Erklärungsverusche bei Borussia nach indiskutablen Auftritt in Stuttgart
Mit sage und schreibe 7:0 ging Borussia Mönchengladbach beim zuvor sieglosen VFB Stuttgart unter. Eine Situation, die man bereits gegen die Frankfurter Eintracht vorgefunden hatte. Auch dort erlebte man eine herbe 4:0-Klatsche, die man im Schwabenland vergessen machten wollte. Doch es kam bekanntlich schlimmer. Thorben Marx, Tobias Levels und Borussias Sportdirektor Max Eberl fanden wenige Minuten nach dem Spiel deutliche Worte.
Die Elf vom Niederrhein hatte sich für die Partie in der Mercedes-Benz Arena einiges vorgenommen. Kompakt stehen und gut organisiert wollte man in der sich im Umbau befindlichen Heimat des VFB auftreten. »Wir müssen von Anfang an hellwach sein und dagegen halten«, hatte Michael Frontzeck im Vorfeld die Marschroute ausgegeben.
Doch bereits nach 95 Sekunden war dieses Vorhaben über den Haufen geworfen, denn nach dem ersten vielversprechenden Angriff brachte Pavel Pogrebnyak die Schwaben auch aufgrund der noch nicht wachen Borussen in Front.
Ein Tiefschlag für den VfL, der sich in der Folgezeit davon nicht mehr erholen sollte. Gerade über die linke Abwehrseite der Borussia, wo Filip Daems seine Probleme hatte und Juan Arango blass blieb, kamen die Schwaben immer wieder zu Möglichkeiten. Das der VFB Stuttgart so mit einer 2:0 Führung in die Kabine ging, war keine Überraschung.
Auch nach der Pause blieben die Fohlen gelähmt und zeigten keinerlei Biss. Anders der VFB Stuttgart, der nach dem Seitenwechsel zwischen der 54. und 64. Minute drei Tore innerhalb von zehn Minuten erzielte und auf 5:0 davonzog. Mittlerweile war die Gladbacher Borussia völlig eingebrochen, ließ alle nötigen Tugenden, wie Einsatzbereitschaft und Grundordnung vermissen, und ließ den VFB gewähren. Dieser nutzte die Schwächen der Borussia eiskalt aus und erhöhte bis zum Schlusspfiff auf 7:0.
»Das war ein peinlicher Auftritt und lächerlich«, fasste es Michael Frontzeck kurz und treffend zusammen. Völlig unverständlich, wie man sich so hat förmlich „abschlachten“ lassen. »In den 90 Minuten heute war keine Mannschaft auf dem Platz. Wenn man sieben Gegentore bekommt, dann grenzt das nahezu an null gegen elf. Wir haben heute fünf Gegentore aus Standardsituationen bekommen und das ist Kindergarten«, brachte es Tobias Levels, der allerdings auf seiner Abwehrseite auch mit Problemen zu kämpfen hatte, zähneknirschend auf den Punkt.
»Es ist natürlich sehr schwer, nach so einem Spiel etwas zu sagen. Wir haben uns heute richtig blamiert. Wir müssen so schnell wie möglich wieder eine Mannschaft werden, denn heute stand wirklich keine auf dem Platz. Jeder hat heute sein eigenes Ding gemacht«, schlug Rückkehrer Thorben Marx in die gleiche Kerbe, der auch nicht für die erhoffte Stabilität im Mittelfeld sorgen konnte.
Zurecht richtig verärgert und enttäuscht zeigte sich Borussias Sportdirektor. »Wenn die Mannschaft meint, und dieses 6:3 in Leverkusen ist da für uns absolutes Gift gewesen, fußballerisch in der Bundesliga etwas zu erreichen zu können, dann ist das für Borussia Mönchengladbach und für unsere Mannschaft der falsche Ansatz. Das wichtigste im Fußball ist Aggressivität, kämpfen und arbeiten. Das Fußballspielen ist der zweite Schritt. Wenn du mit dem zweiten Schritt anfängst, ohne den ersten nicht gemacht zu haben, wirst du nicht weit kommen«, moserte Max Eberl unmittelbar nach dem Schlusspfiff.
Elf Gegentore in zwei Spielen und mit der 7:0-Niederlage gegen den VFB und 0:4-Heimschlappe gegen Frankfurt zwei heftige Niederlagen. »Wir haben jetzt zwei richtige Klatschen bekommen, die richtig weh tun. Wir müssen jetzt natürlich so schnell wie möglich den Abwärtstrend stoppen, denn sonst kann es richtig ungemütlich werden«, erkannte Thorben Marx. »Wir haben jetzt in zwei Spielen elf Tore bekommen und keins geschossen. Was soll ich noch dazu sagen? Fußballbundesliga ist hart und das, was wir in den letzten zwei Spielen gezeigt haben, hat mit Fußballbundesliga nichts zu tun«, resümierte Borussias Sportdirektor.
Drei Tage Zeit bleiben Borussia Mönchengladbach nun, um das in Stuttgart Geschehene zu analysieren. »Das kann man nicht einfach unter den Tisch kehren, sondern das müssen wir ganz klar mit offenem Visier ansprechen und aufarbeiten, sonst wird es schwer für uns«, meinte Tobias Levels.
»Es sind jetzt noch vier Tage bis zum nächsten Spiel. Auf dem Platz ist das Elementare, was wir jetzt zweimal haben vermissen lassen. Wir müssen uns als Truppe auf und neben dem Platz ganz, ganz schnell zusammenraufen und uns mit all dem, was den Fußball betrifft beschäftigen und nicht mit Dingen, wie die Fohlenelf«, fordert Max Eberl.
Am kommenden Mittwoch gastiert der FC St. Pauli im Borussia-Park und die Truppe von Michael Frontzeck hat in dem Spiel einiges gutzumachen und muss wieder ganz anders auftreten, will man nicht die nächste Schlappe kassieren. Auch Borussias Sportdirektor erwartet gegen die „Kiez-Kicker“ eine deutliche Leistungssteigerung und vor allen Dingen einen anderen Auftritt in Sachen Engagement. »Da möchte ich von der Mannschaft eine Reaktion sehen…«.





