Profis selbst die Gelegenheit genutzt, um untereinander das Geschehene aufzuarbeiten und um sich an schriftlich an die Fans zu richten. »Nach den letzten beiden Spielen mag sich das vielleicht für den ein oder anderen ungewöhnlich anhören, aber: Wir möchten uns bei Borussias Fans bedanken. … Das 0:7 in Stuttgart war eine Klatsche. Man kann mal ein Spiel verlieren, man kann auch deutlich verlieren - aber so etwas wie am Samstag darf nicht passieren. Es ist unsere Pflicht, dafür zu sorgen, dass wir dieses Erlebnis abhaken können. Und wir wissen, dass es mit Worten nicht getan ist…«, schreibt die Mannschaft auszugsweise in der aktuellen Ausgabe des Fohlen-Echos.
»Ich denke, dass die Mannschaft mit dem, was sie ins Fohlen-Echo geschrieben hat, ein erstes Zeichen gegeben hat«, so Michael Frontzeck, der voll und ganz hinter seiner Mannschaft steht. »Ich kann es nicht so machen, wie das ein oder andere Blatt, dass man vor drei Wochen Vergleiche mit der Fohlenelf aufstellt und dann von einem Trümmerhaufen schreibt. Ich sehe da die letzten 15 Monate als Paket. Da hat uns die Mannschaft bei allen Rückschlägen und bei allen positiven Dingen viel Spaß gemacht. Deshalb werde ich den Stab nicht über die Mannschaft brechen. Ich habe ihr gestern in aller Deutlichkeit gesagt, dass sie mein Vertrauen besitzt und dass es deshalb morgen keine Änderungen geben wird«, spricht der 46-Jährige seiner Mannschaft volles Vertrauen aus.
Einzig Bamba Anderson könnte zu seinem Startelfdebüt in der Bundesliga kommen, wenn Dante seine derzeitige Blessur nicht rechtzeitig auskuriert. »Hinter ihm steht noch das einzige Fragezeichen. Er hat eine Prellung und es werden noch Untersuchungen gemacht«, gibt Frontzeck bekannt und begründet seine Entscheidung, gegen den Kiez-Club die Elf auflaufen, die gegen den VFB Stuttgart begonnen hatte.
Nach wie vor einen Einsatz warten müssen Karim Matmour, für den Einsatz nach seinen Achillessehnenprobleme noch zu früh kommt, Christian Dorda, der sich nach seinem Patellasehnenriss im Aufbautraining befindet, Tony Jantschke (Mittelfußbruch), Jean-Sébastien Jaurès (Knieproblemen) und Igor de Camargo.
»Das Vertrauen hat sie sich über 15 Monate erarbeitet. Zum zweiten möchte ich sie natürlich vom Stuttgart-Spiel nicht aus der Verantwortung raus lassen«, rechtfertigte Borussias Trainer seine durchaus nachvollziehbare Entscheidung.
Gleichwohl will auch Michael Frontzeck im Spiel gegen den FC St. Pauli die in den letzten Tagen oft erwähnte und nötige »Reaktion« sehen. »Da muss man morgen seinen Mann stehen und da muss man durch. Der schmale Grat ist, morgen etwas anzubieten, keine Frage, aber nicht kopflos zu wirken, sondern als Mannschaft geschlossen dadurch zu gehen und ein gutes und erfolgreiches Spiel abzuliefern. Es wird ein kompliziertes Spiel, aber das ist auch eine Chance für die Mannschaft«, nimmt der 46-Jährige seine Schützlinge in die Pflicht.
Daran, dass die Mannschaft, wie auch von den Spielern angekündigt, morgen eben diese Reaktion zeigt und ihr Vertrauen gerecht wird, hat Michael Frontzeck keine Zweifel. »Ich bin davon überzeugt, dass die Mannschaft mich nicht enttäuscht. Das ist mein Gefühl aus 15 Monaten arbeiten mit den Jungs«.
Zurückschauen wollte Borussias Trainer allerdings nicht mehr. »Ich schaue jetzt nicht mehr zurück, sondern auf St. Pauli. Wir können jetzt noch so viel reden - schlussendlich muss es auf dem Platz gezeigt werden. Für uns wird es eine ganz komplizierte Aufgabe, aber das ist in unserer jetzigen Situation eigentlich unabhängig vom Gegner. Es entscheidend, was die Mannschaft morgen für eine Reaktion zeigt…«.
Bleibt zu wünschen und zu hoffen, dass Michael Frontzzeck mit seiner nachvollziehbaren Entscheidung richtig liegt und das die Mannschaft geschlossen den oftmals genannten Karren aus dem Dreck zieht.





