Der 29-Jährige stand bei Radio 90,1 Rede und Antwort
Jeden Mittwoch ist beim Mönchengladbacher Radiosender 90,1 Zeit für die Sendung ‚Borussia hautnah‘, in der Moderatorin Petra Koch einen Spieler oder auch einen Verantwortlichen von Borussia Mönchengladbach in ihrem Studio begrüßt. So auch gestern, als Thorben Marx Rede und Antwort stand. In den aufgrund einer Verspätung lediglich 30-Minuten sprach der 29-Jährige unter Anderem über seine baldigen Gespräche im Bezug auf eine wohl sehr wahrscheinliche Vertragsverlängerung und über den bisherigen Saisonverlauf. Fohlen-Hautnah hat das Gespräch mit dem defensiven Mittelfeldspieler in den Kernpunkten zusammengefasst.
Petra Koch: Herzlich Willkommen, Thorben. Ich denke, dass wir an dieser Stelle vielleicht ein Dankeschön an Michael Frontzeck geben sollten, der wahrscheinlich lange trainiert hat.
Thorben Marx: Ja, das ist richtig. Wir hatten vorher noch eine Besprechung, wo wir die vergangenen zwei Spiele ein bisschen aufgearbeitet haben und dann natürlich das normale Training hintendran. Deswegen bin ich auch jetzt erst so spät hier.
Petra Koch: Kann ja passieren und ist auch nicht schlimm. Dann fangen wir mal unserem persönlichen Steckbrief an. 1. Was kannst du überhaupt nicht leiden? 2. Was magst du besonders? 3. Drei Dinge, die man mit auf eine Insel mitnehmen muss… 4. Hast du ein Lebensmotto /eine Lebensphilosophie?
Thorben Marx: Zu1: Verspätung. Zu 2: Gutes Essen. Zu 3: Handy, ein interessantes Buch und viel Sonnencreme. Zu 4: Nicht direkt. Sicherlich gibt es auch so eine Philosophie mit dem Sprichwort: Ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag. Ich glaube, der passt ganz gut zu mir, weil ich eigentlich auch ein sehr positiver Mensch bin, der gerne lacht. Man soll einfach vieles nicht so ernst nehmen. Von daher denke ich schon, dass das ganz gut zu mir passt.
Petra Koch: Beim letzten Spiel hast du auf der Tribüne nicht gelacht, oder?
Thorben Marx: Nein, natürlich nicht. Das war gerade auch für die, die gespielt haben, kein schönes Spiel. Wenn man dazu nicht spielen kann, dann ist es natürlich so, dass man trotzdem gerne dabei wäre, auch wenn das Spiel so läuft, wie es gelaufen ist. Man denkt ja schon, dass man vielleicht etwas positiv hätte verändern können. Wie auch für alle Fans war es natürlich kein schönes Spiel.
Petra Koch: 0:4. Es gab auch mal eine Niederlage mit 1:6 in Hannover, es gab auch mal eine Niederlage mit 0:4 in Wolfsburg und jetzt eben dieses 0:4 gegen Frankfurt. In all diesen Spielen war Thorben Marx nicht dabei. Zufall?
Thorben Marx: Ich denke schon, dass da auch ein bisschen Zufall dabei ist. Sicherlich bin ich auch ein wichtiger Spieler, keine Frage, aber ich denke, dass man trotzdem auch dort mit mir hätte verlieren können. Also es wäre jetzt, so glaube ich, zu einfach zu sagen, dass es daran lag, das ich nicht gespielt habe. Wir haben trotzdem gute Männer und ich denke, dass der Kader so gut besetzt ist, dass jeder Spieler auch ersetzbar ist.
Von daher denke ich schon, dass das auch ein bisschen Zufall ist. Aber trotzdem bin ich, wie gesagt, auch ein wichtiger Spieler, der vielleicht einfach auch durch seine Erfahrung so ein bisschen Situationen erkennt, die ein junger Spieler vielleicht noch nicht ganz so schnell erkennt. Aber im Großen denke ich, dass das auch ein bisschen mit Zufall zu tun hat.
Petra Koch: Ich habe gelesen, dass du der Kontrolleur und das Herz auf dem Platz bist und der, der auf dem Platz die Ordnung schafft. Was gefällt dir davon am besten?
Thorben Marx: Mir ist es eigentlich wurscht, wie ich da genannt werde. Wie gesagt. Ich denke schon, dass ich da in der Mannschaft schon einen wichtigen Job habe, aber es geht da nicht nur um mich. Die Defensivarbeit fängt natürlich vorne an. Das haben unsere Stürmer in der Vergangenheit auch sehr gut hinbekommen.
Dann ist es für mich sicherlich auch einfach, keine Frage, aber es wird mit dem Stabilisator und Ähnlichem auch ein bisschen hochgehangen. Wenn die Mannschaft nicht mitarbeitet, dann kann ich da auch nichts machen.
Petra Koch: Was ist dann gegen Frankfurt falsch gelaufen? War es Überheblichkeit?
Thorben Marx: Nein, das auf keinen Fall. Wir haben uns auf das Spiel gut vorbereitet, aber wir konnten da einfach nicht das umsetzen, was wir uns vorgenommen haben. Unsere Stärke ist einfach nun mal, dass wir kompakt stehen und dann schnell nach vorne spielen. Wir haben einfach zu viele Räume gelassen, was Frankfurt dann gut ausgenutzt hat. Das müssen wir einfach so schnell wie möglich wieder hinbekommen, weil das auch unser Schlüssel zum Erfolg ist, denn immer dann sahen wir gut aus und haben erfolgreich gespielt.
Petra Koch: Man hat so ein Wechselbad der Gefühle, wenn man so ein Spiel wie gegen Leverkusen schafft. Dann ist natürlich alles toll und alle jubeln einen hoch. Dann kommt so ein Spiel wie gegen Frankfurt und alles ist wieder Mist. Gerade auch die Presse macht ja dann dieses Schwarz und Weiß. Was ist es jetzt wirklich? Irgendetwas dazwischen?
Thorben Marx: Wir hatten jetzt in diesen beiden Spielen einfach zwei Extreme. Gegen Leverkusen hat einfach alles geklappt, gegen Frankfurt dann halt weniger. Im Moment ist die Liga natürlich auch so ausgeglichen, dass jeder in jedem Spiel die Chance hat, egal was sich für Mannschaften gegenüberstehen.
Wir sind natürlich auch nicht in der Lage, dass wir unseren Gegner unterschätzen können. Es war einfach so, dass an dem Tag nicht viel geklappt hat. Diese Tage werden sicherlich auch mal wiederkommen, keine Frage, aber die dürfen natürlich nicht allzu oft wiederkommen.
Petra Koch: Du hast eben gesagt, dass du ein wichtiger Spieler bist. Du hast natürlich Recht, dass es ein Mannschaftssport ist und einer alleine kann sicherlich nicht ein Spiel drehen, aber trotzdem geht es ja um deine Erfahrung und um deine Persönlichkeit, auf dem Platz auch mal laut zu werden. Das ist ja wahrscheinlich das, was dich auszeichnet, oder?
Thorben Marx: Ja, ich denke schon. Gerade als erfahrener Spieler sollte man natürlich auch auf dem Platz Dinge ansprechen, wenn die auffallen. Das kann man natürlich von einem jungen Spieler nicht so erwarten. Dieser hat sicherlich ein bisschen mehr mit sich selber zu tun. Bei einem Spieler, der 100 oder 200 Bundesligaspiele hat, ist das natürlich ein bisschen was anders. Der hat in seiner Karriere schon einiges erlebt. Das wird natürlich von mir einfach auch verlangt. Auf der Position muss man natürlich auch viel sehen und ansprechen.
Petra Koch: Wenn man das so sieht, dann sind das alles natürlich gute Gründe, dass man mit dem Spieler den Vertrag verlängert. Deiner läuft aus. Wie sind da die Gespräche?
Thorben Marx: Die Gespräche werden jetzt langsam aufgenommen. Es war so, dass der Verein in der ganzen Vorbereitung natürlich auch erst mal andere Sachen im Kopf hatte. Da sind andere Dinge erst mal wichtiger. Dazu war mein Berater auch noch in Urlaub. Deswegen werden die Gespräche jetzt so langsam aufgenommen.
Petra Koch: Tasten wir uns mal ran… Möchtest du?
Thorben Marx: Ja. Ich habe ja auch schon öfters gesagt, dass ich mich in dem Verein sehr, sehr wohl fühle. Ich denke, beide Seiten sind damit zufrieden, wie es bis jetzt gelaufen ist. Es spricht natürlich nicht vieles dagegen.
Petra Koch: Der Sportchef hat gesagt, wir wissen, was wir an ihm haben. Was heißt das? Grünes Licht…?
Thorben Marx: Sicherlich sind beide Seiten jetzt auch interessiert, keine Frage. Wie gesagt. Ich fühle mich hier sehr wohl und kann mir natürlich auch sehr, sehr gut vorstellen, hier zu bleiben.
Petra Koch: Wie lange noch?
Thorben Marx: Das weiß ich noch nicht. Darüber muss man erst mal sprechen. Dann wird man weiter sehen.
Petra Koch: Auf jeden Fall habe ich herausgehört, das du ganz gerne möchtest und ich gehe mal davon aus, der Verein möchte auch. Ich meine, Michael Frontzeck hat dich ja hier hin geholt. Er legte Wert darauf, dass du ihm von Bielefeld folgst. Das wird ja Gründe haben. Wenn du das mal beurteilst… War es auch für dich genau der richtige Schritt?
Thorben Marx: Ja, auf jeden Fall. Ich denke, ich kann mit meiner letzten Saison auch einigermaßen zufrieden sein. Ich habe mich auch wieder ein Stück weiter entwickelt und der Verein hat seine Ziele erreicht. Also es hat nicht viel gegen den Wechsel gesprochen. Von daher bin ich natürlich auch sehr glücklich, dass ich in dem Verein spielen darf.
Andererseits denke ich auch, dass der Verein mittlerweile auch sehr froh ist. Das ich da bin. Das sind natürlich schöne Aussichten für die Zukunft. Wir fühlen uns hier auch privat sehr wohl und wir hoffen natürlich oder wir gehen davon aus, das wir vielleicht noch ein paar Jahre hier sind.
Petra Koch: Das hoffen wir auch und das sieht ja von der Tendenz her wahrscheinlich auch gut aus. Kommen wir noch mal zur Borussia. Bei Freundschaft sagte man früher immer, dass es auf dem Platz elf Freunde sein müssen. Ich glaube, da war früher mal. Trotzdem habt ihr eine gut funktionierende und homogene Truppe. Lassen wir da das letzte Spiel mal weg - sowas kann halt mal passieren. Was ist das dann? Auch eine gewissen Freundschaft untereinander oder eine Geschichte, die man halt eben einfach miteinander verbindet, weil man die gleichen Ziele hat?
Thorben Marx: Es gibt in der Mannschaft sicherlich auch ganz dicke Freundschaften, die auch über Jahre erhalten bleiben. In erster Linie sind wir natürlich Kollegen, wo sich der eine auch auf den anderen verlassen muss. Ich denke auch, dass wir eine ganz homogene Mannschaft sind, wo sich alle sich mehr oder weniger gut verstehen.
Sicherlich hat man mit dem einen mehr zu tun und mit dem anderen ein bisschen weniger aber ich glaube, dass man auch in der Vergangenheit gesehen hat, dass wir es gut hinbekommen haben, wenn es darum geht, auf dem Platz als Mannschaft zusammenzustehen. Dann haben wir das gut hinbekommen. Das ist in erster Linie auch das Wichtigste.
Petra Koch: Die Ziele sind ja jetzt die, dass man nicht sagt, jetzt möglich schnell irgendwo nach oben, sondern das kontinuierlich Schritt für Schritt gehen und sich ein bisschen Zeit lassen damit das Ganze auch gefestigt ist. Was traust du euch in dieser und vielleicht auch in der nächsten Saison zu?
Thorben Marx: In erster Linie wollen wir natürlich die vergangene Saison bestätigen und wir wollen uns natürlich auch Schritt für Schritt verbessern, keine Frage. Wir wollen in der Tabelle den einen oder anderen Platz gutmachen und ich denke, dass wir dafür auch den Kader haben und den nächsten Schritt machen können. Nach dem Leverkusen-Spiel wurde ja schon wieder über Europa League geredet.
Das sind einfach Ziele, die wir im Moment nicht erreichen können aber ich denke, dass das auf Jahre gesehen sicherlich ein Ziel von der Borussia ist. Noch sind uns da aber andere Mannschaften viel zu weit voraus. Die Zukunft wird dann zeigen, ob man dieses Ziel wirklich angreifen kann. Wir wollen, wie gesagt, Schritt für Schritt gehen. Das Wort Abstieg haben wir ja jetzt die ganze Zeit vermieden und das wollen wir auch in Zukunft machen.
Petra Koch: Jetzt kommt das Spiel gegen den VFB Stuttgart. Ein Mannschaft wo man sagt, die hat eigentlich Ambitionen, um oben im internationalen Geschäft mitzumischen. Die haben jetzt noch keinen Punkt. Wie schwierig ist es generell in Stuttgart und wie schwer ist in dem Moment, wo so eine Mannschaft darum ringt, eben endlich den Knoten platzen zu lassen?
Thorben Marx: Eigentlich darf und die Situation von Stuttgart gar nicht interessieren. Wir müssen natürlich so dahinfahren, als ob Stuttgart bis jetzt jedes Spiel gewonnen hat. Das habe ich auch schon in den vergangenen Tagen des Öfteren gesagt. Wir müssen auf uns achten und unser Spiel durchziehen, was uns stark macht. Wir wissen auch, dass Stuttgart morgen um 20 Uhr noch ein Europa League- Spiel hat. Ich denke, dass das am Anfang erst mal keine Rolle spielen wird.
Vielleicht werden die Kräfte nach hinten heraus dann etwas weniger, aber das hatten wir im letzten Jahr auch schon mal, wo wir gegen Wolfsburg zu Hause gespielt haben. Die hatten zwei Tage zuvor auch ein Spiel im tiefsten Russland. Da sind wir auch ganz schnell in Rückstand geraten und dann war das Thema erledigt. Also wir müssen am Samstag auf uns achten und wenn wir es dann schaffen, unser Spiel durchzuziehen, dann denke ich, werden wir auch erfolgreich sein.





